Mein Werder (53): Karsten Perenz

Kurz & knackig

Name: Karsten Michael Perenz
Alter: 54
Wohnort / Ortsteil: Werder
Seit wann sind Sie in Werder zuhause?  – seit 1986
Haben Sie Kinder oder möchten Sie gerne welche haben?
Ich habe zwei erwachsene Kinder. Besser könnten weitere nicht werden. Judith wohnt mit ihrem Sohn Len-Vincent in Werder, Sohn Axel derzeit in Berlin-Wedding.

Über unsere Blütenstadt Werder (Havel)

Wie würden Sie Werder einem Fremden beschreiben?
Ich würde ihm „Blühn, blühn, blühn“ vorsingen. Nachweislich bekam zumindest eine Dame den „Wurm“ nicht mehr aus dem Ohr. Nun wohnt sie hier in Werder mit Blick auf die Havel.

Haben Sie einen Lieblingsort in Werder? Wo und warum?
Mein Grundstück! Als ich vor Jahren wegen eines Bänderrisses am Sprunggelenk ans Bett gefesselt war, hatte ich ein paar Wochen die Gelegenheit, aus meinem Dachgeschossfenster am Plessower See am Südwesthang, die Sonne und Natur zu genießen. So wie manche Besucher es von meinem Parkplatz aus tun, fotografiere ich die stimmungsvollen Sonnenuntergänge auch immer noch, und habe Angst, die schönsten zu verpassen.

Aber auch wenn ich am Petzower Haussee entlang fahre oder über die Brücke zur Insel, werde ich wohl immer zum Verkehrshindernis werden. Der Glindower See ist ebenso eine Perle. Die Havel hat mit ihrem Duft und den Booten ihre eigenen Reize. Hier durfte ich als Kind viele schöne Stunden bei Lieres nebst Joppes verbringen. Meine Lieblingsorte haben alle irgendwie mit dem Wasser zu tun.

Rummel oder Muckergarten? Wo ist Ihr Lieblingsort auf der Baumblüte? 
Es zieht mich in die Gärten und Anlagen zu den Obstbauern. Hier liebe ich die ursprüngliche Weise, zu feiern. Mein Anfang war dabei ein kleiner Auftritt vor sieben Jahren bei Manuela Giese in der Plötziner Kirschallee. Für und mit den Gästen singe ich dann meine „musikalischen Gebrauchsanweisungen“ zum Obstwein und zu den Ureinwohnern. In der Stadt bin ich meist gleich nach dem Blütenumzug bei Familie Wache auf der Insel an den Strohballen zu erleben. Dort ist auch ein Fleck in Werder, der mich inspirierte und im Text vorkommt.

Was arbeiten / machen Sie so den lieben langen Tag? 
Inzwischen habe ich das Glück, nicht mehr weit zur Arbeit fahren zu müssen. Der Werdersche Obst-und Gartenbauverein übertrug mir einige Aufgaben auf dem Frischemarkt: Pflanzenpflege, Pressearbeit, Werbung etc., die in der Summe für ein kleines Einkommen ausreichen. Ich bin oft für Auftritte bei Partys ringsherum gebucht. Dafür sind persönliche Texte für „musikalische Blumensträuße“ vorzubereiten und andere Musikwünsche zu erfüllen. Außerdem bin ich Hausmeister, Pfleger von meinem 94-jährigem Onkel – seit der bei mir wohnt, wurde nicht mehr eingebrochen! Ich habe eine tolle Frau mit viel Ideen und nun auch noch ein Hundemädchen im Hause.

Was würden Sie lieber machen? 
Nichts, nächste Frage!

