Weingala zum Jubiläum

Willkommen in Werder Havel

Der Weinbau in Werder hat eine jahrhundertealte Tradition. Dass es gelungen ist, diese Tradition nach der Wende erfolgreich und mit mehrfach ausgezeichneten Weinen wieder zu beleben, verdankt unsere Stadt dem Verein zur Förderung des historischen Weinbaus im Raum Werder (Havel) und der Stadt selbst, die die Bewahrung der Tradition fördert.

Einladung zur Festveranstaltung. Foto: Weinverein
Einladung zur Festveranstaltung. Foto: Weinverein

Das 20-jährige Jubiläum des Vereins wird am 20. November gefeiert. „Wir wollen uns nicht selbst ‚beweihräuchern’ – das ist eine Veranstaltung für Werder“, lädt Kerstin Otto, die Vorsitzende des Vereins, alle interessierten Werderaner und Werderanerinnen an diesem Abend auf die Bismarckhöhe ein. Bei der um 18.30 Uhr beginnenden Festveranstaltung gibt es nicht nur ein exklusives Sieben-Gänge-Menü – die Gäste haben dabei die seltene Möglichkeit, entsprechend korrespondierende Weine vom Phöbener Wachtelberg und Werderaner Wachtelberg zu kosten. „Wir wollen den Gästen bei dieser Gala die Weine näherbringen und Spaß haben“, so Kerstin Otto. Dazu gibt es Musik und Tanz – jenseits des Blütenballes also eine schöne Gelegenheit auch für die etwas Älteren, sich mal „in Schale zu werfen“ und ein rauschendes Fest zu erleben. Für die Tanzmusik sorgen live die Bands ‚Megasixties“ und ‚Sweet Devils‘.
Nichtvereinsmitglieder zahlen 65,00€, Vereinsmitglieder 50,00 € für diesen Abend, Karten gibt es über das Kontaktformular auf der Internetseite des Weinvereins oder können per E-Mail unter info@weinverein-werder.de bestellt werden.

Wohl jeder Werderaner weiß, dass unsere Weine zu den nördlichsten Qualitätsweinen Deutschlands gehören. Und die vielfältigen Prämierungen der Weine sprechen für sich. Zwar ist das Risiko hier gegenüber anderen bekannten Weinanbaugebieten höher – mit Wetterkapriolen oder Schädlingen muss immer gerechnet werden. Aber die Weinstöcke wachsen auf unserem berüchtigten Sandboden – und der erwärmt sich schnell. Durch die besondere Lage inmitten der vielen Seen freuen wir uns über meist mildere Temperaturen. Zusammen mit dem Fachwissen der Winzer und ihrer engagierten Arbeit beste Voraussetzungen also für Qualitätsweine! Die Ertragsrebfläche Deutschlands umfasst rund 102 000 Hektar. „Mit rund zehn Hektar insgesamt in Werder ist das hier übersichtlich. So eine Fläche hat ein einzelner Winzer beispielsweise in Rheinland Pfalz“, sagt Kerstin Otto. „Deshalb ist hier das Angebot entsprechend begrenzt. Unsere Weine sind jedoch von bestechender Qualität“, wirbt sie für den regionalen edlen Rebensaft. Und welcher Wein schmeckt nun am besten? „Das kann man ja so überhaupt nicht sagen“, lacht Kerstin Otto. „Das ist eine ganz individuelle Entscheidung und Geschmacksfrage“. Außerdem gibt es ja Weine für verschiedene Anlässe und da hängt der Geschmack und die Empfehlung auch immer mit den angebotenen Speisen zusammen.

Neben dem Wachtelberg (Regent, Dornfelder, Müller-Thurgau, Saphira, Kernling, Sauvignon blanc) mit rund sechs Hektar gibt es in Werder weitere Weinanlagen: rund 2500 Rebstöcke (Muscaris, Cabernet Blanc, Cabinda und Pinotin) gedeihen seit 2012 auf den 1,4 Hektar auf dem Galgenberg. Beim Galgenberg handelt es sich um die älteste Weinlage außerhalb der Insel Werder. Der Berg ist wahrscheinlich im 16. Jahrhundert erstmals mit Reben bepflanzt worden. Auf dem Phöbener Wachtelberg wachsen auf rund 5000 Quadratmetern seit 1999 die Rebsorten Dornfelder, Regent und Weißburgunder. Der Wein heißt „Kagelwit“ nach einem der bekanntesten Zisterziensermönche des Klosters Lehnin.
Auf rund drei Hektar wird auf dem historischen Weinberg in Töplitz wieder Wein angebaut. Weißburgunder, Riesling, Grauburgunder, Baccus, Saint Laurent, Regent und als Versuchsanbau Cabernet Blanc zeugen von der Weintradition des Werderaner Ortsteiles.

Wer jetzt noch mehr über den Werderschen Wein und den Verein zur Förderung des historischen Weinbaus im Raum Werder wissen möchte, schaltet am Montag, dem 16. November, das Radio ein. Radio Potsdam hat den Verein in die Sendung „Gemeinsam für HIER“ eingeladen. Ab 18 und bis 20 Uhr ist die Frequenz 89,2 (MHz UKW) also die erste Wahl.

Weitere Informationen im Internet:
Werderaner Wachtelberg und Galgenberg: www.weinverein-werder.de und weinbau-lindicke.de
Phöbener Wachtelberg: www.derkagelwit.de
Töplitz: www.weingut-toeplitz.de

Über den Verein:
Der  Verein zur Förderung des historischen Weinbaus im Raum Werder (Havel) wurde am 15. November 1995 gegründet. Fünfzehn Gründungsmitglieder setzten sich, mit Augenmerk auf den Erhalt des 1985 wiederentstandenen märkischen Weinbaus und damit den Erhalt des Werderaner Wachtelbergs, einige Aufgaben und Ziele. Heute zählt der Verein über 80 Mitglieder. Gemeinsam werden Veranstaltungen, wie der Auftritt auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin, die Jungweinprobe, das Osterfeuer auf dem Weinberg, Rebschnittseminare und das Winzerfest organisiert. Der Zweck des gemeinnützigen Vereins ist es den Weinbau im Raum Werder (Havel) als ein Denkmal des märkischen Weinbaus zu erhalten. Es soll ein Beitrag zur Pflege und Wiederbelebung der märkischen Weinbautradition geleistet werden und damit zur Verbreitung des Weinverständnisses und der Weinkultur beitragen werden. Der Verein steht für Traditionspflege, Informationen über den Weinbau gestern und heute, die Pflege der Weinkultur, die Stärkung der kulturellen Vielfalt in unserer Region sowie das aktive Vereinsleben.
Im Internet: http://www.weinverein-werder.de

Für Interessierte:
Die Entwicklung und wirtschaftliche Rolle des Weinbaus und der Weinkultur werden in dem vom Vereinsmitglied Dr. Roland Fröhlich zusammengestellten Buch „Am Polarkreis des Weinbaus – der Werderaner Wachtelberg“ ausführlich berichtet. Herausgeber ist der Verein. Erschienen ist das Buch im Vacat Verlag, ISBN: 3-930752-17-4, Preis 15 Euro.