Neuer Bildungscampus soll in Glindow entstehen

Werder (Havel), 1. November 2016 – Die Hoffbauer-Stiftung erwägt mit Unterstützung der Stadt Werder (Havel) und des Landkreises Potsdam-Mittelmark die Errichtung eines Bildungscampus‘ in Glindow mit Kita, Grundschule, Sek I und Sek II, wie die Stadt heute in einer Pressemitteilung mitteilte.

In dem Interview „Prioritäten bei Kitas und Schulen“ mit wirsindwerder.de hatte Christian Große, 1. Beigeordneter der Stadt Werder (Havel), bereits 2015 von vorbereitenden Gesprächen berichtet, die seinerzeit schon fast ein Jahr liefen. Er behielt sich damals vor, weder den Partner noch den künftigen Campus-Standort zu benennen. Nun soll die Hoffbauer-Stiftung in Glindow bauen.

„Für die wachsende Stadt Werder mit ihren Ortsteilen zeichnet sich seit Längerem eine Unterversorgung in dem Bereich ab“, so Bürgermeisterin Manuela Saß. Sie begrüßt, dass sich die Hoffbauer-Stiftung in der Stadt engagieren will. Der neue Bildungscampus werde dringend gebraucht.

Die kommunalen Kitas seien ausgelastet, der Betrieb könne durchweg nur mit Ausnahmegenehmigungen aufrecht erhalten werden, die Inselkita der Hoffbauerstiftung müsse mittelfristig wegen Brandschutzproblemen schließen. Die Grundschulen arbeiteten durchweg an der Kapazitätsgrenze. Sie könnten die neuen Schüler bei maximalen Klassenstärken und maximaler Zügigkeit zwar in den kommenden Jahren womöglich noch knapp aufnehmen. „Der ständige Betrieb am Limit geht auf Dauer aber zulasten der Qualität“, so die Bürgermeisterin. Aktuelle Baugebiete seien in die Berechnung zudem noch gar nicht eingeflossen.

Ähnlich sehe es in der Sekundarstufe aus. In den nächsten Schuljahren blieben im Schnitt 70 Schüler, die nicht in Werder (Havel) beschult werden könnten. „Aus Sicht einer Stadt, die attraktiv bleiben und eine vielfältige Bildungslandschaft bieten will, ist eine Beschulung in Ortsnähe wünschenswert“, so Manuela Saß. Die Stadt Werder (Havel) habe im ländlichen Raum zudem auch eine Ankerfunktion für umliegende Gemeinden.

Die Pläne der Hoffbauer-Stiftung mit der Stadt Werder (Havel) sehen vor, auf einem gut drei Hektar großen Grundstück in der Nähe der Glindower Tankstelle einen Bildungscampus mit Kita, Grundschule, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II zu errichten. Der Entwurf einer entsprechenden Absichtserklärung soll den Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Gesamtkosten werden in einer Kostensimulation mit etwa 31 Millionen Euro angegeben.

In der Absichtserklärung verpflichtet sich die Stadt, für das betreffende Grundstück ein Bauleitverfahren zu führen. Die Kita mit 120 Plätzen würde von der Stiftung errichtet werden, die Stadt würde die Mietkosten für die Einrichtung zahlen. An den Baukosten der Grundschule mit 300 Schülern würde sich die Stadt mit 40 Prozent beteiligen, an Baukosten der Sportanlagen mit Sporthalle und Mensa mit 20 Prozent. Zudem würde die Stadt in den ersten beiden Jahren des Schulbetriebs die Hälfte der laufenden Kosten übernehmen.

„Wir sind mit dem Landkreis im Gespräch, um die notwendigen Schritte auch zum Bau einer Gesamtschule oder eines Gymnasiums mit 525 Schülern auf dem Gelände einzuleiten“, so Werders 1. Beigeordneter Christian Große, der für die für das Projekt zuständigen Rathaus-Fachbereiche 3 und 4 verantwortlich zeichnet.  „Wir wünschen uns, dass die gute Kooperation des Landkreises mit der Hoffbauerstiftung im Teltower Raum beim Thema Schulen auch in Werder (Havel) Früchte tragen kann.“

Klar sei nach jetzigem Stand, dass nicht alles auf einmal gebaut werden wird, sagt Christian Große. Die Umsetzung des Projekts sei in einem Zeitfenster von mindestens fünf Jahren geplant.

Ob die in der Absichtserklärung genannten ehrgeizigeren Ziele gehalten werden können, sei offen. „Fest steht derzeit: Zuerst soll die Kita, dann die Grundschule, dann die  Sporthalle und dann die Neubauten für die Sekundarstufen I und II gebaut werden“, so Christian Große. Auch bei der Kostensimulation handele es sich um ein Arbeitspapier. An den Details werde noch gearbeitet. Eine Kalkulation mit weitergehenden Aussagen soll zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 15. Dezember vorliegen. (red)