SPD Werder kritisiert Thermen-Pläne

Foto: wsw

Werder (Havel), 22. März 2018 – Die SPD-Fraktion in der Werderaner Stadtverordnetenversammlung kann die Freude der Bürgermeisterin über den Fortgang des Projekts BlütenTherme nicht teilen.
Die Bürgermeisterin Manuela Saß hatte gestern mitgeteilt, dass sie für die Jahre 2019 und 2020 insgesamt 30 Millionen Euro für die Blütentherme einplane.

Elemente wie ein Familienbereich in Verbindung mit dem Sportbad, ein attraktiver Thermenbereich und ein besonderes Saunakonzept mit einer Seesauna auf der Havel sollen die Besucher an den in die Uferlandschaft eingebetteten Standort locken. Geringe jährliche Zuschüsse der Stadt stünden dabei hohen Anfangsinvestitionen für den Bau gegenüber. Die Therme solle sich überwiegend aus eigener Kraft tragen, Risiken für die Stadt minimiert werden. „So haben es sich die Stadtverordneten und auch ich mir gewünscht.“

Für das neue Gesamtkonzept sollen in den Entwurf des Doppelhaushaltes 30 Millionen Euro eingestellt werden. Zum größten Teil könne die Investition aus der städtischen Rücklage aufgebracht werden, die dafür angelegt wurde. Der Doppelhaushalt müsse für das Bad nicht gekürzt werden. „Insbesondere Investitionen im Schul- und Kitabereich behalten oberste Priorität.“

„Diese Summe ist geradezu absurd hoch,“ erklärt Anja Spiegel, Vorsitzende der SPD-Fraktion in einer Pressemitteilung. Ursprünglich waren einmal Baukosten von 18 Millionen Euro für die Therme vorgesehen, heißt es. Schon jetzt lägen die Ausgaben rund um die Therme bei 21 Millionen Euro plus X (Stand 30.06.16 plus seitdem angefallene Kosten). In Summe hätte das Projekt am Ende dann ca. 50 bis 55 Millionen Euro verschlungen. Die Kosten hätten sich gegenüber 2009 verdreifacht. „Die Stadt ist damit über Jahre hochgradig belastet und wird anderen Verpflichtungen nicht nachkommen können.“
Zwar erklärte die Bürgermeisterin, das Geld komme im wesentlichen aus der Rücklage und der Doppelhaushalt müsse nicht gekürzt werden, aber, so Spiegel: „Die 30 Millionen können nur einmal ausgegeben werden. Würden sie nicht für das Bad ausgegeben, könnten wir sie in den kommenden zwei Jahren auch in Kitas, Schulen, sozialen Wohnungsbau oder die Ausbesserung maroder Straßen investieren. Die Liste der notwendigen Projekte ist lang.“
Bereits Anfang März hatte Spiegel für die SPD, die auch Vorsitzende des Badausschusses ist, darauf hingewiesen, dass die SPD einen Vorschlag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht hatte, nach dem die Therme durch die Stadt fertig gebaut und durch einen Betriebsführer im Auftrag der Stadt betreiben lassen solle. Das wurde durch die Mehrheit der CDU abgelehnt.
„Die Stadtverwaltung setzt mit dem laufenden Vergabeverfahren zur Blütentherme um, was eine große Mehrheit der Stadtverordneten nach einer sehr intensiv geführten Debatte beschlossen hat“, reagierte die Bürgermeisterin Manuela Saß. (wsw)