Mein Werder (89): Ditmar Wick

Sonntagsfragebogen Prof. Dr. Ditmar Wick. Foto: privat

Kurz & knackig

Name: Wick, Ditmar
Alter: 64
Wohnort: Töplitz

Seit wann sind Sie in Werder zu Hause? – Seit 1980 wohne ich im Ortsteil Töplitz.
Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben? – Ja, zwei Töchter und zwei Enkeltöchter!

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Werder (Havel) mit seinen Ortsteilen liegt in einer „leichten“, „offenen“ Landschaft im mittleren Havelseenbereich mit kurzen Wegen in die Landes- (Potsdam) und Bundeshauptstadt (Berlin). Die Farben im Ortswappen von Töplitz repräsentieren diese Landschaft treffend, grün (Wälder, Felder bis zur Reife, Schilfgürtel der Gewässer), weiß für die Kumuluswolken am Sommerhimmel und blau für den Himmel und das Wasser.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder – verraten Sie uns, wo?
Es sind zu viele, aber ganzjährig unser Garten und vom Frühling bis zum Herbst der Einstieg an der Töplitzer Badestelle zum Windsurfen!

Rummel oder Muckergarten – wo ist Ihr Lieblingsort auf dem Baumblütenfest?Alles zu seiner Zeit!

Was arbeiten/machen Sie so den lieben langen Tag?
Ich leite die Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg. Ich verantworte die Lehre für mehr als 200 Studenten. Auch die Forschungen, die Publikationen aller Kollegen und Kolleginnen sind Aufgabenfelder des 1. Vizepräsidenten. Wir sind noch eine junge Hochschule, die 2009 mit 26 Studierenden an den Start gegangen ist. Ich habe 2013 die Leitung übernommen. Das Besondere unserer Hochschule ist der hohe Anteil von ehemaligen und aktiven Leistungssportlern. Unser Dualer Ansatz des Studiums mit einem „Blended learning“ Konzept passt sehr gut zu diesem Klientel.

Was würden Sie lieber machen?
Es ist schon meine Wunschtätigkeit. Gleich nach dem Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin habe ich promoviert und nach dem Umzug nach Töplitz führte mein Weg an die damalige Pädagogische Hochschule Potsdam der heutigen Universität Potsdam, an der ich habilitierte. Ich hatte und habe immer mit jungen Menschen zu tun und der Sport spielte dabei eine bedeutende Rolle.

Sie – ganz speziell

Hat Ihr Tag mehr als 24 Stunden? Sie sind Prof. Dr. habil., Sie sind 1. Vizepräsident für Lehre, Forschung und Weiterbildung an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam, Sie lehren selbst, Sie schreiben Bücher, Sie sind Ortsbeiratsmitglied in Töplitz und Stadtverordneter in der Stadtverordnetenversammlung Werder (Havel) für den Bürger Bund Töplitz, Sie engagieren sich im Sportverein – haben wir alles genannt … ? Wie bringen Sie das unter einen Hut? Zumal Sie ja auch Familie haben.
Eigentlich nur durch eine gewisse Disziplin, mit sehr viel Freude an der Arbeit und ein großes Maß Verständnis der Familie. Meine Frau ist Rektorin der Inselschule in Töplitz und unterstützt meine ehrenamtliche Tätigkeit, da ja im Bereich Bildung einige Schnittmengen vorhanden sind.

Es ist immer ein sehr schönes Erlebnis, wenn ehemalige Studierende mich bei verschiedenen Gelegenheit wiedererkennen bzw. ansprechen und sich sehr gerne an die Ausbildung bei mir zurückerinnern. Obwohl meine „Spezialdisziplin“ die Biomechanik nicht jedermanns Sache ist. Ein großer Teil der Sportstudenten hat nämlich Physik im Abitur abgewählt. Da heißt es, ein gutes didaktisches Vermittlungsvermögen und gute Unterrichtmittel ein zusetzten. Das war auch der Anlass 2009 ein Lehrbuch für die Biomechanik sportlicher Bewegungen zu schreiben. Inzwischen liegt die dritte Auflage vor.

Bleibt noch Zeit für andere Hobbys – wenn ja, welche? Oder treiben Sie selbst Sport? Fahren Sie mit dem Fahrrad nach Potsdam zur Arbeit?
Ja, aber begrenzt. Früher hatte ich noch ambitionierte Ziele, wie den Berlin-Marathon, den Rennsteiglauf, die Besteigung des Kilimandscharo (5985m) oder eine besondere sportliche Herausforderung, den Wasa-Skilanglauf über 90 km in Schweden.

Jetzt steht die Gesundheit im Fokus, zwei bis dreimal in der Woche vor der Arbeit (7:00 Uhr) acht km Joggen. Am Wochenende, oder auch bei besonderen Windbedingungen in der Woche, raus auf den Kleinen Zernsee zum Windsurfen, einfach herrlich. Und unser Winterurlaub führt uns seit Jahren in die Alpen oder Dolomiten zum alpinen Skilaufen. Auch im Sommer besuchen wir die Skipisten, dann werden diese vom Tal aus zur Bergspitze erwandert.

Können Sie uns Laien in wenigen Sätzen die Biomechanik der sportlichen Bewegung so erklären, dass wir Ihr Fachgebiet verstehen?
Das Wort Bio-mechanik hat zwei Wortstämme, einmal Bios – das Leben und Mechanik – griechisch das „Werkzeug“. Man kann auch sagen, das die Biomechanik die mechanischen Gesetzte auf den menschlichen Organismus anwendet. Nur ein kleines Beispiel, unsere Bewegungsglieder sind so „konstruiert“, dass sie als ein- oder zweiarmige Hebel wirken. Hier wirkt die „Goldene Regel der Mechanik“ das Hebelgesetzt. Dass was man an Kraft einspart muss an Weg zugesetzt werden. Leider ist es beim Menschen genau umgekehrt, Es muss viel mehr Kraft eingesetzt werden, um Bewegungen zu erzeugen, denn die Kraftarme sind gegenüber den Lastarmen deutlich kleiner. Bei der Entwicklung von künstliche Gliedmaßen und Gelenken sind z.B. Biomechaniker gefragt!

