Nachwuchsregatta muss abgesagt werden

Werder (Havel), 1. September 2017 – Die am 9. und 10. September in Werder (Havel) geplante Havel-Ruderregatta musste vom Ruder-Klub Werder (Havel) leider abgesagt werden. Grund ist der starke Pflanzenbewuchs, die Regattastrecke ist derzeit mit riesigen Schlingpflanzenteppichen belegt. Eine ordnungsgemäße Durchführung der Nachwuchsregatta, zu der sich 55 Vereine angemeldet hatten, ist daher nicht möglich.

„Wir haben derzeit eine Situation auf der Regattastrecke, wie ich sie noch nie erlebt habe“, sagt der Vorsitzende des Stadtsportbundes, Klaus-Dieter Bartsch. „Eine Beräumung wäre mit sehr hohen Kosten für die Stadt verbunden und es gibt nicht mal die Gewähr, dass die Strecke danach ordentlich nutzbar ist.“ Statt kurzfristiger Maßnahmen müsse über eine nachhaltige Lösung nachgedacht werden.

Eine solche Lösung, die wieder eine ganzjährige Nutzung der Regattastrecke ermöglicht, werde vom Rathaus jetzt geprüft, so Bürgermeisterin Manuela Saß. „Wir haben bereits Kontakt zu Fachleuten aufgenommen, um prüfen zu lassen, wie eine solche Situation in Zukunft vermieden werden kann.“ Die Regattastrecke werde von vielen Besuchern als eine der schönsten Wettkampfanlagen von Deutschland bezeichnet. „Der Stadt liegt viel daran, dass das so bleibt. Die geplanten Investitionen in ein neues Regattahaus zeigen ja, wie ernst es uns damit ist.“

Der Ruderklub als Veranstalter hat gegenüber der Stadt sein Verständnis geäußert und die angemeldeten Vereine über die Absage informiert. Es handelt sich um die letzte in diesem Jahr geplante Ruderregatta. Die Regattastrecke ist von 1972 bis 1977 gebaut worden und gehört der Stadt Werder (Havel). (red)

Wasserpest - eine biologische Invasion?

Die Wasserpest macht ihrem Namen auf in der Havel alle „Ehre“: Sie behindert durch ihr dominantes Massenvorkommen die Schifffahrt, den Wassersport und die Fischerei. Die rasante Vermehrung macht es auch Schwimmern unmöglich, den Pflanzenteppich zu überwinden. Der Badespaß ist im wahrsten Sinne des Wortes getrübt – wer möchte in diese eklige grüne Falle schwimmen? Und was passiert, wenn der Bewuchs der Unterwasserwiese so dicht wird, dass das Gewässer „umkippt“?

Werders Fischer Nick Berner hat, wie er gegenüber wirsindwerder.de berichtete, in diesem Jahr auch große Probleme damit. Die Reusen verstopfen, das Kraut bringe den Bootsmotor in Gefahr. „Es gibt ja hier in der Havel mehrere Vorkommen an Schlingpflanzen, nicht alle sind gleich schlimm. Krebsschere, Tausendblatt oder das Hornkraut – wir müssen mit so einigem Kraut klar kommen“, so die Erfahrung des Fischers. Jedoch sei der starke Bewuchs auf immer sauberer werdendes Wasser zurückzuführen. „Die Kläranlagen sorgen ja aufgrund der EU-Richtlinien dafür. Durch das klare Wasser kann die Sonne bis auf den Grund scheinen und befördert das Wachstum“, bedauert Berner. Als Nahrung für die Fische wie beispielsweise Plankton sei der unerwünscht heftige Bewuchs leider auch nicht geeignet. Höchstens als Versteck für Fische.

Würden die gewaltigen Massen der Grünplage mit einer Art Wassermähdrescher gemäht und anschließend ans Ufer gebracht, ergäbe das eine große Menge stinkende Biomasse. Das Wachstum wäre damit allerdings nicht gestoppt. Und: aus jedem abgetrennten Pflanzenabschnitt wächst eine neue Pflanze! Natürliche Fressfeinde oder andere bestandsregulierende Feinde seien ihm nicht bekannt. „Höchstens Karpfen“. Die wühlen am Boden, trüben das Wasser und das Wachstum wäre gebremst. „Trübes Wasser ist ja nicht in jedem Fall gleichbedeutend mit schlechter Wasserqualität“, verweist Nick Berner auf einen verbreiteten Trugschluss. (low)