Nathan und Enzo lernen als Austausch-Azubi im „Rittmeister“

Fachgespräche: Der Küchenchef Jacob Tracy mit den beiden französischen Auszubildenden Nathan und Enzo, die im Kemnitzer Hotel & Restaurant Rittmeister an einem Austauschprojekt teilnehmen.

Werder (Havel), 16. November 2016 – Französisch, Englisch, Deutsch – so klingt es derzeit durch den „Rittmeister“ in Kemnitz. Zwei Austausch-Azubis aus der französischen Region Burgund lernen hier für drei Wochen den Berufsalltag im 3 Sterne Superior Hotel und Restaurant kennen. Und das an einem besonderen Ort der Gastlichkeit. Denn seit 2009 und seit vorgestern erneut wurde dem Haus das Qualitätssiegel „Potsdamer Gastlichkeit“ verliehen. 

Gutes Essen gehört zur sprichwörtlichen französischen Lebensart und für den 17-jährigen Nathan zur täglichen Arbeit. Der junge Franzose, der derzeit mit einem weiteren Auszubildenden im Kemnitzer Hotel und Restaurant „Rittmeister“ als Kochlehrling in die deutsche Küche schnuppert, nimmt auf jeden Fall eine ganz besondere Erfahrung mit zurück in die Heimat. Mit Basic Textur aus dem Hause Herbstreith & Fox, deren Produktentwicklung im „Rittmeister“ auf seine Praxistauglichkeit maßgeblich begleitet wurde, hat Nathan hier bereits gekocht – eine Rotkohlsuppe. „Ich kannte das natürlich vorher nicht“, sagt Nathan, „aber es funktioniert gut“. Der Rittmeister-Küchenchef Jacob Tracy und die beiden Auszubildenden des Hauses, Jessica Ahlburg und Saskia Karrasch, haben ihm das Produkt vorgestellt. Natürlich wird er eine Probe mit nach Frankreich nehmen und es dem Küchenchef seines Ausbildungsbetriebes vorstellen.

Enzo – er lernt in Frankreich in einem Mercure-Hotel mit 80 Zimmern, fühlt sich wohl in Kemnitz. „Es ist alles familiär hier. Die kollegiale Arbeitsweise gefällt mir, es gibt hier mehr Teamarbeit“. Aber auch das Mercure in seiner Heimat hätte Vorteile. „Man kann es eigentlich schwer vergleichen, weil es doch so unterschiedlich ist“, will er sich nicht festlegen, wo es ihm besser gefällt. Die beiden Jugendlichen wohnen während des Austausches direkt im Hotel und lernen in dieser Zeit nicht nur die Küche sondern auch die Bereiche Service und Housekeeping kennen.

Die Azubis Jessica, Nathan, Saskia Enzo mit ihrer Betreuerin Carolin Friebel im Restaurant „Rittmeister“ in Kemnitz.
Die Azubis Jessica, Nathan, Saskia und Enzo mit ihrer Betreuerin Carolin Friebel im Restaurant „Rittmeister“ in Kemnitz (v.l.n.r.).

Die beiden jungen Männer sind erstmals in Deutschland und es gefällt ihnen, wie sie beide betonen, sehr gut. Natürlich haben sie bei Ausflügen, die Jessica und Saskia organisierten, beispielsweise auf Werders Insel oder zum Aussichtsturm Götzer Berge, auch das Umland kennen gelernt. Mit der ganzen Gruppe der Austauschschüler – insgesamt sind es elf – wurde auch Berlin besucht. Oft sind sie aber auch wegen der vielen neuen Eindrücke einfach nur müde. Beide – Nathan und Enzo – werden noch in diesem Jahr ihre Prüfung ablegen und damit ihre Ausbildung zum Koch beenden. Jessica und Saskia, zwei der  insgesamt sechs Auszubildenden im „Rittmeister“ und für diese drei Wochen die Partnerschüler der französischen Gäste, schließen im kommenden Jahr ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau ab.

