Weihnachtsmarkt 2017 auf dem Marktplatz eröffnet

Am Abend Live-Konzert mit „Inspired"

Werder (Havel), 2. Dezember 2017 – Sogar die Sonne zeigte sich heute kurz, als der Weihnachtsmarkt auf der Insel startete. Kalt war es trotzdem, aber Glühwein und Co. oder ein heißer Apfelsaft am Stand vom Colonialcafé, Kuchen am Stand vom Café Hagemeister, Deftiges vom Fleischer Bothe – es gibt für jeden Geschmack etwas.

Auch morgen wird wieder ein Kinderprogramm geboten mit Kaspertheater (15.30 Uhr), dem Ballonkünstler Frank Zander, Kinderkarussel und dem Weihnachtsmann und seinem zauberhaften Weihnachtsengel.  Am heutigen Samstagabend wird ab 20 Uhr die Berliner Rockband Inspired zu einem Livekonzert erwartet.

Auf dem Weihnachtsmarkt gibt es schöne Erinnerungsstücke vom 700. Stadtjubiläum zu erwerben, darunter ein exklusiver Bildband zum Festjahr, eine DVD vom Festumzug, die neuen Kalender 2018 und die neue Doppelausgabe der heimatgeschichtlichen Beiträge. Am morgigen 3. Dezember ist in Werder (Havel) verkaufsoffen.

Der 1. Beigeordnete Christian Große konnte bei der offiziellen Eröffnung auch für gute Laune bei Sparfüchsen sorgen: Ab jetzt kann man kostenlos surfen auf der Insel. Der Netzbereich des Gratis-Hotspots erstreckt sich über den kompletten, touristisch oft stark frequentierten Marktplatz. „Gerade für Touristen und Gäste, die in Werder unterwegs sind, ist ein solches Angebot wichtig“, so Christian Große. Mit dem freien WLAN könnten sie kostenlos surfen, von der schnelleren Verbindung profitieren und dabei ihr Datenvolumen schonen.

Auch der Ruf der Bevölkerung und der Wirtschaft nach kostenlosen WLAN-Angeboten sei in jüngster Zeit lauter geworden. Bislang gibt es in Werder nur wenige Gratis-Hotspots von Gewerbetreibenden. „Die Nutzung mobiler Geräte gehört inzwischen für viele Menschen zum Alltag, ob dienstlich oder privat“, so Christian Große. „Das ist eine Herausforderung an die digitale Infrastruktur, der sich auch eine attraktive Stadt wie Werder stellen muss.“ Wenn das Angebot auf dem Marktplatz angenommen wird, werde man über weitere Gratis-Hotspots nachdenken. Werders 1. Beigeordneter hofft aber auch auf Initiativen aus der Werderaner Wirtschaft.

Partner des städtischen Hotspots ist Vodafone. Um sich einzuloggen, müssen Nutzer einfach ihr WLAN am Smartphone, Tablet oder Notebook einschalten und auf dem Marktplatz nach „Vodafone Free WiFi“ suchen. Im Anmeldefenster ist das Werderaner Stadtwappen integriert. Die Surfzeit ist auf zwei Stunden begrenzt.

Doppelausgabe der heimatgeschichtlichen Beiträge

Zum 700. Stadtjubiläum ist die jährlich erscheinende Broschüre des Werderaner Heimatvereins doppelt so dick geworden. Bürgermeisterin Manuela Saß freut sich besonders, dass der Festumzug am 16. Juli 2017 Eingang in die Ausgabe gefunden hat. Rund 600 Werderaner waren am Festumzug beteiligt. Zwei Gruppen sind in der Doppelausgabe beispielhaft mit ihren Vorbereitungen dargestellt. Außerdem geht es darum, wie die Geschichte Werder verändert hat, wie zum Beispiel der Thesenanschlag Martin Luthers bis nach Werder hallte. Weiter geht es um Geheimnisse aus Kirchenbüchern, um zwei jüdische Frauenschicksale in der Nazizeit, um Werders Kinohistorie, die Bismarckhöhe, eine Werderaner Gegenwarts-Künstlerin, wüste Dorfstellen des Mittelalters und vieles mehr.

15.000-mal den Auslöser gedrückt

Der Fotograf Tom Klement von werderfoto.de hat die Veranstaltungen zum  Stadtjubiläum begleitet. Daraus ist ein 120 Seiten dicker Bildband entstanden. Mehr als 30 Veranstaltungen standen auf dem Jahreskalender des 700. Stadtjubiläums der Stadt Werder (Havel). Viele davon hat Tom Klement mit seiner Kamera begleitet. An die 15.000 Mal habe er den Auslöser gedrückt, sagt der Werderaner Fotograf. „Nach dem Aussortieren ist immer noch eine vierstellige Zahl von Aufnahmen übrig geblieben.“ Eine Auswahl davon wird jetzt in einem Bildband veröffentlicht. Im Format 30×30  auf schönem Papier gedruckt handele es sich um ein Premiumprodukt, wie der 57-Jährige sagt.

