Prostatakrebs: Über Früherkennung informieren

Potsdam, 15. September 2017 – Zum heutigen Europäischen Prostata-Tag ruft Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt dazu auf, sich über Krebs-Früherkennungsuntersuchungen zu informieren: „Krebs darf nicht tabuisiert werden. Es wäre falsch, aus Scham oder Angst Früherkennungen nicht wahrzunehmen. Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, umso höher sind die Heilungschancen. Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Jährlich erkranken daran rund 1.850 Brandenburger. Deswegen ist es wichtig, dass Männer sich über die Erkrankung informieren und sich bei Fragen an ihren Arzt wenden. Ab einem Alter von 45 Jahren können sie jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata in Anspruch nehmen. Sie gehört zur gesetzlichen Früherkennung und ist kostenfrei.“

Gesundheitsstaatssekretärin Hartwig-Tiedt weiter: „Für viele Frauen ist es heute selbstverständlich, regelmäßig zum Beispiel die Brustkrebs-Früherkennung zu nutzen. Das ist vorbildlich. Und genauso selbstverständlich sollte es für Männer sein, zur Prostata-Früherkennung zu gehen. Früh erkannt, bestehen bei Prostatakrebs gute Behandlungs- und Überlebenschancen. Deshalb wollen wir Männer dafür sensibilisieren, regelmäßig zur Früherkennung zu gehen und bei Beschwerden oder einem Verdacht auf Erkrankungen der Prostata frühzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Europäische Prostata-Tag bietet einen guten Anlass, sich über das lebenswichtige Thema zu informieren.“

Laut der aktuellen Statistik des Gemeinsamen Krebsregisters (GKR) der ostdeutschen Länder ist Prostatakrebs mit 21 Prozent aller Krebserkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Brandenburg. An Prostatakrebs versterben pro Jahr durchschnittlich 450 Männer in Brandenburg. Nach Lungen- und Darmkrebs ist er mit zehn Prozent aller Krebstodesfälle die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache.

Im Jahr 2005 haben Urologen- und Patientenverbände den 15. September zum Europäischen Prostata-Tag erklärt. Ziel ist es, die Öffentlichkeit über Möglichkeiten der Früherkennung von Erkrankungen der Prostata und ihre Behandlungsmethoden, Therapiemöglichkeiten und Heilungschancen zu informieren. (red)


Das Gemeinsame Krebsregister (GKR) der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen ist das bevölkerungsbezogene Krebsregister für die neuen Bundesländer und Berlin. Hauptaufgabe ist die Registrierung aller im Einzugsgebiet auftretenden Krebsneuerkrankungen und deren statistische Auswertung. Das GKR hat seinen Sitz in Berlin.

Das Gemeinsame Krebsregister der neuen Bundesländer und Berlins (GKR) informieren anlässlich des Tages über aktuelle Daten zu Prostatakrebs in Brandenburg

Mit 21 Prozent aller Krebserkrankungen ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Jährlich erkranken daran ungefähr 1.850 Brandenburger (Durchschnitt der Jahre 2013 und 2014).

An Prostatakrebs versterben pro Jahr durchschnittlich 450 Männer in Brandenburg. Nach Lungen- und Darmkrebs ist er mit 10 Prozent aller Krebstodesfälle die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache.

Wie fast alle Tumorleiden ist Prostatakrebs vorwiegend eine Erkrankung des höheren Alters. So sind mehr als die Hälfe aller Erkrankten zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 70 Jahre. Nur ein Prozent der Prostatatumoren tritt bei Männern unter 50 Jahren auf.

Früh erkannt, bestehen bei Prostatakrebs gute Behandlungs- und Überlebenschancen. Bei einer Diagnose in einem frühen Stadium (Stadium I, II oder III) liegt in Ostdeutschland die relative 10-Jahre-Überlebensrate bei annähernd 100 Prozent. Das bedeutet, dass Prostatakrebspatienten mit diesen Stadien in den ersten zehn Jahren nach der Diagnose fast so gute Überlebenschancen haben wie die Allgemeinbevölkerung. Wird der Krebs erst im Spätstadium IV erkannt, in dem der Tumor bereits Metastasen in benachbarten Lymphknoten oder anderem Gewebe gebildet hat, verstirbt bereits ein Viertel aller Prostatakrebspatienten in den ersten beiden Jahren nach Diagnose an ihrer Erkrankung.

Durch die gute Prognose nimmt die Zahl der mit Prostatakrebs lebenden Menschen weiter zu. Ende des Jahres 2014 lebten in Brandenburg 16.200 Männer, die in den vergangenen zehn Jahren die Diagnose Prostatakrebs erhielten. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen waren es 11.700 Männer. Das sind ungefähr 6 Prozent aller Männer dieser Altersgruppe.

Daten zu den häufigsten Krebserkrankungen in Brandenburg können Sie den Landesdatenblättern auf der Internetseite www.krebsregister.berlin.de entnehmen.

 

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