Obstbaumpflanzungen auf der Glindower Platte zum Jahresabschluss

Werder (Havel), 6. Dezember 2016 – Die Havelfrucht GmbH hat zum Jahresende eine 28 Fußballfelder große Fläche auf der Glindower Platte mit Apfel- und Pflaumenbäumen bepflanzt. Werders Bürgermeisterin Manuela Saß hat das Unternehmen aus diesem Anlass unlängst besucht und die Aktivitäten eines der größten Obstanbaubetriebe im Werderaner Havelland gewürdigt. Die Havelfrucht GmbH sei mit 65 Vollzeit-Beschäftigten und rund 500 Saisonkräften nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber der Stadt Werder (Havel). „Das Unternehmen leistet auch einen erheblichen Beitrag, die havelländische Kulturlandschaft mit dem Obstbau zu erhalten.“

Thomas Giese, Gerrit van Schoonhoven, Manuela Saß, Havelfrucht-Berater Sigmar Wilhelm und Walter Kassin, Vorsitzender des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins. (v.l.). Foto: hkl
Thomas Giese, Gerrit van Schoonhoven, Manuela Saß, Havelfrucht-Berater Sigmar Wilhelm und Walter Kassin, Vorsitzender des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins. (v.l.). Foto: hkl

Sie sei froh, dass neben den vielen kleinen und traditionsreichen Obsthöfen, die ihre Erzeugnisse in Hofläden und auf Märkten in Berlin und Brandenburg verkaufen, auch große Unternehmen wie die Havelfrucht GmbH in Werder (Havel) tätig sind, mit denen die Erzeugnisse der Obstanbauregion in die Supermärkte gelangten, so Manuela Saß. „Alle zusammen sorgen dafür, dass Werder seinen Ruf als Obstgarten Berlins behält und eine wirkliche Blütenstadt bleibt.“ Durch die laufende Erneuerung der Obstplantagen könnten die Gäste des Baumblütenfestes auch in Zukunft eine blühende Obstflur in Werder (Havel) vorfinden.

Die Havelfrucht GmbH ist 2001 als Partnerin der Werder Frucht Vermarktungsgesellschaft gegründet worden und ging im Jahr darauf mit 50 Hektar Obstneupflanzungen an den Start. Mittlerweile wird auf einer Fläche von 135,7 Hektar Obst angebaut, 62,5 Hektar davon Äpfel, 31 Hektar Süßkirschen, 30,8 Hektar Sanddorn, 8,2 Hektar Pflaumen und 3,2 Hektar Birnen. Hinzu kommen weitere Gewächshaus- und Landwirtschaftsflächen im Umfang von 434,4 Hektar. Im vorigen Jahr wurde die Obstpackstation in Glindow von Werder Frucht GmbH übernommen mit dem Ziel, die Wertschöpfung der Havelfrucht GmbH weiter zu erhöhen.

Man investiere erhebliche Summen in Obst-Neupflanzungen – nicht nur, um veraltete Obstanlagen zu erneuern, sondern auch um zu expandieren, so Havelfrucht-Geschäftsführer Thomas Giese. So wurden in diesem Jahr neben acht Hektar neuer Apfelplantage auch eine Fläche von 12 Hektar mit Pflaumenbäumen gepflanzt. Im kommenden Jahr soll die Sanddornfläche um 6 Hektar erweitert werden und im Jahr 2018 die Apfelanbaufläche um 12 Hektar. Außerdem sind im kommenden Jahr Investitionen in die Vermarktungshalle (in die Sanddornaufbereitung) geplant. Zudem sollen drei Apfelerntemaschinen angeschafft werden. Erntehelfer würden zwar weiter benötigt, so Thomas Giese. Der Ernteprozess könne mit den Maschinen aber vereinfacht und beschleunigt werden.

Für eine Auslastung solcher Technik und eine gut funktionierende Unternehmensstruktur soll die Obstanbaufläche bis zum Jahr 2020 auf rund 200 Hektar erhöht werden. Die Anpflanzung neuer Obstbäume lässt sich das Unternehmen einiges kosten, so Gerrit van Schoonhoven, Inhaber der Werder Frucht GmbH, die zu seiner Schoonhoven-Gruppe gehört. Ganz bewusst würden Erträge der Werder Frucht GmbH genutzt, um die Havelfrucht GmbH in Glindow zu einem bedeutenden regionalen Obsterzeuger auszubauen.

Der Bedarf des Einzelhandels an heimischem Obst und Gemüse sei groß, mit den Investitionen könne man den Bedürfnissen der Kunden begegnen, regionale Wertschöpfungsketten fördern, Arbeitsplätze sichern und zugleich dabei helfen, den Charakter der Obstanbauregion zu wahren.  „Wir verstehen uns dabei nicht als Konkurrenten der Direktvermarkter“, betont Gerrit van Schoonhoven. Für die „richtige Mischung“ auf der Glindower Platte und die Gäste des Obstpanoramawegs sei es wichtig, dass große und kleine Obsthöfe nebeneinander bestehen können.

Bürgermeisterin Saß betonte  abschließend, dass die Stadt die Aktivitäten der Obstanbaubetriebe nach Kräften unterstütze, ob als Beteiligter der Flurneuordnung oder der Bauchwasserversorgung. (red)