Nach den Ferien auf Schulkinder achten

Seit Ende des vergangenen Jahres gilt Tempo 30 auch vor der Carl-von-Ossietzky-Schule. Foto: wsw

Werder (Havel), 7. Februar 2018 – Am kommenden Montag, dem 12. Februar 2018, geht das Schuljahr für alle Kinder in Brandenburg in die zweite Halbzeit. Vor allem die Kleinsten unter den Kindern sind noch dabei zu lernen und sich mit dem Weg zur und von der Schule vertraut zu machen. Daher ist es wichtig, dass Sie und alle anderen Teilnehmer am Straßenverkehr, sei es im Kraftfahrzeug, als Radfahrer oder auch als Fußgänger, besonders rücksichtsvoll und aufmerksam sind. Nicht nur die Schüler werden den täglichen Straßenverkehr wieder vermehrt prägen, auch viele Eltern werden wieder unterwegs sein, weil die Winterferien schon vorbei sind und der Alltag erneut losgeht – auch im Berufsverkehr.

Die Polizeidirektion West bittet alle Verkehrsteilnehmer, sich auf diese besondere Situation einzustellen, was ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme von jedem erfordert.

Speziell Fahrzeugführer müssen sich auf ein kindtypisches Verhalten der Abc-Schützen einstellen. Gemäß ihrer Entwicklung sind Schulanfänger sowie Grundschüler den komplexen Situationen des Straßenverkehrs nicht immer gewachsen, unterschätzen Gefahrensituationen durch ihr eingeschränktes Sichtfeld und sind oftmals in ihren Reaktionen nicht einzuschätzen. Hinzu kommt ihre geringe Körpergröße, wodurch sie von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen werden können.
Deshalb sollten alle Fahrzeugführer an Schulen und Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs den Fuß vom Gas nehmen und stets defensiv bzw. bremsbereit fahren. An Bussen mit eingeschalteter Warnblinkanlage, die an einer Haltestelle stehen, darf nur vorsichtig und mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden, auch auf der Gegenfahrbahn!

Für mehr Sicherheit sorgt auch das Fahren mit eingeschaltetem Licht am Tage. Kinder nehmen dadurch herannahende Fahrzeuge schneller wahr und können so Entfernungen besser einschätzen. Insbesondere an Fußgängerüberwegen ist das von großem Vorteil. Hier helfen auch eindeutige Zeichen der Fahrzeugführer, dass Sie die querende Person am Fußgängerüberweg wahrgenommen haben und anhalten.

Eine große Verantwortung haben aber auch alle Eltern. Auch wenn Ihre Kinder bereits seit mehreren Monaten die Schule besuchen, sollten Sie mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen Ihre Kinder wiederholt auf die typischen Gefahrensituationen des Straßenverkehrs hinweisen. Manche Eltern begleiten ihre Kinder am Anfang der Schulzeit und nutzen den Beginn des 2. Halbjahres dazu, die Schüler allein auf den Schulweg zu schicken. In Vorbereitung darauf bietet es sich an, den Schulweg mit den Kindern gemeinsam festzulegen und mehrmals abzugehen, um die realen Verkehrsbedingungen kennenzulernen und die sich daraus ergebenen Verhaltensweisen zu verinnerlichen.
Dabei gilt: Der kürzeste Weg ist nicht immer der Sicherste!

Bitte seien Sie sich als Eltern stets ihrer Vorbildfunktion bewusst, Kinder orientieren sich stark an Ihrem Verhalten!

Sollten Kinder mit dem Bus oder der Straßenbahn zur Schule fahren, ist es wichtig, mit ihnen die wichtigsten Verhaltensregeln einzuüben:

  • beim Warten an der Bushaltestelle nicht toben, streiten oder schubsen
  • nicht vor oder hinter einem stehenden Bus über die Straße gehen
  • beim Ein- und Aussteigen nicht drängeln oder schubsen und nicht unvermittelt aus dem Bus/Straßenbahn springen
  • beim Stehen in Bussen immer an den Haltevorrichtungen festhalten
  • auf Bussitzen, an denen ein Sicherheitsgurt vorhanden ist, muss dieser auch angelegt werdenJunge ABC-Schützen sollten nicht alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Hier empfiehlt es sich zu warten, bis ein entsprechendes Alter erreicht ist – etwa nach der schulischen Radfahrausbildung in der 4. Klasse – und die Kinder das Rad sicher im Straßenverkehr beherrschen und damit den hohen Anforderungen ausreichend gewachsen sind.

Die Polizeidirektion West wird neben Kontrollen mit Flyern und Briefen, die sich an verschiedene Zielgruppen richten, an die Verkehrsteilnehmer herantreten, um speziell für das Thema Abbiegen, Schulterblick und Toter Winkel zu sensibilisieren. (wh/wsw)