Wir möchten auch gern mehr über Ihre politische Arbeit erfahren. Warum ist für Sie die Arbeit im Ortsbeirat und in der Stadtverordnetenversammlung wichtig?
Der Einstieg erfolgte über die SG Töplitz. 1990, darauf bin ich wirklich stolz, seitdem habe ich mit Unterstützung der Lehrer der Inselschule den „Töplitzer Insellauf“ organisiert, der schnell zum regionalen Laufevent avancierte. Es folgte der Vorsitz der SG Töplitz, mein Mentor Siegfried Ballerstedt überzeugte mich, den Sport auch im Ortsbeirat nachhaltig zu repräsentieren. Und es folgte dann der „Sprung“ in die Stadtverordnetenversammlung mit der Konzentration der Arbeit im Bereich Soziales, Bildung, Kultur und Sport.

Es ist mir schon wichtig, dass die Ortsteile sich in der Stadtpolitik wiederfinden.

Die aktuellen Herausforderungen, hier insbesondere der demografische Wandel, aber auch Fragen der Gesundheit; Schlagworte wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Ernährungsprobleme bewegen mich auch im Rahmen meiner kommunalen Aktivitäten.

Sie haben entscheidenden Anteil an der Ausgestaltung des Leitbildes für die Stadt Werder (Havel). Welche Bestandteile war Ihnen da besonders wichtig? Was musste Ihrer Meinung nach unbedingt hinein?
Eigentlich das Insgesamt! Alle definierten Bereiche greifen ineinander und müssen beachtet werden.

Ich möchte jedoch nochmals betonen, die Arbeit beginnt jetzt erst recht. Die Orientierungen sind gesetzt, jetzt heißt es „Leitlinien“ entwickeln, Maßnahmen ableiten, die in den Haushaltplänen implementiert werden müssen.

Wie war die Zusammenarbeit mit den anderen Beteiligten? Immerhin startete das Projekt schon 2012.
Wir waren zuerst ein kleines Team. Hier möchte ich Frau Margitta Lück aus Glindow, Herrn Herman Bobka auch aus Glindow und unsere Bürgermeisterin Frau Manuela Saß nennen. Wir haben ein „Grundgerüst“ erarbeitet, dass dann final Ende letzten Jahres und im erst Halbjahr 2017 mit allen Fraktionen weiter präzisiert wurde. Die Arbeit mit den Vertretern aller Fraktionen der SSV war konstruktiv und zielorientiert. Auf die Bestätigung der Arbeit durch das 100% Votum der SSV bin ich besonders stolz.

Was dürfen wir unter „Handlungsorientierung für Politik und Verwaltung“ verstehen – die das Leitbild ja sein soll.
Das Leitbild ist ein Rahmen, es ist sehr allgemein gefasst, wiederspiegelt jedoch auch die Spezifik von Werder (Havel).

Wenn Sie den Werderanern das Leitbild näher bringen möchten – mit welchen Worten würden Sie das tun?
Bitte lesen sie den Text!  Er ist so überschaubar, dass jeder schnell das Konstrukt erkennt.

Was wir sonst noch wissen wollen …

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten – welche wären das?
An erster Stelle steht der Wunsch nach Frieden für die Welt! Die täglichen Berichte über die Konflikte in Afrika, Nahen Osten, jetzt Nordkorea und Trump …, sie bewegen mich schon sehr. Und die Bundesrepublik engagiert sich in Hilfsprojekten und gleichzeitig gehört sie zu den größten Waffenexporteuren.

Dann kommt die Familie. Wir haben eine innige familiäre Bindung zu den Kindern, Enkelkindern und zur Großmutter. Ich wünsche mir schon, dass gerade die Kinder und Enkel eine gute, sinnerfüllte Entwicklung nehmen und ihre Familien die Zukunft meistern.

Der dritte Wunsch zielt auf die Gesundheit für alle!

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Leonardo da Vinci.

Welche Fragen würden Sie ihm stellen?
Fragen hätte ich sehr viele!

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Zur Zeit ist er leer! Lesen von Belletristik findet im Urlaub statt, leichte Kost, Krimis.

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Vorbilder sind für mich die Menschen, die sich uneigennützig für andere Menschen einsetzten.

Wenn jeder einer solchen Einstellung und Haltung folgen würde, wäre unsere Welt deutlich menschlicher.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
Forrest Gump,  ein Film der immer aktuell ist, gerade jetzt in der Gegenwart.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Kann ich nicht sagen, während der Schulzeit hat meine Zeichenlehrerin meine „Werke“ hervorgehoben. Sie wurden als Orientierungen für die nachfolgenden Generationen noch gezeigt, als ich nicht mehr an der Schule war!

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Ja. Wir haben keine Haustiere, aber Tierfilme begeistern mich. Auch die Tiere in meiner direkten Umgebung, seit Jahren leben Kraniche direkt hinterm Gartenzaun mit Rehen und jetzt mit den Graugänsen. In den Kiefern am „Hasselberg“ lebt eine ganze Kolonie von Waldkäuzen, im Sommer besuchen Ringelnattern unseren Fischteich und erst die Tiere an den Seen vom Fischadler, den Schwänen, Blesshühner und und und!