Regionalität ist Trumpf

Gruppenbild mit Königin und Bachus.

Ein vorfrühlingshafter, sonniger Tag in Werder – und so machte sich gestern eine gutgelaunte Presserunde auf den Weg zum Galgenberg. Schöne Auszeichnungen und Prämierungen haben hiesige Unternehmen erhalten und  Landrat Wolfgang Blasig hatte zu einem Termin eingeladen, um sich bei den ausgezeichneten Unternehmen für das Engagement und die Fachkompetenz in Verbindung mit Kreativität zu bedanken.

Die Schuffelgärten

Beim Stopp an den Schuffelgärten nutzte Walter Kassin, der Vorsitzende des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins, die Gelegenheit, dem Landrat und seinen Gästen die nach historischem Vorbild angelegten Etagengärten zu erläutern. Hier wird seit drei Jahren auf vier Parzellen im märkischen Sand nicht nur geschuffelt, hier mühen sich die Pächter ausschließlich manuell und nach alten Traditionen um den Obstanbau. Die meisten Bäumchen sind noch recht klein – aber in ein paar Wochen wird es hier auch schön blühen.

Das Besucherzentrum

Noch vor den Schuffelgärten und dem Aufgang zum Weinberg steht das ehemalige Lindowsche Anwesen am Plantagenplatz. Werders 1. Beigeordneter Christian Große berichtete vom Fortgang der Planungen für den Um- und Ausbau des Gebäudekomplexes zum Besucherzentrum. Immerhin 1,5 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Über das ehrgeizige Projekt hatte er wirsindwerder.de bereits in einem Interview Auskunft gegeben. Die Baugenehmigung hofft Große noch in diesem Jahr zu bekommen, um zügig mit der Sanierung des geschichtsträchtigen Einzeldenkmals beginnen zu können. Dass die Touristeninformation im alten Gefängnis auf der Insel zu klein ist, sei bekannt.

Die Weinberge

Auf dem Weg zu den Rebstöcken in der ältesten Weinbergslage der Stadt Werder erläuterte Katharina Lindicke am Fuße des Galgenberges an einem Hinweisschild die Lage der vier Weinberge auf 10,4 Hektar in unserer Stadt. Am 11. und 12. Juni 2016 sind die Weinberge mit einem „Tag der offenen Weinberge“ übrigens auch Bestandteil der 22. Brandenburger Landpartie.

Oben auf dem Weinberg hatte die Gesellschaft bei blauem Himmel einen schönen Rundumblick, denn an den Weinstöcken gibt es der Jahreszeit entsprechend nicht so viel zu sehen. Doch Katharina Lindicke vom Weinverein konnte über den Weinanbau in Werder allgemein und schöne Erfolge aktuell berichten: alle Rebstöcke sind vermietet, die Erträge machen äußerst zufrieden. Im Herbst 2015 wurde erstmals der Wein Pinotin vom Galgenberg abgefüllt. Weiterhin stehen dort Muscaris-, Cabernet Blanc- und Vb 6-04-Rebstöcke. Vb 6-04 – ein merkwürdiger Name für einen Wein? Stimmt. Die Rebsorte entstand aus einer Kreuzung von Sauvignon und Riesling mit Resistenzpartnern, sie gehört zu der neueren, sogenannten „CAL“-Serie des Schweizer Züchters Valentin Plattner. Diese Reben sollen besonders widerstandsfähig gegen Pilze sein, die Winzer benötigen dann weniger Spritzmittel.

Der Marketingpreis

Zur Förderung innovativer Produktentwicklungen und Vermarktungskonzepte im ländlichen Raum lobte pro agro, der Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V., zur Internationalen Grünen Woche Berlin 2016 den Wettbewerb um den 17. pro agro-Marketingpreis 2016 – „Neues aus Brandenburg“ in den drei Kategorien Ernährungswirtschaft, Direktvermarktung sowie Land- und Naturtourismus aus. Zusätzlich wurde auch in diesem Jahr in der Kategorie Ernährungswirtschaft der EDEKA-Regionalpreis verliehen.

