Riesengaudi und sportliche Wettkämpfe beim 10. Akkuschrauber-Cup in Töplitz

Gründungsvater des Akkuschrauber-Cups in Töplitz: Steffen Belikat mit dem ersten Fahrzeug. Damit fing alles an ...

Werder (Havel), 9. September 2016 – Es ist heiß, sehr heiß an diesem Freitag-Nachmittag. Wer kann, sucht sich ein schattiges Plätzchen, bewegt sich nur, wenn es unbedingt nötig ist oder liegt auf einer Wiese am Badestrand. Wer Urlaub hat, erst recht. Steffen Belikat hat Urlaub, aber er schraubt und bastelt und tüftelt und schwitzt. Noch zwei Tage bis zum nun schon 10. Akkuschrauber-Cup in Töplitz. Und morgen hat Steffen Belikat nicht mehr so viel Zeit – der Rennparcours muss aufgebaut werden. Und am Abend wird in geladener Runde schon mal auf das Jubiläum des Akkuschrauber-Cups angestoßen.

Fand der Akkuschrauber-Cup traditionell am zweiten Wochenende im September samstags statt, wurde er im Jubiläumsjahr nun auf den Sonntag verschoben – in Töplitz findet am morgigen Samstag das traditionelle Volleyballturnier der SG Töplitz statt. Da will man sich in bester Dorfmanier nicht ins Gehege kommen.

Am Sonntag gibt es das Spektakel ab 10 Uhr auf dem großen Parkplatz vor dem Landgasthof „Am Mühlenberg“. Der Weg dahin ist im Ort ausgeschildert. Anmeldungen werden am Sonntag noch ab 9 Uhr angenommen.

Er und das Team vom Deutschen Akkuschrauber Rennsportverein (DASRV e.V.) haben mit diesen Rennen eine wunderbare Nische besetzt, die die ganze Familie begeistert. Und so kommen, wie Belikat berichtet, inzwischen bereits die Söhne der Fahrer der ersten Rennen zu den Treffen. Selbst gebaut und geschraubt, mit diesem außergewöhnlichen Antrieb – das beschäftigt inzwischen viele in Töplitz. Und wer kein eigenes Fahrzeug hat, kann sich beim Verein für den Wettbewerb eins mieten. Und die sind tiptop gepflegt – dafür sitzen Belikat und seine Vereinskollegen an den jährlichen Schraubertagen und vielen weiteren Stunden ihrer Freizeit an den Bobbycars, Kettcars und diversen technisch überaus interessanten Eigenbauten mit Akkuschraubern als Antrieb – und basteln, schrauben, tüfteln. So lange, bis es läuft.

Steffen Belikat hatte die Idee, diese Wettbewerbe in Töplitz zu organisieren, nachdem er im Fernsehen einen Bericht über das Akkuschrauberrennen der Fakultät Gestaltung der HAWK Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen sah. Das erste Rennen dort fand ausschließlich unter Studierenden statt.
Damals wie heute geht es bei diesen Rennen nicht nur um die Geschwindigkeit, die man mit den ausschließlich mit handelsüblichen Akkuschraubern angetriebenen Gefährten erreichen kann, sondern auch darum, eine ungewöhnliche Lösung in Leichtbau zu zeigen.

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Zwei handelsübliche Akkuschrauber bringen dieses außergewöhnliche Gefährt auf Geschwindigkeit.

Der Ingenieur Belikat war begeistert. Und die Idee, das auch in Töplitz auszurichten, wurde umgesetzt, nachdem Belikat das alte und nicht mehr benutzte Bobycar aus der Nachbarschaft erfolgreich umgebaut hatte. Die dafür nötigen Akkuschrauber hatte er noch in der Werkzeugkiste – sein Hausbau war inzwischen beendet. Die Teilnahme an entsprechenden österreichischen Wettkämpfen krönten die Töplitzer immer mit Plätzen unter den ersten Fünf. Doch inzwischen würden, wie Belikat berichtet, diese Rennen nicht mehr an Wochenenden, sondern mitten in der Woche ausgetragen, eine Teilnahme der Töplitzer damit unmöglich.

Der Aufwand für die Rennen wurde mit den Jahren immer größer, die Beteiligung und die Begeisterung wuchs, der Verein wurde gegründet, um das Ganze auch auf finanziell solide Füße zu stellen. „Hier in Töplitz haben wir wohl inzwischen die größte E-Mobil-Dichte weit und breit“, sagt Belikat lächelnd. Und das bei nicht einmal 2000 Einwohnern. Der Zusammenhalt im Dorf sei großartig, viele seien sogar in mehreren Vereinen aktiv. Die Feuerwehr unterstütze den Cup, der auch für Zuschauer ein sehenswertes Spektakel mit spannenden Duellen ist.

„Schlimme Unfälle gab es noch nie“, sagt Belikat. Ein paar Abschürfungen oder ähnliches, aber mehr nicht. Dabei gab es auf der alten Strecke sogar einen Geschwindigkeitsrekord von 43 km/h, den schaffte nie wieder einer. „Es muss ja auch alles sicher sein“. Auch dafür stehen die Kameraden der Feuerwehr an den Posten bereit – um im Ernstfall schnell helfen zu können.

Rund um die Rennen am Sonntag gibt es natürlich die Versorgung der Fahrer und Gäste mit Getränken, Kaffee und Kuchen, diversen Leckereien sowie mit Gegrilltem.
Neben den obligatorischen Rennen wird es weitere Highlights am Rande des Geschehens geben. Vom „20 Meter Rückwärtsfahren“ auf Zeit über „Bobbycar-Ritterspiele“ mit Lanze bis hin zum Kinderschminken werden weitere Programmpunkte angeboten. Die Fahrer in den Endläufen werden beim Zieleinlauf mit kleinen Feuerwerken begrüßt.

Und übrigens – auch am Sonntag soll es nach den bisherigen Wettervorhersagen noch heiß sein. Genau das richtige Wetter für die heißen Kisten!

Hier gibt es weitere Informationen zu den Rennregeln auf der Vereinsseite.