Tom Klement ist nach einem turbulenten Berufsleben erst vor 20 Jahren zur Fotografie gestoßen. Als Ausreisewilliger sei ihm das Leben in der DDR nicht einfach gemacht worden. Nach zwei Lehren als Maschinen- und Anlagenmonteur und als Gastronom sei ihm die Leitung einer Gaststätte in seinem Heimatort Dresden entzogen worden. Er schlug sich mit Wohnungsauflösungen und Klavier-Restaurierungen durch, ging nach Ostberlin und managte  eine Showtanzgruppe mit seiner heutigen Lebensgefährtin Nicole Schäfer, erzählt er.

Bewilligt worden sei ihm der Ausreiseantrag nach sieben Jahren kurz vor der Wende. „Da war die Grenze in Ungarn auf und es gab keinen Grund mehr, die DDR zu verlassen.“ Nach der Wende war er im lmmobiliengeschäft unterwegs, bevor er, zunächst wegen seines im Motorsport engagierten Sohnes, begann, Kartrennen zu fotografieren. Früher als andere entdeckte er die Möglichkeiten der Digitalfotografie und deren Potential, Bilder noch bei Terminen auszudrucken und dabei sogar Kundenwünsche zu berücksichtigen.  „Daraus wurde mit den Jahren eine Berufung, die mit einem Fotografenkollegen in einem  Fotogeschäft in Magdeburg endete.“

Als seine Lebensgefährtin Nicole Schäfer vor fünf Jahren in Werder (Havel) die Tanzschule Vizavi gründete, entschied er sich, gemeinsame Zeit zu nutzen, um die Tanzschule zu managen und ein neues Fotostudio zu gründen.  Von Hochzeits-, Familien- und Kinderfotografie bis Industrie- und Veranstaltungsreportagen bedient er seitdem unter dem Label „Werderfoto“ ein breites Kundenspektrum.

Die Begleitung des Festjahres in Werder sei eine Herausforderung gewesen. Bei den unterschiedlichen Veranstaltungen konnte er sein Können als Reportagefotograf ausspielen. Zu seinen ständigen Begleitern gehört seine „Arbeitsmaschine“, die Nikon D4s, und ein sehr lichtstarkes Objektiv. In Innenräumen fotografiere er mit noch lichtstärkeren Festbrennweiten, arbeite gern mit dem verfügbaren Licht und verzichte meist auf ein Blitzlicht. Was mit seiner leistungsstarken Ausrüstung, wie der faszinierende Bildband zeigt, auch gelingt.

Das Spektrum an Jubiläumsveranstaltungen habe auch ihm als Fotograf gefallen, wobei er ganz besonders gern Konzerte begleitet habe. „Da trifft dann kreativ auf kreativ“, sagt er. Das Polizeiorchester, das Filmorchester, das Jazzfestival „Werder klingt“, das Shanty-Festival oder das Konzert mit Kerstin Ott hat er unter anderem begleitet. Doch es blieb bei Weitem nicht bei Konzerten, auch die anderen Themen hätten ihn gefordert.

Den Ehrenamtstag hat Tom Klement ebenso begleitet wie die Festsitzung der Stadtverordneten, die erste Pressekonferenz im Januar wie die Wirtschaftstage im Oktober. Die größte Herausforderung für seine Kameratechnik sei es gewesen, im stockfinsteren Scala-Kulturpalast die tolle Atmosphäre der Filmabende zu dokumentieren, bei denen historische Super 8-Filme vom Karneval und vom Stadtleben in den 1960er- und 1970er-Jahren gezeigt wurden.

Einfacher sei es da schon, ein buntes Spektakel wie den Festumzug mit der Kamera einzufangen, der im Bildband einen besonders großen Raum einnimmt. Man spürt in seinen Bildern die lebendige Atmosphäre dieses Tages, die Freude bei den Mitwirkenden wie beim Publikum.  Die Fotos von Tom Klement seien so farbenfroh und abwechslungsreich geraten wie das komplette Jubiläumsjahr, würdigen Bürgermeisterin Manuela Saß und ihr 1. Beigeordneter Christian Große in einem gemeinsamen Vorwort den 120 Seiten dicken Bildband, den die Stadt herausgibt. Er solle auch in den kommenden Jahren an das Festjahr erinnern und diejenigen würdigen, die daran mitgewirkt haben. (hkx)


Der Bildband ist  in der Tourist Information und in der Buchhandlung Hellmich zum Preis von 20 Euro erhältlich. Im Paket mit einer DVD zum Festumzug kostet der Bildband 25 Euro. Auch beim städtischen Weihnachtsmarkt am 1. Adventswochenende auf dem Marktplatz der Inselstadt kann man den Bildband und andere Erinnerungen an das Festjahr erwerben.