Sicherheit am Arbeitsplatz geht alle an

Kurze Wege für die Kameraden der Feuerwehr - für die Tauglichkeitsuntersuchungen müssen sie nicht mehr nach Potsdam, sondern nur noch bis zur BfbA am Bahnhof in Werder

Die Geschäftsführerin der BfbA in den mit viele Liebe zum besonderen Detail hergerichteten Geschäftsräumen im alten Bahnhofsgebäude in Werder (Havel). Fotos (6): wsw

Werder (Havel), 6. Dezember 2017 – Haben Sie sich in Ihrer Firma den Flucht- und Rettungsplan schon mal genauer angeschaut? Wissen Sie, wo der Feuerlöscher hängt? Wer ist bei Ihnen für den Verbandkasten verantwortlich? Und wann wurden die elektrischen Geräte in der Teeküche das letzte Mal geprüft – Fragen, die man sich nicht alle Tage stellt, die aber oft nur in großen Firmen beantwortet werden können. Dabei ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht nur in allen Firmen wichtig, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben. Und die hier gestellten Fragen weisen dabei nur auf einen sehr kleinen Bereich des Arbeitsschutzes hin.

Für den Arbeitsschutz ist der Arbeitgeber verantwortlich, übrigens schon ab einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf Sicherheit bei der Arbeit. Und egal ob in einem Büro oder einer Werkstatt, auf einer Baustelle oder einer Produktionshalle, der Arbeitsschutz darf nicht vernachlässigt werden. Auch nicht von den Mitarbeitern, die sich natürlich an die Arbeitsschutzmaßnahmen halten müssen. Sie dürfen sich und andere nicht in Gefahr bringen. Arbeitsschutz ist aber ein so weites Feld mit so vielen Gesetzen, Regelungen, Vorschriften und Verordnungen, dass es Arbeitgebern fast unmöglich ist, alle zu kennen.

„Aber das habe ich doch nicht gewusst“, ist ein Ausruf, den Kathrin Maiwald deshalb auch schon oft gehört hat. Sie ist Geschäftsführerin der BfbA GmbH, ein überbetrieblicher arbeitsmedizinischer und sicherheitstechnischer Dienst mit Firmensitz in Werder (Havel). Nichtwissen schützt nicht vor einer Strafe, weist sie auf mögliche Konsequenzen hin. „Und das nicht erst, wenn etwas passiert ist“, sagt sie. Denn die Gewerbeaufsicht hätte jederzeit das Recht, eine Firma zu betreten und entsprechende Kontrollen durchzuführen. Die Überwachung des Arbeitsschutzes könne, so Kathrin Maiwald, auch von Landesämtern oder den Berufsgenossenschaften erfolgen.

Die BfbA, die nach dem Umzug aus Glindow (fünfjähriges Firmenbestehen) nun seit diesem Jahr im Bahnhofsgebäude in Werder ihren Sitz hat, gibt ihren Besuchern gern eine „Rote Karte“ mit. Auf der sind nur einige Rechtsfolgen und Bußgelder aufgelistet, die auf hartnäckige Sparer beim Arbeitsschutz zukommen können. Wenn beispielsweise die „Mittel zur Ersten Hilfe“ fehlen oder unzureichend sind, kann das 200 Euro kosten. Werden „Verkehrswege und Notausgänge nicht freigehalten“, müssen schon 2000 Euro berappt werden, ebenso für „fehlende Vorkehrungen für Flucht und Rettung“. „Fehlende oder unzureichende Prüfung der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel“ kosten 5000 Euro. Oder eben die Gesundheit der Mitarbeiter.

Der zweite Chef der BfBA in Werder ist auch ein Profi in Sachen Arbeitsschutz: Mike Rößler. Er ist auch Autor: "Die Arbeitsschutzorganisation in der Filmproduktion: Der Praxisratgeber für die Verantwortlichen im Arbeitsschutz“.

Kleine, mittlere und große Unternehmen sind deshalb gut beraten, den Arbeitsschutz, die Pflicht zur arbeitsmedizinischen Betreuung, Gefährdungsbeurteilungen und -analysen nicht als vermeintlich lästige Pflicht anzusehen, sondern sich gut zu informieren, um allen gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. Auch Firmengründer – ob nun Handwerksfirma oder Büro – sollten sich informieren, welche Vorgaben sie erfüllen müssen. BfbA – Beratung für betrieblichen Arbeitsschutz – das hört sich erst mal sehr allgemein an, aber im Team der BfbA sind mit vier festen Mitarbeitern und zwei Betriebsärzten alle Kompetenzen gebündelt. „Wir haben hier u.a. einen Praxisraum für einen Betriebsarzt, zum Team gehören Sicherheitsingenieure, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und wir kümmern uns auch um den präventiven Brandschutz“, zählt Kathrin Maiwald auf. Inzwischen gebe es ja auch noch die Vorgaben der Europäischen Union. Wer soll da alles wissen und kennen? „Auch wir bilden uns permanent weiter, um immer au dem aktuellsten Stand zu sein“. Mit vielen kleinen oder großen Firmen in der Region, in Potsdam oder Berlin arbeite man bereits vertrauensvoll zusammen, aber gerade in der wachsenden Stadt Werder und den umliegenden Gemeinden gäbe es noch viele Betriebe, in denen die gesetzlichen Anforderungen noch nicht oder nicht vollständig erfüllt werden.

