Werderaner Früchtchen sind jetzt „Kita mit Biss“

Freude über das Zertifikat: Joachim Thiele (SPD) vom Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Sport, die Kita-Leiterin Katrin Weimann, Agnes Lehmann vom Zahnärztlichen Dienst des Landkreises Potsdam-Mittelmark, Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU), Carla Satzy-Rosemeier vom Zahnärztlichen Dienst des Landkreises Potsdam-Mittelmark und drei fröhliche „Früchtchen“ aus der Kita im Hohen Weg. Foto: wsw

Werder (Havel), 9. August 2017 – Mit dem Zertifikat „Kita mit Biss“ wurde heute die Kita „Werderaner Früchtchen“ ausgezeichnet. Agnes Lehmann vom Zahnärztlichen Dienst des Landkreises Potsdam-Mittelmark übergab das Zertifikat an die Kita-Leiterin Katrin Weimann.

Oft ein leidiges Thema – Zähneputzen. Dass aber fleißiges Zähneputzen zum Alltag gehört, lernen die meisten Kinder schon zu Hause. Wenn dann noch in der Kita nach dem Mittagessen das so wichtige Ritual dazu kommt, ist das der beste Weg zu dauerhaft gesunden Zähnen. Weitere Handlungsleitlinien, die für die Verleihung mit dem Zertifikat erfüllt werden müssen, sind unter anderem der Verzicht auf Nuckelflaschen und Trinklerngefäße, sobald die Kinder aus der Tasse trinken können, die Förderung des Abstellen von Lutschgewohnheiten spätestens zum dritten Geburtstag, das Angebot eines gesunden Frühstückes, das Angebot von ungesüßten Getränken oder der „zuckerfreie Vormittag“.

So wird bei den Früchtchen frisches Obst angeboten (Foto) und auch das Trinkwasser (Foto) – manchmal als Schorle – immer frisch angeboten.

Das Präventionsprogramm hat das Ziel, die Mundgesundheit bei Kindern im Land Brandenburg zu fördern und frühkindliche Karies zu vermeiden, wie Agnes Lehmann vom Zahnärztlichen Dienst des Landkreises Potsdam-Mittelmark erläutert. Dazu besucht sie mit Carla Satzy-Rosemeier regelmäßig alle Kinder in Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen. „Die Kita im Hohen Weg ist die erste Kita in der Stadt Werder (Havel), die den Titel tragen darf“, informiert Lehmann. Brandenburgweit gebe es derzeit 461 Kitas, die zertifiziert sind, im Landkreis sind es aktuell 34. Von 18 Landkreisen und kreisfreien Städten im Land beteiligen sich 15 an dem Präventionsprogramm.

Eingeführt wurde das Präventionsprogramm, als Untersuchungsergebnisse des Zahnärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes Frankfurt (Oder) einen hohen Anteil von Kindern mit frühkindlicher Karies zeigten. Im Jahr 2003 wurde das zum Anlass genommen, Präventionsstrategien zu entwickeln. Daraus wurde die „Kita mit Biss“. Die Zahnärztlichen Dienste der Landkreise beraten die Kitas heute zu den Handlungsleitlinien und empfehlen ihnen, sich für das Zertifikat zu bewerben, wenn sie sie erfüllen.

So war es auch in Werder, erzählt die Leiterin der Kita Werderaner Früchtchen, Katrin Weimann. Einmal im Jahr komme das Team des Zahnärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes des Landkreises und berate neben der Vorsorgeuntersuchung und der Gruppenprophylaxe für die Kinder auch die Erzieher. Um die Eltern zu erreichen, werden vom zahnärztlichen Dienst Elternabende zum Thema Zahn- und Mundgesundheit angeboten.

„Dass wir bei den Werderaner Früchtchen nach dem Mittagessen die Zähne putzen und auch vermitteln, wie es richtig geht, wurde von den Experten wohlwollend zu Kenntnis genommen“, so Katrin Weimann.  Mit dem Zähneputzen werde bei den großen Krippenkindern begonnen. Wenn die Kinder größer sind, dann klappe es immer besser mit der Motorik und die Zahnpasta kleckert nicht mehr.

„Mit gesunden Milchzähnen haben Kinder gut lachen und die besten Chancen für ein kariesfreies Gebiss, mit dem Kauen und Sprechen lernen kinderleicht ist“, heißt es in den Handlungsleitlinien. Denn Zahnpflege und Vorsorge zahlen sich auch im späteren Leben aus. Geputzt wird in den Kitas nach der „KAI“-Zahnputzsystematik, wie Agnes Lehmann erläutert. Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen – das wird je nach dem Entwicklungsstand der Kinder gelernt und nach der Hauptmahlzeit umgesetzt.

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß gratulierte und betonte dabei, dass die Erzieher allerdings nur einen pädagogischen Impuls geben könnten. „Selbst bei einer ‚Kita mit Biss‘ liegt auch in Zukunft die Hauptverantwortung für die Zahngesundheit der Kinder bei den Eltern“.

Die werden aber auch durch einen von der Kita ausgereichten Flyer informiert. Darin stehen Tipps und Hinweise, es wird aber auch das Angebot unterbreitet, Fragen zu beantworten. So wird auch bei den genannten Elternabenden oder Elterninformationsveranstaltungen verfahren.

Agnes Lehmann vom Zahnärztlichen Dienst würde sich wünschen, dass sich alle Kitas die Zeit nehmen, um mit den Kindern nach der Hauptmahlzeit die Zähne zu putzen und auf die Zahngesundheit zu achten. Das Zertifikat „Kita mit Biss“ solle ein kleiner Ansporn dazu sein. Das Team des Zahnärztlichen Dienstes unterstützt und begleitet gern weitere Kitas bei der Umsetzung der Handlungsleitlinien und beantwortet gern alle Fragen. (low)

Zahnärztlicher Dienst

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