Petzow

Auf einer Landbrücke zwischen dem Schwielowsee und dem Glindower See liegt Werders wohl beschaulichster Ortsteil. Das malerische Dorf Petzow wurde 1419 erstmals urkundlich erwähnt und gehört seit 1929 offiziell zu Werder. Spaziert man durch Petzow versteht man sofort, warum Theodor Fontane von diesem Fleckchen Erde ganz besonders angetan war. In seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ schreibt der bekannteste Schriftsteller des Havellandes: „Das Ganze ein Landschaftsbild im großen Stil; nicht von relativer Schönheit, sondern absolut.“

Diese absolute Schönheit ergibt sich aus einem malerischen Gesamtkunstwerk von Architektur und Landschaft. Die Dorfkirche, das Schloss Petzow, die Gutshofanlage, der Schlosspark – alle Elemente des idyllischen Dorfensembles lassen Spaziergänger durch vergangene Jahrhunderte wandeln. Es ist schon erstaunlich, wie viel Geschichte in dem kleinen Ort vereint wird.

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Maßgeblich geprägt wurde das Ortsbild von Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné. Besonders das Schloss, das nach Plänen von Schinkel errichtet wurde, ist ein beliebter Anlaufpunkt für Besucher. Seit 1814 ist das prachtvolle Herrenhaus in Besitz der Familie Kähne. Umgeben wird das Schloss von einem 15 Hektar großen Park, dessen Gestaltung Peter Joseph Lenné übernahm. Der Park ist ein idealer Ort zum Verweilen und Lustwandeln. Verlässt man den Park und spaziert Richtung Dorfkirche säumen zahlreiche Ziegelhäuser verschiedener Art den Weg. Die Häuser wurden mit Steinen aus der Ziegelei Kähne errichtet und repräsentieren das gesamte Spektrum der damaligen Baukunst. Für die Gestaltung der Dorfkirche zeichnete ebenfalls Karl Friedrich Schinkel verantwortlich. Der neuromanische Sakralbau ist vor allem bei Heiratswilligen aus der ganzen Region beliebt. Das ist nicht verwunderlich, schließlich ist die Kirche heute das kulturelle Zentrum des Dorfes und sie bietet einen fantastischen Blick auf den Petzower Haussee.

Die ehemalige Ziegelei wurde im 20. Jahrhundert zur „Villa Berglas“ und gelangte nach dem 2. Weltkrieg über Umwege an den DDR Schriftstellerverband, welcher hier ein Erholungsheim etablierte. Alles, was schriftstellerisch in der DDR Rang und Namen hatte, kam in die Villa nach Petzow, um Ruhe und Entspannung zu finden. Vor den Schriftstellern war das Dorf schon bei den Preußenkönigen äußerst beliebt. Die kunstvolle Kombination aus prachtvollen Parkanlagen und architektonischer Brillanz ist seit Jahrhunderten für Besucher aller Art reizvoll.

Um dieses Erbe zu erhalten hat sich der Heimatverein Petzow seit dem Jahr 2002 der Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde sowie des Denkmalschutzes und der Kunst und Kultur verschrieben. Über das ganze Jahr verteilt finden zahlreiche heimatlich interessante Veranstaltungen statt. So erfreut sich z.B. das Petzower Parkfest Anfang September immer wieder größter Beliebtheit. Von 11-18 Uhr können die Besucher am 16. September 2018 u.a. ein Eröffnungskonzert in der Kirche, Live-Musik sowie Köstlichkeiten vom Grill genießen. Und seit drei Jahren organisiert der Heimatverein gemeinsam mit Gleichgesinnten ein ganz besonderes Event: Beim großen Wanderevent „24 Stunden Potsdam-Havelland“ können Wanderfreunde von Nah und Fern Strecken von 25, 50 oder 100 Kilometer zurücklegen. Start und Ziel ist Caputh am Schwielowsee.

Eine kleine Beere sorgt außerdem dafür, dass der Ort auch über die Stadtgrenzen hinaus und sogar weltweit in aller Munde ist. Im Sanddorngarten der Familie Berger geben sich Gäste aus nah und fern den kulinarischen Genüssen rund um das Thema Sanddorn hin. 

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