Glindow

Glina, das slawische Wort für Ton, war im 14 Jahrhundert dafür verantwortlich, dass sich an dem wunderschönen See, einem Seitenarm der Havel, die ersten Siedler niederließen und begannen, das „Glindower Gold“, den Ton, für sich zu nutzen.

Das Symbol des Ortsteils ist noch heute die Ziegelei, die im Jahre 1462 mit dem Tonabbau und dem Brennen von Ziegeln begann. Ein regelrechter Bau-Boom im späten 19. Jahrhundert ließ den Glindower Ziegel zu einem Exportschlager werden. Das Ortsbild war geprägt von den rauchenden Schornsteinen der 50 Brennöfen von 18 Ziegeleien, denn insbesondere im wachsenden Berlin, wohin die Ziegel auf dem Wasserweg leicht transportiert werden konnten, benötigte tonnenweise Baumaterial. So wurden zu Spitzenzeiten täglich 600.000 Steine von 500 Ziegelarbeitern produziert.

Der erschöpfliche Vorrat an Lehm neigte sich aber bereits im Jahre 1906 dem Ende zu, zahlreiche Ziegeleien wurden geschlossen und die Tonwarenproduktion sollte sich nie wieder erholen, sie wurde im zweiten Weltkrieg völlig eingestellt. Die interessante Geschichte kann man im Ziegelmuseum bestaunen.

Heute zählt der Ortsteil knapp 4.000 Einwohner, die in einem Idyll – geprägt von Wasser und Obstbäumen – zu Hause sind. Seit Dezember 2001 zählt Glindow zu Werder (Havel). Fragt man einen Einwohner, würde er sich jedoch niemals als Werderaner bezeichnen – Glindower sind einfach stolz auf ihre Geschichte und das ist auch gut so. Viele Vereine sorgen auch hier für ein ausgewogenes soziales Gefüge. Glindower feiern gerne, haben eine große Karnevalskultur und der G.C.C. Helau feiert nicht nur ein prunkvolles Karnevalsprogramm, sondern ist auch bei Meisterschaften sehr erfolgreich. Alle Informationen zum Verein gibt es unter www.gcc-helau.de.

Nicht weniger actionreich geht es bei den Fußballern des FSV Eintracht Glindow zu. Los geht es mit den G Junioren bis hin zu den 1. Männern. Zusammenhalt wird hier groß geschrieben, Kräfte werden gebündelt. Der Verein besteht seit 1947, zählt heute 240 Mitglieder und wird von zahlreichen Sponsoren unterstützt, ohne die vieles insbesondere im Bereich Jugendarbeit nicht möglich wäre.

Was im Stadtbild nicht fehlen darf, ist die Kirschkönigin und das alljährliche Kirsch- und Ziegelfest, das am ersten Juniwochenende am Ufer des Glindower Sees stattfindet. Die Kirschkönigin repräsentiert den Ortsteil auf zahlreichen, bundesweiten Veranstaltungen. Das besondere am Amt der Kirschkönigin ist, dass auch immer ein soziales Projekt während der Amtszeit unterstützt wird.

Die Heimatverbundenheit der Glindower spiegelt sich nicht nur im Heimatverein und Heimatmuseum wider. Die „Klangkirschen“ und der gemischte Chor aus Glindow sorgen regelmäßig für musikalische Unterhaltung und kreatives Miteinander. Einen Überblick über alle Vereine des Ortsteils finden Sie im Internet unter www.glindow.net.

Und wenn Sie mal die Nase voll vom Wasser haben, ziehen Sie doch die Wanderschuhe an und klettern Sie ein bisschen durch die Glindower Alpen 🙂

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