Reisebüros leiden unter instabiler politischer Lage

Tourismus-Herbst-Konjunkturumfrage der IHK Potsdam: Gastgewerbe und Beherbergungsgewerbe optimistisch/Deutlicher Anstieg bei Investitionen

Potsdam, 7. Dezember 2016 – „Die aktuelle politische Lage wirkt sich offenbar auf die Reisebüros im Kammerbezirk Potsdam negativ aus.“ Das sagte heute Beate Fernengel, Präsidentin der IHK Potsdam, in Auswertung der Herbst-Konjunkturumfrage, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam mit 230 Unternehmen aus der Tourismusbranche im Oktober abgeschlossen hat. „Reisebüros und Reiseveranstalter sehen der kommenden Saison eher zurückhaltend entgegen“, so Fernengel. Nur knapp ein Fünftel dieser Befragten prognostiziere eine günstigere Geschäftsentwicklung. „Als größtes Hemmnis für die eigene wirtschaftliche Entwicklung haben 60 Prozent der Befragten die politischen Rahmenbedingungen genannt“, so die Präsidentin. Somit sei in der Gruppe der Geschäftsklimaindex* das erste Mal wieder unter die 100-Punkte-Marke auf 93,3 gefallen.

Die Stimmung unter den Gastgebern zwischen Prignitz und Fläming ist hingegen gut. Das bestätigen mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen. Damit setzt sich die sehr gute Entwicklung des vergangenen Jahres fort. Der Geschäftsklimaindex mit 130 Punkten im Beherbergungsgewerbe und 128 Punkten in der Gastronomie bestätigt diese positive Grundstimmung.

Die Gastronomie bewertet das kommende Wintergeschäft als positiv. Demnach geht ein Viertel der befragten Unternehmer von einer günstigeren Entwicklung in den kommenden Monaten aus, für rund 61 Prozent bleibt die Entwicklung unverändert. Das zeigt, dass auch nach der Bundesgartenschau in der Havelregion im Jahr 2015 wachsende Gäste- und Übernachtungszahlen in der Region festgestellt werden und sich der positive Wachstumstrend fortsetzt. Um die steigende Nachfrage und wachsende Gästezahlen zu bedienen, werden jedoch zunehmend Fachkräfte benötigt. Laut Umfrage sehen fast 80 Prozent der Unternehmen des Gastgewerbes den Mangel an Fachkräften als das Hauptrisiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung.

Das hindert die Betriebe jedoch nicht am Investieren: „Ein deutlicher Anstieg der Investitionsabsichten auf fast 90 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Beherbergungsgewerbe und 87 Prozent aus dem Gastgewerbe stimmt optimistisch“, so IHK-Präsidentin Fernengel. „Durch die Modernisierung von Unterkünften und Beherbergungen können sowohl steigende Qualitätsansprüche der Gäste erfüllt als auch neue Zielgruppen – beispielsweise im Segment barrierefreies Reisen – erschlossen werden.“


*Der Geschäftsklimaindex ist das geometrische Mittel der Salden aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage. (neutral: 100)

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