Mein Werder (83): Nick Berner

Arbeiten im Sonnenschein. Fischer Nick Berner schätzt die Schönheit der Natur. Allerdings muss er auch raus, wenn es regnet … Foto: wsw

Kurz & knackig

Name: Nick Berner
Alter: 43
Wohnort: Werder (Havel) Ortsteil Kemnitz GT Kolonie Zern
Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? Ich bin seit 1975 in Werder zu Hause. Bis 1987 habe ich auf der Insel gewohnt und seit dem in Kemnitz.

Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
Ja, ich habe einen Sohn, Otto Karl Berner, der jetzt neun Monate alt ist und meine Lebensgefährtin Diana hat eine Tochter, Marla, sie ist 14 Jahre alt.

Nick Berner und seine Lebensgefährtin Diana. Foto: wsw

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder ist eine schöne, ständig wachsende und wasserreiche Heimatstadt vor den Toren von Potsdam und Berlin. Ein idealer Ort, um seine Kinder groß zu ziehen. Ein wunderbare Umgebung, um Urlaub zu machen.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns, wo?
Ja, den habe ich, das ist der Golfplatz des Märkischen Golfclub Potsdam in Kemnitz.

Rummel oder Muckergarten – wo ist Ihr Lieblingsort auf dem Baumblütenfest?
Das Baumblütenfest ist für mich eher mit Arbeit verbunden, sodass ich in den letzten Jahren nicht viel Zeit hatte für Besuche. Wenn ich Zeit hätte, dann würde ich die Tage zwischen den Wochenenden bevorzugen und dann die Festwiese an der Föhse oder auch einen oder mehrere Muckergärten besuchen.

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich arbeite auf unserem Fischerhof in Werder an der Phöbener Chaussee. Unser familienbetriebener Fischereibetrieb direkt am Ufer des Zernsee mit eigener Fischerei und Räucherei und Angelteich und Hofladen. Ob Fische räuchern, Fische schlachten, die Reusen auf dem Zernsee kontrollieren oder die Kunden in unserem Hofladen bedienen und was sonst noch alles dazu gehört, das ist meine Arbeit und meine Leidenschaft.

Was würden Sie lieber machen?
Ich glaube es gibt nichts, was ich lieber machen würde!

Sie – ganz speziell

Sie sind Fischer, stammen aus einer Fischerfamilie. Haben Sie das richtig als Beruf gelernt?
Ich bin auf dem Gelände der Fischereigenossenschaft aufgewachsen und hatte immer mit Wasser und Fischen zu tun. Daraus ergab sich dann ziemlich eindeutig der Berufswunsch des Fischers. Noch in der Schulzeit nach der Wende 1989 haben wir an den Wochenenden Räucherfisch an die damals noch Westberliner Kundschaft verkauft. Das Geschäft lief so gut, dass mein Vater Wolfgang Berner entschieden hat, sich 1991 als Fischereibetrieb selbstständig zu machen.

Ich habe gleich nach meinem Schulabschluss, damals noch bei der Fischereigenossenschaft Werder eine Ausbildung zum Facharbeiter für Binnenfischerei angefangen. Im Zuge der Wende wurde das dann geändert in eine Ausbildung zum Fischwirt. Die dreijährige praktische Ausbildung hat mein Vater übernommen und die theoretische Ausbildung fand in der Fischereischule Königswartha in Sachsen statt.

Bestimmt haben viele Menschen eine sehr romantische Vorstellung von Ihrer Arbeit – wie ist es denn wirklich?
Ja, das hört man immer wieder, vor allem im Sommer könnte es den Anschein erwecken, dass es wie Urlaub ist. Ist es vielleicht auch manchmal – in wenigen Augenblicken. In der Wirklichkeit ist es mit sehr viel harter Arbeit verbunden. Wir haben sieben Tage in der Woche geöffnet und in den Wintermonaten auch ständig draußen arbeiten zu müssen, ist kein Vergnügen. Wenig Freizeit und wenig Zeit für Urlaub sind heutzutage leider die Schattenseiten unseres Berufes.

Sie sind der Vater des 25 000. Einwohners von Werder (Havel). Wie geht es Otto Karl?
Otto Karl geht es prächtig, er entwickelt sich so, wie man es sich nur wünschen kann. Er ist sehr aktiv und aufgeweckt und war auch schon mehrmals mit dem Fischerkahn mit zum Reusen kontrollieren. Er hat keine Berührungsängste mit lebenden Aalen oder Flusskrebsen und wir hoffen natürlich, dass er den Fischereibetrieb mal weiterführen wird.