Sie – ganz speziell

Sie sind wohl einer der bekanntesten Heimat-Sänger in der Region. Wie kamen Sie überhaupt zum Singen?
Die kindliche Früherziehung im evangelischen Kindergarten spielte bei mir bestimmt eine Rolle. Ich denke, wenn es zum Alltag dazugehört, wird es für jeden Menschen einfacher. Auch der Musik- und Englischunterricht begann in der Schule in Groß Kreutz immer mit einem Lied. Überliefert ist da meine Frage an die Lehrer aus der Unterstufe, nachdem ich in einem Diktat versagte, „ob ich die 5 wieder wegsingen könne“. Mit 12 bekam ich eine Gitarre und Unterricht. Später sang ich in einer Singegruppe (für die Jüngeren: Band mit zu viel Sängern). Ich sang mit meiner kleinen Familie viel und begann später, Songs nach dem Vorbild der Großen wie Otto Walkes umzutexten.

Gab es mal den Plan, eine Band zu gründen?
Mit Mario Müller und Lars Jüsgen gab es einige gemeinsame Auftritte bei privaten Partys. Damals spielten wir aber ganz im Sinne des Wortes in verschiedenen Ligen. Lars war spitze …
Heute wäre mir der organisatorische Aufwand mit einer Band zu viel.

Zum Blütenfest oder bei den Veranstaltungen auf dem Frischemarkt singen Sie ja meist Ihre „Werdersongs“, bei denen Sie Evergreens neue Texte verpassen?
Wenn ich Menschen animieren möchte, mitzusingen, ist es einfacher, wenn sie die Melodie kennen. Dann können sie sich auf meine Texte konzentrieren. Die gibt es ja meistens gedruckt in die Hand.
Bei meinen Auftritten in Altersheimen beispielsweise singe ich auch „jahreszeitliche“ Lieder, die alle kennen. Weihnachtslieder zu Weihnachten, Frühlingslieder zum Frühlingsbeginn und so weiter. Oder altdeutsche Gassenhauer. Auch viele Kinderlieder gehören zu meinem Repertoire.

Singen Sie auch englische Lieder?
Würde ich gern erweitern, die paar „all time favorites“ reichen nicht aus. Aber oft fehlt die Zeit zum Üben.

Wie entstehen die Texte?
Themen rund um Werder sind ja kein Problem ;-). Nur hübsch gedichtet müssen sie werden. Beim Autofahren fällt mir immer ne Menge ein. Am Ende ist auch das Texten einfach Arbeit. Aber es übt sich.

Singen Sie auch unter der Dusche?
Klar – zum Einsingen vor einem Auftritt.

Sind Sie mit einem Text schon mal „angeeckt“?
Ohja. Die Bürgermeisterin Manuela Saß beklagte sich einmal öffentlich nach einem Bühnenauftritt, dass ich mit dem Text über die Blütentherme nicht auf dem neuesten Stand wäre. Allerdings war der Text da schon etwas älter. Ich bin übrigens felsenfest davon überzeugt, dass wir alle bald in der Therme planschen werden.

Was wir sonst noch wissen wollen . . .

Welche berühmte Person würden Sie gern einmal treffen?
Neil Young.

Welche Fragen würden Sie ihr stellen?
Wie man über eine so lange Zeit so erfolgreich gute Songs schreibt, so geil Gitarre spielen kann. Und wie man es schafft, dabei auch noch politisch so wach zu bleiben und die Fans dabei mitzunehmen.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?
Das ausgelesene? Das lag da doch nur fünf Jahre … „Gevatter Tod“ von Terry Pratchett. Großartig. Aber leider komme ich so selten zum Lesen. Ich schlafe einfach immer ein!

Haben Sie Vorbilder? Welche und warum?
Ohne dass ich das wollte, war mein Vater mein Vorbild und verantwortlich für einige Charaktereigenschaften. Meine tolle Mutter ebenfalls.

Haben Sie einen Lieblingsfilm oder -serie? Warum?
Ich hänge gern auch mal vor dem Fernseher ab. Vorlieben gibt es nicht. Nachrichten in jeder Form sind mir wichtig. Ansonsten schlafe ich auch beim Fernsehen oft einfach ein.

Haben Sie ein verborgenes Talent?
Nein.

Lieben Sie Tiere? Wenn ja, Katze oder Hund?
Hunde. Nach 12 Jahren Trauer um meinen Hund „Texas“ freue ich mich jeden Tag über unsere neue Mitbewohnerin, die wir aus einem Tierheim adoptiert haben.