Ich und mein Garten: Januar

Kaum ist der Schnee wieder geschmolzen, blicke ich sehnsüchtig aus dem Fenster in den Garten. Ach, die Gießkanne habe ich am Hochbeet vergessen, da hatte ich es wohl mal wieder besonders eilig. Aber das Eis darin ist inzwischen auch wieder zu Wasser geworden. Ja, es könnte schon wieder losgehen – natürlich habe ich schon flotte neue Gartenhandschuhe gekauft, Petersiliensamen auch. Ich weiß, es wird nochmal richtig kalt. Aber bevor es im Frühling wirklich losgehen kann, gibt es in den kommenden Wochen noch andere Arbeiten zu erledigen.

Also lege ich los: Die Gießkanne wird weggeräumt. Und da stehe ich im Schuppen schon vor einer großen Herausforderung. Ich besitze ja mehrere Gießkannen und sehe im Schuppen in jeder Ecke eine oder mehrere. Bei einem Tee am Küchentisch wird die neue Ordnung im Schuppen mit kleinen Umbauten und neuen Regalen durchgeplant und später durchgeführt. Gerümpel von der Sorte „vielleicht brauche ich das nochmal“ räume ich konsequent raus. Sperrmüll kann man hier anmelden, eine Tour zum Wertstoffhof Werder in der Hans-Grade-Straße 1 ist dienstags bis freitags von 8.30 bis 17 Uhr und samstags von 8.30 bis 12 Uhr möglich.

Spaten, Schuffel, Schaufeln – alle Gartengeräte werden inspiziert, gereinigt und wenn nötig geschärft oder repariert. Dabei findet sich im Schuppen auch das Körbchen mit dem restlichen Saatgut aus dem vergangenen Jahr an – wie immer habe ich einfach viel zu viel gekauft. Aber mit einer kleinen Keimprobe auf dem Fensterbrett lässt sich leicht feststellen, was davon noch brauchbar ist. Dafür nehme ich eine kleine, möglichst flache Schale, lege zwei angefeuchtete Lagen von der Küchenrolle hinein, streue ein paar Samen drauf und decke das Ganze mit Klarsichtfolie ab. Nun noch abdunkeln und fertig. Nach ein paar Tagen und wenn man alles schön feucht hält, wird klar, welches Saatgut noch einwandfrei ist.

Zurück im Schuppen werden Blumentöpfe, Kübel und Kästen gesichtet. Ein Punkt für mich: Im Herbst habe ich es tatsächlich geschafft, alle Töpfe und Kübel vor dem Einräumen auf dem Hof zu waschen. Kaputte Tontöpfe werden in einen Jutesack gesteckt und mit dem Hammer noch stärker zerkleinert. Sie dienen dann als Unterschicht in den Kübeln, um Staunässe zu vermeiden.

Das sieht vielleicht nicht so hübsch aus, ist aber wichtig: Im Garten liegen noch ein paar Haufen mit altem Laub und Geäst, das hatte ich im Herbst nach dem Harken nicht weggeräumt, um sie als Überwinterungshilfe für Igel anzubieten. Außerdem ist Laub ja kein Abfall! In und unter den Haufen wohnen viele Klein- und Kleinstlebewesen, die wiederum für die Belebung des Bodens sorgen.

Zurück an den Küchentisch und bei der nächsten Tasse Tee versuche ich, meine Planungen für den Garten zu verfeinern. Ich weiß im Voraus, dass ich auch mit dem besten Zeitmanagement nicht alles schaffe, aber ein grober Plan oder eine Zeichnung, was wo wachsen soll, schadet nicht. Zudem kann ich die Erfahrungen der vergangenen Jahre nutzen, Standorte optimieren oder neue finden. Nebenbei prüfe ich, ob die Oleander und die Palme in ihrem Winterquartier nicht zu trocken sind. Gedüngt wird natürlich noch nicht, das Wasser darf nicht eiskalt sein.

Sehnsüchtig stehe ich dann draußen bei den Forsythien, die blühen natürlich noch nicht. Aber für mich sind sie ein Zeitmesser: Wenn die blühen, dann dürfen die Rosen nach dem Herbstschnitt ihren alljährlichen Radikalschnitt bekommen. Aber ein paar Zweige von den Forsythien schneide ich ab – die bekommt man im Haus schon zur Blüte. Und wie wohl alle Menschen sehne ich mich nach den Frühblühern – Zaubernuss, Winterlinge, Schneeglöckchen und dann die Krokusse, die Tulpen … noch fehlt es an Farbe im Revier.