Nick Berner hofft, das Otto Karl einmal den Fischerhof übernimmt. Foto: wsw

Beruf, Familie – Haben Sie noch Zeit für Hobbys? Wenn ja, welche?
Ja, ein wenig Zeit für Golf nehme ich mir. Ich würde gern mehr Zeit auf dem Golfplatz verbringen, um mein Handycap zu verbessern – aber die Familie und Arbeit gehen vor.

Wird in Ihrer Familie noch Fisch gegessen? Und welcher ist Ihr Lieblingsfisch?
Wir essen Fisch in allen Varianten, meist täglich, auf jeden Fall mehrmals in der Woche.
Ob gekocht, gebraten oder geräuchert oder als Fischbrötchen. Meist bekommt man beim Fischbrötchen machen selbst Appetit und macht sich dann gleich selbst ein Brötchen mit Matjes- oder Bismarckhering.

Sie verkaufen ab Hof täglich sieben Tage die Woche frischen und selbst geräucherten Fisch. Aus eigenem Fang oder entsprechend dazu gekauft. Neuerdings gibt es bei Ihnen neben den beliebten Fischbrötchen und der Fischsuppe in Ihrem Imbiss auch Eis und Cocktails?
Ja, wir haben für unsere Gäste zum Entspannen einen kleinen Strandbreich am Ufer des Zernsee mit ein wenig Sand und Strandkörben und Liegestühlen geschaffen. Auch für Kinder ist eine Tafel zum Malen und ein Sandkasten da.
Leckeres Softeis in mehreren verschiedenen Sorten aus der Eismaschine und alkoholfreie und alkoholische Longdrinks sowie Cocktails und feinste Kaffee-Spezialitäten bieten wir dort an.
Direkt am Westufer des Zernsee können Wassersportler und Boote aller Art anlegen und sich mit unseren leckeren Angeboten versorgen.

Stimmt es, dass Flusskrebse derzeit sehr beliebt sind. Wie isst man die denn?
Ja, Flusskrebse sind sehr gefragt, mittlerweile ganzjährig. Leider haben wir im Moment sehr wenig in den Reusen und können die Nachfrage unserer Kunden nicht befriedigen.
Es geht hierbei um den „Amerikanischen Flusskrebs“ der sich in der Havel verbreitet hat. Besonders im Frühjahr und Herbst sind die Fänge am größten.

Die Krebse werden in einem Sud mit Salz, Zwiebeln, Lorbeerblatt, Piment und Pfefferkörnern gekocht. Dann wird der Krebsschwanz abgedreht und die Schale abgepult, um an das sehr schmackhafte Muskelfleisch des Krebsschwanzes zu gelangen. Man kann auch noch die Scheren auspulen, aber dort ist nur sehr wenig Fleisch enthalten. Den Rumpf kann man nicht essen. Auf Wunsch können wir die Krebse auch schon fertig gekocht anbieten.

Ab wann sollte man den Karpfen für das Weihnachtsfest bestellen?
Die Karpfensaison beginnt bei uns meist Ende September, Anfang Oktober. Dann haben wir ständig lebende Karpfen in unseren Hälterbecken bei auf unserem Fischerhof. Bestellungen für Weihnachten und Silvester nehmen wir dann gern entgegen. Wir bieten die Karpfen in folgenden Größen: 1,5 bis 2 kg, 2 bis 2,5 kg, 2,5 bis 3 kg, 3 bis 4 kg, 4 bis 5 kg. Unsere Kunden können sich die Karpfen lebend aussuchen und wir schlachten die Fische dann sofort vor Ort.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
Mehr Zeit für mich und meine Partnerin.
Mindestens drei Wochen Urlaub am Stück.
Gesund bleiben!

Was wir sonst noch wissen wollen …

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Personen, die ich vielleicht mal gern getroffen hätte, leben leben leider alle nicht mehr.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Meist ein Thriller …

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Als Kind meinen Vater, jetzt habe ich keine Vorbilder mehr.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
Nicht wirklich! Fällt mir nichts ein … Ich schaue gern Thriller, Krimis und Golfübertragungen!

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Nicht das ich wüsste, habe so ziemlich alles ausprobiert.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja, Hunde – am liebsten hätte ich einen Dobermann.