42 Bewerbungen aus den Kategorien Ernährungswirtschaft (18), Direktvermarktung (9) sowie Land- und Naturtourismus (15) wurden in diesem Jahr von einer kompetenten Fachjury begutachtet und bewertet.
Ausgezeichnet wurden neue Ideen und attraktive touristische Programme, gute Produkte und regionale Spezialitäten. Im Restaurant „Zum Scharfrichter“ bedankte sich der Landrat bei fünf ausgezeichneten Unternehmern. „Diese Erfolge können sich sehen lassen“. Die Region hätte als Genussregion allerhand zu bieten – zum Leben und zum Arbeiten. „Und Werder ist die Blüte“, fügte Blasig hinzu.

Die Ausgezeichneten

Kategorie Land- und Naturtourismus
1.Platz – Linden-Akademie
„Genießer Touren Brandenburg“

Die Genießertouren sind verschiedene Wander-, Fahrrad- und Kulturerlebnistouren, die sowohl den Großstädtern, den Besuchern der Region Brandenburg, als auch den lokalen Unternehmern einen erholsamen Mehrwert bieten sollen. Die Partner der Genießertour präsentieren sich als eine regionale Gemeinschaft von Dienstleistern, die sich gegenseitig durch gemeinschaftliche Aktionen stärkt und inspiriert. Jede Tour wurde von einem Partner entworfen und enthält mehrere Gasthöfe, Restaurants, Hotels, traditionelle Handwerker oder Künstler als Punkte auf der Karte, die den Besuchern empfohlen werden um dort zu rasten, Kultur zu erleben oder die regionalen Spezialitäten kennenzulernen. Alle neun Touren gibt es als handlichen Flyer, wer regelmäßigen Neuigkeiten zu den aktuellen und kommenden Genießertouren bekommen möchte, kann sich hier für den „Genießerbrief“ eintragen. Alle Wanderkarten mit dem ganz speziellen Insiderwissen kann man sich zusenden lassen, als PDF kann man sie hier downloaden.

Linden-Akademie, Geschäftsführer: Ralf Weißmann
Kunersdorfer Straße 1, 14552 Michendorf
Tel.: 033205 62379, info@lindenakademie.de, www.geniessertouren.org

2.Platz – Glina Whisky Destillerie und Erlebniswelt
„Glina Whisky Erlebniswelt“

Die Erlebniswelt ermöglicht den Besuchern, durch das Getreidefeld zu laufen und die einzelnen Sorten wie z.B. Roggen für den Rye Whisky oder die Sommergerste für den Single Malt Whisky im Wachstum zu sehen, danach die Lagerung in modernen Silos bis zur Schroten-Einmaischgärung und der abschließenden Destillation. Im Anschluss sieht man die Befüllung der Fässer. Auch kann die Abfüllung des Whiskys nach der vorgegebenen Ruhezeit von mindestens drei Jahren und die Etikettierung der abgefüllten Flaschen beobachtet werden.
Das überzeugende Konzept, die Stufen der regionalen Whiskyherstellung vor Ort im Rahmen der Glina Whisky Erlebniswelt für den Besucher ganzheitlich erlebbar zu machen, kommt aus Werder! Das Motto der Firma: Vom Getreidefeld ins Whiskyglas, alles aus einer Hand. Der Whisky wurde nach seiner Herkunft benannt. „Glina“, erstmals erwähnt 1238, stammt aus dem slawischen und bedeutet soviel wie Ton und Lehm. Daraus leitete sich der heutige Ortsname Glindow ab.

Glina Whisky Destillerie und Erlebniswelt, Geschäftsführer: Michael Schulz
Karl-Liebknecht-Straße 17a, 14542 Werder/Havel
Tel.: 03327 732986, info@glina-whisky.de, www.glina-whisky.de

Kategorie Ernährungswirtschaft
2.Platz – DithmarscherGeflügel GmbH & Co. KG
„Gänsepfanne, tiefgefroren, ofenfertig gewürzt“