Dann kümmere ich mich eben um die Dipladenie. Mein Lieblingsdurchblüher und Verwandter des Oleander steht auch noch im Winterquartier, möchte jetzt aber schon ein wenig mehr Licht. Geschnitten wird Anfang Februar bis März. Je später der Schnitt, desto später die Blüte! Wie bei den meisten Schnitten lautet die Grundregel: Keine Angst! Auch das im Sommer so farbenprächtige Wandelröschen im Winterquartier kommt mit ins Helle. Ausgetrocknet ist es nicht – sehr gut. Das werde ich erst dann kräftig schneiden, wenn der Austrieb beginnt.

Im Januar können auch die schon Obstbäume geschnitten werden, der Kompost darf umgesetzt werden. Und – immer frostfreie Tage vorausgesetzt – ist jetzt höchste Zeit, Kompost auf den Beeten zu verteilen. Und da ich genau weiß, wo er steht, versuche ich (mal wieder) den Kampf gegen den Giersch aufzunehmen. Dieses lästige Unkraut hat den Ruf, dass man es nie wieder los wird. Aber halt, bei der Recherche stoße ich auf Informationen, die besagen, dass der Giersch Heilkräfte besitzt, um Gicht und Rheuma zu behandeln! Das muss ich mir dann doch nochmal überlegen, ob ich anfange zu buddeln.

Ich bin keine richtige Gärtnerin und für Tipps immer sehr dankbar! Welche Arbeiten fehlen noch? Was machen Sie im Januar in Ihrem Garten? Schreiben Sie uns, teilen Sie Ihre Erfahrungen mit unseren Lesern und Leserinnen!

Und hier bei uns auf unserem Stadtportal wirsindwerder.de/heim-garten gibt es natürlich auch jede Menge Informationen und Service für alle Interessierten: Ob für den heimischen Garten oder Balkon, das Haus oder die Wohnung, hier findet man alles rund ums Thema Heim & Garten.

(EF)

Übrigens …
Als „Pflanze des Jahres“ 2016 ist das hübsche einjährige Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) gekürt worden! Nicht verwunderlich, denn die beliebte Sommerblume blüht unermüdlich von Ende Juni bis in den Oktober hinein mit zarten, offenen Schalenblüten, die meist weiß, rosa oder purpurfarben sind.
Jetzt gibt es eine spannende Neuzüchtung mit zartgelben Blüten: Sie machen die Sorte ‚Xanthos‘ zu einer Besonderheit unter den Schmuckkörbchen. Den ganzen Sommer bildet sie immer neue, ungefüllte hellgelbe Blüten mit einem Durchmesser von etwa sechs Zentimetern. Zahlreiche Bienen, Hummeln und andere Insekten sammeln hier Nektar und Pollen. Aufgrund seiner bemerkenswerten Qualität wurde `Xanthos´ mit der begehrten Fleuroselect Goldmedaille ausgezeichnet.
Die kompakten, gut verzweigten Pflanzen werden etwa 60 cm hoch und sind sehr standfest. Dadurch wächst diese Sorte nicht nur gut in Beeten, sondern eignet sich auch für die Kultur im Kübel. Lassen Sie also nicht nur Ihren Garten, sondern auch Balkon oder Terrasse in warmen Gelbtönen erstrahlen!

Schmuckkörbchen können ab Anfang April im Haus vorgezogen werden. Bedecken Sie die Samen mit 0,5 – 1 cm Erde und halten Sie sie feucht. Nach dem Aufgang brauchen die Sämlinge viel Licht, damit sie kompakt wachsen. Nach etwa drei Wochen die Jungpflanzen ins Beet pflanzen. Wenn die Witterung es zulässt, können Schmuckkörbchen ab Anfang Mai auch direkt ins Beet gesät werden. Wählen Sie einen Standort mit eher magerem Boden. Auf nährstoffreichen Böden bilden Schmuckkörbchen viel Laub, blühen aber erst sehr spät und bilden nur wenige Blüten.
Sie lieben Sonne, gedeihen aber auch im Halbschatten.
Das Kiepenkerl-Saatgut erhalten Sie im Gartenfachhandel. Weitere Informationen finden Sie unter www.nebelung.de. (akz-o)