Rein in die Windeln, raus aus den Windeln

Werder (Havel), 26. Januar 2018 – Ein Aufschrei ging durch die Stadt – die Träger von Kindertagesstätten müssen die Versorgung mit Windeln während des Aufenthaltes des Kindes in der Kita sichern. Die Bereitstellung gehöre laut Kita-Gesetz mit zum Versorgungsauftrag, bestätigt wurde das auch vom zuständigen brandenburgischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, hieß es aus dem Landratsamt in Bad Belzig.

Sofort bildeten sich Windel-Fraktionen. Die eine konnte sich das Lachen kaum verkneifen und wies darauf hin, das an den Allerwertesten ihrer Sprösslinge weiterhin bitte ausschließlich die eigenen, auf Sanftheit und Verträglichkeit geprüften Hygieneartikel kämen.
Die andere Fraktion forderte sofortige Umsetzung der Anweisung und fragte, warum die Bereitstellung nicht schon immer funktionierte, Gesetz sei eben Gesetz. Da hätte die Stadt ja mal wieder schön gespart, hieß es in manchmal wenig freundlichen Kommentaren in den sozialen Medien.

Die Stadt, der diese aktuelle Auslegung des Kita-Gesetzes, nach der sie dafür verantwortlich wäre, alle Leistungen und Güter zur Verfügung zu stellen, die nötig wären, um die Lebensgrundlagen der Kinder zu erhalten, auch neu war, reagierte. So wird seit Jahresbeginn an den städtischen Kitas eine Grundausstattung an Windeln und Pflegemitteln vorgehalten.

„Eine Ausschreibung war bereits in Arbeit“, informiert der 1. Beigeordnete Christian Große auf eine entsprechende Anfrage von wirsindwerder.de.
„Nach einer Kreistagsanfrage ist auch die Stadt Werder (Havel) vom Landkreis über eine Neuauslegung des Kitagesetzes hinsichtlich der Ausstattung der Kitas mit Windeln und Pflegemitteln informiert und zur Umsetzung am 1. Januar 2018 aufgefordert worden“, so Christian Große. Inzwischen sei der Stadt jedoch eine nochmalige Information des Landratsamtes dazu angekündigt worden. „Für das weitere Vorgehen warten wir nun aber zunächst auf die nochmalige Information des Landratsamtes“, so die konsequente Reaktion der Stadt. (wsw)