Was ist denn da am Zernsee los?

Gemeinschaftliches und nachhaltiges Mehrgenerationen-Wohnen am Großen Zernsee in Werder (Havel)

Richtfest bei der 2011 gegründete Bau- und Wohngenossenschaft, die im Oktober 2014 ein am Großen Zernsee gelegenes Fabrikgelände in Werder/Havel übernommen hat. Foto: Stadt Werder (Havel)

Werder (Havel), 27. Oktober 2016 – Auf dem Gelände des alten Schaltgerätewerkes (SGW) hat sich in den vergangenen Monaten viel getan. Eine Gruppe von Menschen, die sich im Oktober 2011 zu einer Bau- und Wohngenossenschaft zusammen getan hat, verwirklicht hier mit Gleichgesinnten den Traum, Wohn- und Lebensraum für generationsübergreifende, sozial gemischte, nachbarschaftliche Wohnformen in möglichst ökologischen und energieeffizienten Gebäuden zu schaffen. In bereits sanierten Altbauten sind die Bewohner schon eingezogen, auf den Fundamentresten der alten SGW-Halle ist das größte Strohballenwohnhaus Deutschlands entstanden und auch der größte Neubau mit einem Atrium im Zentrum ist nun errichtet. Freien Wohnraum gibt es in dem selbst verwalteten Projekt nicht mehr.

Im Oktober 2014 wurde das alte Fabrikgelände in Werder übernommen – in der vergangenen Woche gab es das zweite Richtfest. Handwerker, Bauherren und Baudamen schlugen gemeinsam die letzten Nagel in den Dachstuhl.

Bürgermeisterin Manuela Saß beim Richtfest. Foto: Stadt Werder (Havel)
Bürgermeisterin Manuela Saß beim Richtfest. Foto: Stadt Werder (Havel)

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß hat sich in der vergangenen Woche ein Bild von den Baufortschritten des „Uferwerks“ gemacht. Das genossenschaftliche Wohnprojekt feierte das Richtfest für den letzten großen Bauabschnitt, die sogenannte Halle 42.
Das Bauprojekt  „Uferwerk“ soll im Frühsommer 2017 komplett fertiggestellt werden, wie Max Kölling, Vorstand der Uferwerk e.G., informierte. „Insgesamt werden dann hier 140 Menschen jeden Alters in 60 Wohnungen leben“, so Max Kölling. Die Bauarbeiten hatten im Herbst 2015 begonnen, die Investitionskosten beziffert Max Kölling auf 13 Millionen Euro.

Zum Bauprojekt gehört nicht nur die Sanierung und Nutzbarmachung des Fabrikgebäudes für Wohnungen, im Sommer sind dort bereits die ersten Bewohner eingezogen. Außerdem werden drei Neubauten in der Kubatur alter Werkshallen errichtet, in denen ebenfalls Wohnungen entstehen: ein Zweiparteienhaus, das Strohballenhaus – benannt nach dem nachhaltigen Dämmmaterial, das hier Verwendung findet – und die Halle 42.

Die komplette Anlage wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Saftfabrik errichtet und nach einer wechselvollen Geschichte seit den 1960er Jahren als Schaltgerätewerk genutzt. Werder Bürgermeisterin Manuela Saß lobte den Mut und die Kreativität der Genossenschaftler bei der Umsetzung ihres Wohnprojektes. „Viele Werderaner verfolgen mit großem Interesse, was da Neues am Zernsee-Ufer entsteht“, sagt Saß. „Besonders freut mich, dass die Genossenschaftler in allen Bauabschnitten nachhaltige und innovative Baukonzepte verwirklichen und mit welcher Sensibilität zugleich mit der interessanten Geschichte dieses Standortes umgegangen wird.“ (red)