Meister 2017: Die Beste der Besten kommt aus Werder (Havel)

Die Beste der Besten: Die frischgebackene Konditormeisterin Sabrina Zielke aus Werder (Havel). Foto: wsw

Potsdam, 18. November 2017 – 190 frisch gebackene Meisterinnen und Meister des Jahres 2017 erhielten von der Handwerkskammer Potsdam am heutigen Samstag im Dorint Hotel Potsdam ihre Meisterbriefe.

Aus den Händen von Klaus-Martin Steinmüller, Marktgebietsleiter der Berliner Volksbank, nahm Konditormeisterin Sabrina Zielke aus Werder (Havel) als beste Meisterin aller Gewerke zudem den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis der Handwerkskammer Potsdam entgegen. Sie hat damit die Möglichkeit, sich zur „Geprüften Betriebswirtin nach der HWO“ weiter zu qualifizieren.

Sabrine Zielke, die als 16-Jährige aus Mittelfranken in die Blütenstadt zog, absolvierte ihre Ausbildung bei dem traditionsreichen Werderaner Bäcker Lenz. 2016 ging sie nach einer weiteren schulischen Ausbildung erneut in die Bäckerei Lenz, die sie bei der Meisterschule durch Freistellungen unterstützte. Die 23-Jährige ist wissbegierig und mit dem Lernen noch nicht am Ende, wie sie gegenüber wirsindwerder.de berichtete. Die Jungmeisterin will Lebensmittelkontrolleurin werden – eine Ausbildung, die den Meistertitel voraussetzt. Diese Weiterbildung macht sie jedoch in Baden Württemberg, eine Rückkehr nach Werder macht sie von einem Job-Angebot abhängig. „Weiterbildung ist irgendwie mein Ding“, lächelt die frisch gebackene Konditormeisterin, obwohl sie ein bisschen Prüfungsangst hat, wie sie zugibt.

Der Meistertitel ist das Qualitätssiegel des Handwerks

In 14 Gewerken hat sich der geballte Führungskräftenachwuchs seinen Titel erworben. Vertreten sind Augenoptiker, Bäcker, Dachdecker, Elektrotechniker, Friseure, Installateure und Heizungsbauer, Konditoren, Kraftfahrzeugtechniker, Landmaschinenmechaniker, Maler und Lackierer, Maurer und Betonbauer, Metallbauer, Schornsteinfeger sowie Tischler. Der jüngste Meister war am Tag seiner letzten Prüfungsleistung 21 Jahre alt, der älteste 53 Jahre. Unter ihnen findet sich mit dem Kyritzer Kai Blum auch ein doppelter Meister, der jetzt neben dem Landmaschinenmechaniker-Meistertitel auch den Kraftfahrzeug-Meistertitel tragen darf.

Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, beglückwünschte die neue Führungselite des Handwerks und unterstrich die Bedeutung eines Meistertitels als Aushängeschild für Kunden, Partner oder Arbeitgeber. Er lobte das persönliche Engagement aller bei der beruflichen Qualifizierung: „Sie haben weder Kosten, Zeit noch Mühen gescheut, um sich zu qualifizieren. Das wird mit dem heutigen Tage belohnt. Sie haben damit nicht nur für Ihre persönliche Karriereleiter einen Meilenstein erreicht. Sie haben auch einen wesentlichen Beitrag für das Handwerk geleistet. Denn es braucht solche jungen hochqualifizierten Fachkräfte wie Sie, die entschlossen sind, etwas zu schaffen, die Ideen und Visionen haben. Sie stehen für die Entwicklung ihres jeweiligen Berufsstandes ein. Sie machen sich mutig selbstständig. Sie sichern Nachfolge in unseren Gewerken. Sie bilden junge Menschen aus. Sie gehören als angestellte Fachkraft in Ihren Betrieben zu den Leistungsspitzen. Sie stehen heute auch hier als personifizierte Botschafter für den Wert der dualen Ausbildung und die damit verbundenen Perspektiven.“

Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, betonte mit Blick auf das vergangene Kulturlandjahr Brandenburg 2016, das unter dem Motto „handwerk zwischen gestern und übermorgen“ stand in ihrer Festrede: „Wichtige Partner für das Kulturland Brandenburg 2016 waren die Handwerkskammern im Land Brandenburg, die sich sehr aufgeschlossen in das Themenjahr nicht nur ideell, sondern auch mit eigenen Projekten eingebracht haben. Gemeinsam verfolgten wir das Ziel, jungen Menschen das Handwerk nahezubringen, um Herkunft mit Zukunft zu verbinden und zu verdeutlichen, dass im Handwerk eine persönliche Berufs- und Lebensperspektive liegen kann. Diejenigen, die wir heute ehren, haben diese Lebens- und Berufsperspektive für sich entdeckt, ihre Chancen ergriffen, haben sich weiter qualifiziert und können sich heute über ihre erfolgreich absolvierte Meisterprüfung und den erreichten Abschluss als Meisterin oder Meister freuen. Ich gratuliere Ihnen ganz herzlich dazu und verbinde damit meinen Respekt vor ihrer Leistung. Sie können sehr stolz sein auf das, was sie erreicht haben!“