Auch wenn der Name irreführend klingt – aus Neuseddin kommt diese Gänsepfanne. Dort arbeiten 50 Fachkräfte im Standort der Dithmarschen Geflügel GmbH & Co. KG. Die Gänse stammen von einer alten Dithmarscher Rasse ab, für deren Erhalt sich das Unternehmen vor über 50 Jahren entschieden hat. Sie wachsen in kontrollierter bäuerlicher Freilandhaltung heran.
In der stabilen Aluschale befindet sich eine halbe Gans mit einem Gewicht von 1600 Gramm. Sie ist in eine Brusthälfte mit Flügel und einen Keulenteil zerlegt. Die halbe Gans ist bereits mit einem speziellen Gewürz versehen, das nur natürliche Zutaten enthält. Neben Salz und Pfeffer enthält das Gewürz auch Zwiebeln und Kräuter. In den Kräutern befindet sich u.a. Beifuß. Das gefrorene Produkt ist für zwei bis drei Personen gedacht. Die Schlachtung, Zerlegung und Verpackung erfolgt in der Schlachterei in Seddiner See. Die Gänsepfanne ist gut geeignet für „Gänse-Neulinge“ zum Ausprobieren und unkompliziert in der Zubereitung.

Dithmarscher Geflügel GmbH & Co. KG,
Geschäftsführer: Karl-Heinz Heller,
Am Fuchsbau 24, 1454 Seddiner See, OT Neuseddin
Tel.: 033205/ 2678-0, kontakt@dithmarscher-gefluegel.de, www.dithmarscher-gefluegel.de

Kategorie „Weingüter kleiner als zehn Hektar“
Das Weingut Weinbau Dr. Lindicke aus Werder überraschte auf der Grünen Woche als nördlichstes und größtes Weingut des Bundeslandes Brandenburg in der Kategorie Weingüter kleiner als zehn Hektar bei der Auszeichnung „Beste Regent-Weinerzeuger 2015“. Und es geht dabei auch um Nachhaltigkeit und Schonung der Umwelt: Bei den Reben für diesen trockenen, milden und samtigen Rotwein kann aufgrund der robusten Gesundheit der Aufwand für Pflanzenschutzmittel um 60 bis 80 Prozent reduziert werden.
Zuvor hatte die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) im Herbst des vergangenen Jahres Lindickes Regent 2013 aus dem Holzfass bereits mit einer Goldmedaille geehrt. Anlass war ein deutschlandweites Regent-Forum der Gesellschaft. Deutschland ist das Haupt-Verbreitungsgebiet von Regent.

Weinbau Dr. Lindicke Qualitätswein Saale-Unstrut
Ansprechpartner: Katharine Lindicke
Am Plessower Eck 2, 14542 Werder (Havel),
Tel.: 03327 741410, weinbau@lindicke.de
Homepage: www.weinbau-lindicke.de

Kategorie „Edeka-Regionalpreis“
Für die Jubiläumsedition „Brandenburger Apfel-Sanddornsaft“ wurde die Christine Berger GmbH & Co. KG auf der Grünen Woche mit dem Edeka-Regionalpreis ausgezeichnet. Seit 30 Jahren gibt es den erwerbsmäßigen Anbau des Sanddorns in Brandenburg. Dafür hat Christine Berger diese Jubiläumsedition entwickelt. Hier trifft die milde Süße des Brandenburger Apfels auf den kräftigen Geschmack des Bio-Sanddorns aus eigenem Anbau.
Anfang der 90er Jahre von Christine Berger gegründet, ist das Petzower Unternehmen heute einer der führenden Anbieter von Sanddorn-Produkten in Deutschland. Mit 150 Hektar gehört dem Familienunternehmen mittlerweile ein Drittel der Sanddornanbauflächen in Brandenburg. Das Besondere: Hier stammt alles aus einer Hand. Die gesunde Superfrucht wird auf eigenen Agrarflächen in Brandenburg bio-zertifiziert angebaut, selbst geerntet und schonend zu über 70 Produkten weiterverarbeitet.

Christine Berger GmbH & Co. KG
Geschäftsführerin Christine Berger
Fercher Straße 60
14542 Werder (Havel), OT Petzow
Tel.: 03327 46910, info@sandokan.de, www.sandokan.de