Schule am Plessower See macht Kinder fit für’s Leben

Werder (Havel), 31. Mai 2017 – Bei einem Tag der offenen Tür stellte sich heute vormittag die Schule am Plessower See vor. Die Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ zeigte den Gästen, wie es gelingt, Kindern und Jugendlichen, die in ihrer Entwicklung oder in ihren Bildungs- und Lernmöglichkeiten so stark beeinträchtigt sind, dass sie in der Oberschule oder am Gymnasium nicht ausreichend pädagogisch gefördert werden können, hier vielfältig und engagiert auf das Leben vorbereitet werden.

Das Programm des Tages war bestens durchorganisiert, vielfältig und informativ. Schon an der Eingangstür wurden die Gäste von Schüler-Lotsen begrüßt, die die Programmflyer verteilten und Fragen beantworteten.  Im Foyer gab es Kaffee und Kuchen, die Türen zu den Klassenräumen waren weit geöffnet – Hospitationen waren erwünscht und willkommen. So konnte man hautnah erleben, wie es im Unterricht in den Klassen 1 bis 7 zugeht.

Maddox, Lucas, Joan oder Maik ließen sich von den Besuchern beim Matheunterricht nicht stören. „Kannst Du die Zahl 3 minus 2 hüpfen?“ oder „Was ist 2 plus 7? Du kannst dabei hüpfen und in die Luft boxen“ – schon bei diesem kleinen Einblick in den Unterricht wird klar, dass es hier nicht nur um die Vermittlung von Lernstoff geht, sondern immer auch darum, die Beeinträchtigungen der Schüler mit pädagogischen Mitteln zu überwinden oder damit umzugehen.

Die Schule am Plessower See erhielt ihren Namen 2008, seit 2005 ist sie in dieser Schulform an diesem naturnahen Standort in Werder (Havel) beheimatet. Nach dem Zusammenschluss der Allgemeinen Förderschule „Peter Joseph Lenné“ und der Förderschule für Körperbehinderte aus der Luise-Jahn-Stiftung in Glindow steht die Schule an der Kemnitzer Straße in der Trägerschaft des Kreises und nimmt auch Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten Landkreis offen.

„Der Tag der offenen Tür ist jährlich ein großes Ereignis für die Schüler, auf das sie sich freuen und bei der Vorbereitung engagiert helfen“, ist Schulleiterin Annette Becker stolz auf die insgesamt 96 Schülerinnen und Schüler ihres Hauses. Pro Klasse sind es nicht mehr als elf bis 12 Kinder, es gibt sogar noch kleinere Gruppen. „Das Lernen wird hier den individuellen Bedürfnissen angepasst“, betont sie die Wichtigkeit, der zugeschnittenen pädagogischen Förderung jedes einzelnen Kindes. Oft werde die Beeinträchtigung erst nach einer Zeit in der Grundschule bemerkt und dann aufgrund des Förderbedarfes ein Schulwechsel veranlasst, Eltern können sich aber bereits vor dem Schuleintritt ihren gesetzlichen Anspruch auf sonderpädagogische Förderung ihres Kindes sichern.

„Wir sind froh, dass der Landkreis hinter uns steht und um die Wichtigkeit dieser Schulform weiß“, sagt Annette Becker, die an diesem Tag wie alle anderen Lehrer den Gästen unermüdlich Auskünfte gibt. Gerade in dieser Woche hatten einer Umfrage des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) zufolge 2050 Lehrerinnen und Lehrer von allgemeinbildenden Schulen der Inklusion ein vernichtendes Urteil ausgestellt. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Schulen unter anderem aufgrund schlechter und ungenügender materieller und finanzieller Ausstattung sowie mangelhafter Vorbereitung und Ausbildung der Lehrer die Regelschule den erhöhten Förderbedarf behinderter Kinder nicht leisten kann.

Umso wichtiger ist es, Schulen wie die mit überdurchschnittlich engagierten Lehrerinnen und Lehrern ausgestatteten Schule am Plessower See weiter zu unterstützen und zu erhalten. Lehrern, die beispielsweise für die Unterrichtsstunden, die Freizeit oder die hier gegründeten Schülerfirmen über das normale Maß hinaus mit Eigeninitiative, Ideen und Kreativität tätig sind.

Schülerfirmen in der Schule am Plessower See

Schülerfirma Catering (Herr Verleih)
Schülerfirma Holz (Frau Engelhardt)
Schülerfirma Handwerkskunst (Frau Thiele)
Schülerfirma Medien (Frau Kokel)
Schülerfirma Facilitiy Management (Herr Schwesig)

Kontakt und Präsentation der Produkte/Angebote über Telefon 03327-668990 oder E-Mail info@schule-am-plessower-see.de

„Unser Motto ‚Fit machen für’s Leben“ ist deshalb so richtig und wichtig, weil es hier nicht nur darum geht, Lernbereitschaft und Lernerfolge zu erzielen oder wichtige soziale Kompetenzen zu erlernen – hier geht es letztlich auch darum, die Kinder auf das Berufsleben vorzubereiten“, sagt Annette Becker. Da die Schule qualitativ und quantitativ eine bessere technische und pädagogische Ausstattung zur individuellen Förderung hat, gelänge das ausgesprochen gut. Es gibt gutes Feedback, so Becker: „Dass viele ehemalige Schüler inzwischen freundliche, zuverlässige, pünktliche und insgesamt wertvolle Mitarbeiter wurden, macht uns stolz“.

Auch das Engagement der Schüler der oberen Klassenstufen in Schülerfirmen ist bemerkenswert. Fachübergreifendes Unterrichten, orientiert an der Arbeitswirklichkeit und dabei womöglich noch ein wenig Geld zu verdienen – in den fünf Schülerfirmen ist das möglich. Beispielsweise in der in der Schülerfirma Holz – hier entstehen neben vielen weiteren Objekten Geschicklichkeitsspiele wie das Jakkulo, Vogelhäuschen oder sogar Boote. Kindergärten, Schulen, Einrichtungen oder Privatpersonen können sich das Sortiment vorführen lassen, Bestellungen auslösen und dann für wirklich wenig Geld handwerklich perfekte Objekte kaufen.

Ein gelungener Tag mit noch vielen weiteren Höhepunkten wie dem Vorstellen des Therapeutischen Reitens, des Bereiches Psychomotorik, des Lernprogramms PC, einer Modenschau und dem Mittagessen – zubereitet von der Schülerfirma Catering – rundet das Bild einer hervorragend aufgestellten Schule ab, die die Schullandschaft in Werder bereichert.  (low)


Informationen im Internet: schule-am-plessower-see.de