„Die Karina Hauskrankenpflege, Breman Havelland Installationstechnik bis zum Döner an der Ecke – wir betreuen pro Jahr rund 500 Betriebe“, zählt Kathrin Maiwald auf. Viele gastronomische Einrichtungen und Hotels seien darunter, aber auch Amazon CS in Berlin. „Ein großer Kunde mit rund 1000 Beschäftigten“. Ausbildungen und Workshops – „man braucht ja heutzutage für alles einen Schein“ – können sie direkt in Werder anbieten und profitieren dabei von der prominenten Lage des Firmensitzes. „Die Beschäftigten der betreuten Betriebe kommen mit dem Zug an und sind gleich bei uns“.

„Es liegt ja im Interesse des Arbeitgebers, dass nichts passiert“, hebt Kathrin Maiwald hervor. Der Arbeitgeber müsse für gute und sichere Arbeitsbedingungen sorgen, denn die Gesundheit der Beschäftigten ist das oberste Ziel. Deshalb sei Arbeitsschutz eben immer auch eine Sache der Prävention. Wenn ein Arbeitsunfall erst einmal passiert ist, sei es zu spät. Deshalb zählen zum Arbeitsschutz alle Maßnahmen, die das Leben und die Gesundheit der arbeitenden Menschen schützen und ihre Arbeitskraft erhalten. Viele Unternehmer haben das schon erkannt. In Zeiten des Fachkräftemangels und des demographischen Wandels  eine kluge Erkenntnis, denn wenn es keine arbeitsbedingten Unfälle oder Krankheiten gibt, sich die Mitarbeiter wohl und sicher fühlen, machen sie motiviert ihren Job. Technischer, medizinischer und sozialer Arbeitsschutz und ein entsprechendes Qualitätsmanagement sorgt also auch dafür, dass der Arbeitgeber einen ökonomischen Nutzen hat.

„Wir können vieles im Online-Bereich anbieten“, hat die BfbA in Werder natürlich alle technischen Voraussetzungen auch für das E-Learning. So wird beispielsweise die Ausbildung der Sicherheitsbeauftragten oder die jährliche sicherheitstechnische Unterweisung online angeboten.

Besonders der Brandschutz liegt Kathrin Maiwald am Herzen. Sie selbst ist ausgebildete Brandschutzbeauftragte, unterstützt Firmen beim organisatorischen Brandschutz, führt brandschutztechnische  Begehungen durch, erstellt Flucht- und Rettungspläne. Bei der BfbA gibt es Seminare für betriebliche Brandschutzhelfer, Brandschutzunterweisungen und praktische Feuerlöschübungen.
Und auch ehrenamtlich ist sie aktiv dabei: Ende November hat sie ihre Ausbildung in der Feuerwehr Glindow erfolgreich beendet. Bei einer Informationsveranstaltung im heimatlichen Glindow, bei der sie eigentlich ihren Sohn für die Feuerwehr begeistern wollte, gefiel auch ihr das Thema. Zumal sie ja beruflich damit zu tun hat und entsprechend sensibilisiert ist. Die Einladung der Feuerwehr, mal bei einer Übung mitzumachen, nahm sie an. Am Ende des Abends unterschrieb sie begeistert den Aufnahmeantrag. Viel Theorie und viel technisches Wissen hat sie während der Ausbildung erworben und will nun auch bei Einsätzen mitfahren. „Noch lieber aber würde ich mich in der Ausbildung, in der Jugendarbeit engagieren“, sagt die Mutter zweier Kinder.

Und auch die Feuerwehr profitiert davon – seit November finden regelmäßig Tauglichkeitsuntersuchungen für die Kameradinnen und Kameraden an Samstagen statt. An dem langen Tisch in dem mit viel Liebe zum besonderen Detail ausgestatteten Seminarraum in den BfbA-Räumen am Bahnhof gehört das inzwischen zum Programm.

Ebenso die Feuerlöscher, die jetzt neu auch direkt bei der BfbA für Firmen zum Kauf angeboten werden. „Firmeninhaber können Feuerlöscher nicht wie private Leute einfach im Baumarkt kaufen“, lächelt Kathrin Maiwald. Denn auch in diesem Fall gibt es gesetzliche Vorgaben. „Ab April des kommenden Jahres nehmen wir auch die Prüfung und Wartung vorhandener Firmen-Feuerlöscher direkt hier in Werder vor“, kündigt sie kurze Wege für interessierte Firmen an.  (wsw)


BfbA Beratung und Betreuung in den Bereichen Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin, Brandschutz

Arbeitsmedizinischer und sicherheitstechnischer Dienst
Im Auftrag der arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen
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