Innerhalb des Schüleraustausches des Potsdamer Oberstufenzentrums „Johanna Just“  und dem Lycée des Métiers François Mitterrand Château-Chinon aus Frankreich werden die beiden jungen Frauen am kommenden Sonntag nach Frankreich reisen. Dann übernehmen Nathan und Enzo die Rolle der Betreuer. Auch Jessica und Saskia erhalten dann Sprachkurse, nehmen am Unterricht teil und lernen die Ausbildungsbetriebe ihrer Betreuer kennen. Ausflüge stehen natürlich auch auf dem Plan. Bereits seit 15 Jahren verbringen jährlich Schülerinnen und Schüler vom OSZ „Johanna Just“ und dem Lycée des Métiers François Mitterrand Château-Chinon aus Frankreich drei Wochen im jeweiligen Gastland. Diese langjährige Partnerschaft wurde in diesem Jahr von der IHK Potsdam mit mit dem Label „Euroapprenticeship“ gewürdigt.

Gemeinsam lernen und gemeinsam arbeiten - dann werden die Sprachbarrieren auch ganz schnell kleiner.
Gemeinsam lernen und gemeinsam arbeiten – dann werden die Sprachbarrieren auch ganz schnell kleiner.

„Der Rittmeister ist erstmals bei diesem Projekt dabei“, berichtet Carolin Friebel, im Hotel und Restaurant verantwortlich für Veranstaltungen und die Betreuung der Auszubildenden. „Es ist schon interessant, zu beobachten, wie die Kommunikation mit jedem Tag besser wurde“, lobt sie die Zusammenarbeit der Jugendlichen. „Jessica und Saskia machen das toll und sehr eigentständig“. Carolin Friebel entsendet sie dann auch gern nach Frankreich: „Wir können uns auf sie verlassen“. Ein „Loch“ reiße das nicht in die Arbeitsabläufe im „Rittmeister“. „Wir haben genug Leute. Unsere Auszubildenden unterstützten unsere Fachkräfte, sie sollen hier lernen“, betont sie. Gern würden sie sich als Ausbildungsbetrieb erneut an diesem Austausch beteiligen.

Auch der geschäftsführende Gesellschafter des „Rittmeister“, Christian Fox, lobt das Engagement der Auszubildenden und begrüßt die Idee des Austausches. „Ich freue mich, dass die französischen Auszubildenden hier bei uns sind. Alle Mitarbeiter sind sehr kollegial“. Auch wenn es in der Küche dann vielleicht noch enger wird. Von den insgesamt 34 Mitarbeitern im Haus arbeiten allein neun in der Küche. Es gibt natürlich Schichtpläne, aber wie Fox ankündigt, soll die Küche demnächst ohnehin erweitert werden. „Wir stoßen an unsere Kapazitätsgrenzen, besonders, wenn es neben dem Tagesgeschäft Veranstaltungen gibt“. Allein 2016 habe man 45 Hochzeiten ausgerichtet. „Da kommen dann noch Geburtstags- und andere kleine Feierlichkeiten dazu“, so Fox.

Von der Gastlichkeit des Hauses kann man sich täglich überzeugen, derzeit gibt es regionale Spezialitäten vom Landhof Schmergow in der traditionellen Gänse-Saison. Am 3. Advent, dem 11. Dezember 2016, wird dann der „2. Rittmeisters Weihnachtsmarkt“ geöffnet. Zwischen 14 und 19 Uhr erwarten die Gäste bei freiem Eintritt auf dem bei weihnachtlichem Ambiente auf Hofgut weihnachtliche Köstlichkeiten. Dazu gehört nicht nur leckerer Glühwein, auch das selbstgebraute Weihnachtsbier und weitere herzhafte und süße Spezialitäten gehören zu den Köstlichkeiten, die an den Ständen angeboten werden. Weihnachtliche Klänge kommen vom Ensemble Chewara, ein Kinderkarussell, eine Mal- und Bastelstation und weitere Überraschungen runden das Fest für die ganze Familie ab. An diesem Tag bleibt das Restaurant geschlossen, die Brauerei jedoch ist ab 11 Uhr geöffnet. Auch am weihnachtlichen Markttreiben der Stadt Werder (Havel) auf der Insel wird sich der „Rittmeister“ beteiligen. Wie Christian Fox ankündigt, gibt es unter anderem das selbst gebraute Weihnachtsbier sowie den eigenen Bier- und einen Spekulatiuslikör. (low)


Zum Rittmeister
Seestraße 9
14542 Werder (Havel) OT Kemnitz

Telefon: 03327 4646
www.zum-rittmeister.de
Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag 6.30 bis 22 Uhr, Frühstück 6.30 bis 10.30 Uhr, warme Küche von 11.30 bis 22 Uhr