Vogelpest: Wie weiter mit der Vermarktung von Freilandeiern?

Potsdam, 27. Februar 2017 – Auf Einladung der für Landwirtschaft sowie für Verbraucherschutz zuständigen Minister Jörg Vogelsänger und Stefan Ludwig hat heute in Potsdam ein Gespräch mit dem Präsidenten des Handelsverbands Berlin-Brandenburg e.V., Björn Fromm, dessen Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen, der Vorsitzenden des Geflügelwirtschaftsverbandes Brandenburg e.V., Anette Gensch, sowie dem Vorsitzenden des KAT-Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V., Friedrich-Otto Ripke, stattgefunden. Thema war die Unterstützung heimischer Geflügelhalter bei der Vermarktung von Freilandeiern.

Wegen der Geflügelpest müssen die Eierproduzenten ihre Tiere im Stall halten. Sind konventionell gehaltene Freilandhennen mehr als 12 Wochen im Stall, dürfen deren Eier nicht mehr als Freilandeier verkauft werden. Geflügelhaltern drohen in der Summe erhebliche Einnahmeausfälle, da Bodenhaltungseier im Handel deutlich preiswerter angeboten werden als Freilandeier. Wegen des höheren Aufwands bei Auslaufs liegt der Unterschied zur Bodenhaltung bei rund einem Drittel des Ladenpreises. Auch für Bio-Betriebe, für die modifizierte Regeln gelten, wird die Zeit knapp. Hier gelten die einschlägigen Vorschriften des EU-Öko-Rechts. Geflügel muss mindestens ein Drittel seiner Lebensdauer Zugang zu Freigelände haben.

Am 17. Februar endete in Brandenburg die 12-Wochen-Frist, seitdem eine landesweite Stallpflicht angeordnet wurde. Ein Ende der Tierseuche ist nicht in Sicht. Bei der aktuell grassierenden Epidemie handelt es sich nach Einschätzung der staatlichen Virus-Experten vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostsee-Insel Riems (FLI) um das schwerste jemals in Deutschland registrierte Seuchengeschehen bei Geflügelpest.

Vor diesem Hintergrund werden sich auch in der Region Berlin-Brandenburg führende Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels mit den unverschuldet unter Druck gekommenen Geflügelhaltern solidarisch zeigen und Eier aus Freilandbetrieben zum bisherigen Preis vermarkten.

Eierpackungen, die für die Vermarktung von Freilandeiern vorgesehen waren, können weiterhin genutzt und mit einem Zusatzetikett mit dem eindeutigen Hinweis auf Bodenhaltung überklebt werden. (red)

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