Der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, Hendrik Fischer, überbrachte den rund 650 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Familien, unter ihnen die 40 weiblichen und 150 männlichen Neumeister/innen, die Glückwünsche und Anerkennung der Landesregierung: „Mit dem Meisterbrief in der Tasche können Sie der Zukunft selbstbewusst entgegen sehen – und sie selbst gestalten“, rief Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer den Jungmeisterinnen und Jungmeistern zu. „Die Voraussetzungen für eine Existenzgründung im Handwerk sind besser denn je. Handwerker werden überall händeringend gesucht. Es lohnt sich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und selbst auszubilden.“ Um den Handwerksnachwuchs bestmöglich zu begleiten, habe das Wirtschaftsministerium vor zwei Jahren die Meistergründungsprämie wieder eingeführt. „Mit diesem Instrument fördert das Wirtschaftsministerium Gründungen ebenso wie Unternehmensnachfolgen. Allein in Brandenburg stehen in den kommenden Jahren 6.000 Unternehmensübergaben an“, sagte Fischer.

Die meisten neuen Meister zählt in diesem Jahr mit 34 erfolgreichen Absolventen das Elektrotechniker-Handwerk, gefolgt von den Kraftfahrzeugtechnikern (23) und den Landmaschinenmechanikern (19). Die meisten weiblichen Absolventen finden sich im Friseur- (16) und Konditorenhandwerk (13).

Im Rahmen der Festveranstaltung wurden außerdem die besten Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs für ihre Prüfungsergebnisse mit Ehrenurkunden geehrt

Augenoptikermeisterin Janine Herold aus Berlin,
Bäckermeister Roberto Schwarz aus Gera,
Dachdeckermeister Danny Mohnke aus Rheinsberg,
Elektrotechnikermeister Sebastian Peter aus Brandenburg an der Havel,
Friseurmeisterin Ramona Rautenberg aus Nauen,
Installateur- und Heizungsbauer-Meister Frank Mercier aus Potsdam,
Konditormeisterin Sabrina Zielke aus Werder (Havel),
Kraftfahrzeugtechnikermeister Markus Behrend aus Ketzin,
Landmaschinenmechaniker- Meister Roland Klein aus Klötze,
Maler- und Lackierermeister Patrick Siepert aus Potsdam,
Maurer- und Betonbauermeister Steffen Buller aus Berlin,
Metallbauermeister Eric Schelle aus Spiegelhagen,
Schornsteinfegermeister Steffen Höchel aus Potsdam sowie
Tischlermeister Bruno Wölz aus Potsdam.

Mit dem Meisterabschluss haben auch die diesjährigen Absolventen unter anderem den Grundstein dafür gelegt, ein eigenes Unternehmen zu gründen oder eines im Rahmen der Unternehmensnachfolge übernehmen zu können. Doch auch für angestellte Handwerker bedeutet der Meisterabschluss in vielen Fällen ein Karrieresprungbrett.

104 neue Meisterinnen und Meister kommen in diesem Jahr aus dem Kammerbezirk Potsdam. Verteilt auf die Landkreise und kreisfreien Städte sieht dies wie folgt aus: Landkreis Prignitz – 3, Landkreis Ostprignitz-Ruppin – 13, Landkreis Oberhavel – 9, Landkreis Havelland – 20, Landkreis Potsdam-Mittelmark – 20, Landkreis Teltow-Fläming – 15, Stadt Brandenburg an der Havel – 7, Stadt Potsdam – 17. (red)

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ralph Bührig, die Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte Brigitte Faber-Schmidt, Konditormeisterin Sabrina Zielke, Moderatorin Madeleine Wehle und Handwerkskammer-Präsident Robert Wüst bei der Ehrung (v.l.n.r.). Foto: wsw
Die Potsdamer Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg, für die FDP im Wahlkreis 61 auch für Potsdam, Ludwigsfelde und sieben Gemeinden in Potsdam-Mittelmark und damit für Werder zuständig, gehörte zu den Gästen und Gratulanten der Meisterabsolventen des Jahrgangs 2017 im Potsdamer Dorint Hotel Sanssouci. (Foto: wsw)
Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam und selbst Meister im Metallbauerhandwerk. Er leitet seinen Familienbetrieb - in fünfter Generation. Foto: wsw
Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer sprach ein Grußwort bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Potsdam im Dorint Hotel Sanssouci in der Jägerallee. Foto: wsw