Neue Betrugsmasche – Anruf falscher Polizisten

Die Polizei warnt aktuell vor dubiosen Telefonanrufen.

Potsdam/Brandenburg, 8. März 2018 – Aus Potsdam und der Stadt Brandenburg kommen beunruhigende Meldungen. In beiden Städten gibt es vermehrt Fälle, bei denen Betrüger mit einer neuen Masche versuchen, an das Geld der Opfer zu kommen.

Am Mittwoch meldeten sich laut einer Mitteilung der Polizei in Potsdam insgesamt sechs Geschädigte aus dem Bereich Babelsberg bei der Polizei und teilten mit, dass sie einen Telefonanruf von einem angeblichen Polizeibeamten erhalten hätten, der sie nach Bargeld und Schmuck ausfragte. In allen Fällen blieb es jedoch beim Ausfragen. Die Angerufenen reagierten richtig, beendeten das Gespräch und informierten die Polizei.

Am Dienstag meldete sich eine 75-jährige Geschädigte aus der Stadt Brandenburg bei der Polizei und meldete diesen Trickbetrug. Mitten in der Nacht hätte sich ein angeblicher Polizeikommissar telefonisch bei ihr gemeldet. Der angebliche Ermittler sagte der Geschädigten, dass Polizisten nach einer Festnahme einen Zettel mit ihrem Namen, ihrer Telefonnummer und Anschrift gefunden hätten. Die Trickbetrüger schafften es, die Dame von ihrer Seriosität zu überzeugen und verwickelten sie weiter ins Gespräch, in dem sie unter anderen nach Schmuck und Bargeld fragten.

Sie überzeugten die Frau, dass sie ihr Bargeld mit den Polizeidatenbank abgleichen müsse, da sich unter den Scheinen auch markierte Scheine befinden könnten, die nun kriminaltechnisch untersucht werden müssten. Es würde umgehend ein Ermittler vorbeigeschickt, der das Geld für die Spurensicherung sicherstellen würde. Gegen 3 Uhr in der Nacht kam dann ein Mann zur ihr nach Hause, dem sie das Geld – mehrere Tausend Euro – dann übergab.

Außerdem wurden der Polizei ebenfalls am Dienstag zwei weitere Versuche gemeldet, bei denen die Täter mit gleicher Vorgehensweise versucht hatten, Geld zu erbeuten. In beiden Fällen gelang es den Tätern aber nicht, da die Leute alles richtig machten. Sie beendeten das Gespräch und fragte zunächst bei ihrer zuständigen Polizei nach, ob hier alles mit rechten Dingen zugehen würde.

Besonders verwerflich an dieser Betrugsmasche ist, dass sich die Täter als Polizisten ausgeben, um sich durch die vermeintliche Seriosität das Vertrauen zu erschleichen. Auch die angezeigte Nummer – jeweils die entsprechende Vorwahl der Stadt und dann die 110 – ließ sie nicht zweifeln, dass wirklich die Polizei anrufen würde.

Die Polizei rät dringend, sich niemals auf solche oder ähnliche dubiose Geldforderungen, von wem auch immer und unter welchem Vorwand auch immer, einzulassen. Die Polizei fordert Bürger niemals am Telefon auf, ihre finanzielle Situation zu schildern oder Geldverstecke zu verraten.

„Im Zweifelsfall beenden Sie das Telefonat! … und rufen Sie anschließend Ihre örtliche Polizeidienststelle unter der öffentlich bekannten oder im Telefonbuch eingetragen Telefonnummer an“, so die Polizei. (wsw)


 Verhaltensweisen im Überblick:

  • Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen. Geben Sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis
  • Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen und unter Druck setzen. Vereinbaren Sie einen späteren Gesprächstermin, damit Sie in der Zwischenzeit die Angaben z.B. durch einen Anruf bei Ihren Verwandten oder einem Rückruf bei der örtlichen Polizei überprüfen können.
  • Rufen Sie die Polizei zurück. Verwenden Sie dazu die öffentlich bekannte Telefonnummer – ABER NICHT die Nummer, die die Anruferin oder der Anrufer Ihnen möglicherweise gegeben hat oder die auf dem Display angezeigt wurde!
  • Notieren Sie sich die eventuell auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Nummer des Anrufers
  • Bevor Sie jemanden ihr Geld geben wollen: Besprechen Sie die Angelegenheit mit einer Person Ihres Vertrauens. Wenn Ihnen die Sache „nicht geheuer ist“, informieren Sie bitte ihre örtliche Polizeidienststelle
  • Übergeben Sie kein Geld an Personen, die Ihnen nicht persönlich bekannt sind AUCH NICHT DER POLIZEI!
  • Haben sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren Sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei. Sie erreichen sie unter der Nummer 110