Ratgeber Tiere (4): Zecken & Co.

Zeckenzeit. Wir haben Tipps, wie man seinen vierbeinigen Liebling schützen kann.
Zeckenzeit. Wir sagen, wie man seinen vierbeinigen Liebling schützen kann.

Frühlingszeit, die Sonne scheint – doch mit den steigenden Temperaturen werden die Zecken zum Problem. Nach jedem Spaziergang müssen unsere Tiere nach den kleinen blutsaugenden „Vampiren“ abgesucht werden, denn Zecken können auch beim Menschen gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis verursachen. Borreliose ist eine Krankheit, die zum Beispiel Lähmungen der Glieder und Gelenkentzündungen hervorrufen kann. Doch es gibt verschiedene vorbeugende Maßnahmen, die verhindern, dass Zecken für unser Tier oder für uns gefährlich werden können. Nicht nur Hunde, auch Katzen und Kaninchen können übrigens von Flöhen und Zecken befallen werden.

Zeckenprophylaxe

Verschiedenste Präparate sind auf dem Markt – nicht alle sind für alle Tiere geeignet, die Dauer der Wirksamkeit ist oft unterschiedlich. Deshalb ist es immer ratsam, den Tierarzt zu befragen.
Wir haben Dr. Inga Vetrella-Paare, Fachtierärztin für Klein- und Heimtiere und Augenspezialistin mit Praxissitz in den Havelauen interviewt, welche Präparate sie empfiehlt: „Für Hunde gibt es verschiedene Präparate: Ampullen, die ins Fell geträufelt werden (Spot-on Präparate), Halsbänder oder Tabletten. Zur Zeit sind die Tabletten meine Favoriten, da sie gut zu verabreichen sind und nur wenige Nebenwirkungen haben. Ampullen haben auch eine gute Wirkung, aber sind bei Hunden, die gern baden, nur dann anzuwenden, wenn man diese eine bestimmte Zeit vor und nach der Anwendung nicht ins Wasser lässt.“

Zecken- Nervige kleine Biester.
Zecken- Nervige kleine Biester.

Von einer Borreliose-Impfung für den Hund rät sie jedoch ab: „Die Gefahr für Hunde, an Borreliose zu erkranken, wird manchmal überschätzt. Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass viele Hunde dagegen bereits resistent sind. Die Besitzer sollten das Fell trotzdem auf Zecken untersuchen und sie vorsichtig abnehmen, weil Krankheitserreger oft erst nach Stunden übertragen werden. Ich persönlich empfehle die Impfung gegen Borreliose nicht.“
Jedoch ist die Zeckenprophylaxe wichtig, wie sie betont, denn „Es gibt auch andere von Zecken übertragene Krankheiten, die eine Bedeutung für den Hund haben: Anaplasmose, Babesiose, Erlichiose, Hepatozoonose. Um das Tier zu schützen, soll man eine Zeckenprophylaxe durchführen.“ Und in der Regel haben Produkte, die gegen Zecken helfen, auch eine Wirkung gegen Flöhe. Die können zwar keine Borreliose übertragen, könnten aber Allergien verursachen. Und wie beim Menschen sind Allergien auch beim Hund überaus unangenehm und sollten behandelt werden. Um eine Flohbissallergie zu verhindern, sollte man eine gute Flohprophylaxe durchführen.

Flöhe

Flöhe nerven Hund und Mensch – sie sollten immer bekämpft werden, ob der Hund nun allergisch ist oder nicht. Auch dabei kann der Tierarzt helfen, denn er kennt wirksame Parasitenmittel. Bei Allergien empfiehlt der Tierarzt gute Badezusätze oder Shampoos. Sind bereits aufgekratzte Stellen zu sehen, müssen die schnell behandelt werden, um eine Infektion zu vermeiden.
Bei Flohbefall und auch zur Vorsorge müssen Decken, Tücher und Schlafplätze gründlich gereinigt werden.

Stimmt es, dass Flöhe auch Bandwürmer auf Hunde und Katzen übertragen können, die dann auch auf Menschen übertragen werden? – Dr. Vetrella-Paare: „Ja, und zwar Diplylidium caninum (Gurkenförmiger Bandwurm). Gelegentlich tritt dieser Bandwurm auch bei Katzen auf. Diese können dann in der Tat auch auf Menschen übertragen werden.“ Übrigens sind Katzen entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht von Natur aus gegen die Borreliose-Bakterien immun, wie Dr. Vetrella-Paare betont: „Zecken können auch auf Katzen Borrelien und andere Bakterien übertragen, diese haben aber in der Regel keine klinische Bedeutung.“

Wie kann man Zecken bei Katzen vorbeugen? „Auch bei Katzen wie beim Hund sollte eine Zeckenprophylaxe durchgeführt werden. Zecken und Flohprophylaxe sind meistens in einem einzigen Präparat enthalten. Leider gibt es für Katzen nur Ampullen oder Halsbänder. Von Halsbändern rate ich persönlich aber ab, da Katzen sich während ihrer Streifzüge damit irgendwo verfangen können. Leider reißen die Halsbänder dann nicht immer ab.“

 

Pflanzen und Giftköder

Thuja, Narzisse, Primeln, Efeu, Farne, Oleander oder Maiglöckchen – wir Menschen erfreuen uns an der blühenden Natur – für neugierige Hunde und auch Katzen können diese oder andere Pflanzen zur Gefahr werden.  „Es gibt viele Pflanzen, die, wenn sie aufgenommen werden, Vergiftungserscheinungen verursachen: vom leichten Erbrechen über Juckreiz bis zum Tod. Es ist wichtig, dass man bei Verdacht immer gleich einen Tierarzt aufsucht“, sagt Dr. Vetrella-Paare.

Noch schlimmer wird es, wenn der vierbeinige Freund einen Gift-Köder gefressen hat. „Es gibt viele Gift-Sorten, die für Hunde gefährlich sein können: Rattengift verursacht eine Reaktion erst nach frühestens zwei Tagen. Der Wirkstoff wird erst von der Leber umwandelt und wirkt dann“, klärt die Tierärztin auf. Wer die Möglichkeit hat, kann dann Erbrochenes, Kot oder Reste des Giftköders mit zum Tierarzt nehmen, denn „Es ist immer hilfreich zu wissen, welche Giftstoffe das Tier aufgenommen hat. Für viele gibt es dann einen Gegengift“. Und die grundsätzliche Mahnung der Tierärztin lautet: „Es ist wichtig, dass man bei einem Vergiftungsverdacht immer zu Tierarzt geht. Bitte keine Hausmittelchen anwenden, bei manchen Vergiftungen kann man damit die Situation sogar verschlechtern.“

 

Wir wünschen beste Gesundheit für Ihr Tier und bedanken uns bei Frau Dr. Inga Vetrella-Paare, die uns wie immer bei unserem Tier-Ratgeber mit ihrem Fachwissen hilfreich zur Seite stand.