Werders Jäger bitten um mehr Verständnis für die Jagd

Werder (Havel), 30. November 2016 – Werders Jäger werben um mehr Verständnis für die Bedeutung der Jagd. Zunehmend stoße man auf Unverständnis, wenn man Waldspaziergänger oder nächtliche Jogger abseits der Wege um Rücksicht auf die Jägerschaft und ihre Jagdeinrichtungen bitte, wie es bei der jährlichen Zusammenkunft von Jagdgenossenschaften und Jagdpächtern mit Bürgermeisterin Manuela Saß am vergangenen Freitag hieß. Probleme gebe es sogar, wenn Passanten darüber aufgeklärt werden, dass Hunde im Wald laut Brandenburger Waldgesetz an der Leine zu führen sind, äußerten Jagdpächter.
Bürgermeisterin Manuela Saß betonte nach dem Treffen die Bedeutung der acht Jagdgenossenschaften und ihrer Jagdpächter im Stadtgebiet von Werder (Havel). „Mit der Ausübung der Jagd können nicht nur Wildschäden in der Landwirtschaft und in bewohnten Bereichen verhindert werden. Es geht auch um die Hege eines vitalen und unserer havelländischen Kulturlandschaft angepassten Wildbestandes.“ Nicht zu vergessen sei, dass Jäger Tag und Nacht bei Wildunfällen ansprechbar seien, um die Straße zu beräumen und häufig auch, um das Wild von seinem Leid zu erlösen.
Bei dem Treffen wurden auch andere „heiße Eisen“ angesprochen: Die Jäger aus den Revieren Bliesendorf, Glindow und Plötzin-Plessow berichteten von der spürbaren Präsenz des Wolfes in ihren Revieren. Damwild, Rehwild und Niederwild seien massiv zurückgegangen, während das Wildschwein in Maisplantagen und nach deren Ernte an Siedlungsränder ausweiche. Die Jäger begrüßen grundsätzlich, dass der Wolf wieder in Brandenburg zu Hause ist, äußerten sich aber skeptisch hinsichtlich seiner unkontrollierten Ausbreitung.
In den Revieren Kemnitz-Phöben, Töplitz und Werder (Havel) ist vor allem Raubwild ein Problem. Zwar werde es gejagt und mittels Fallen dezimiert. Waschbären und Marderhunde würden sich dennoch immer weiter ausbreiten wie es hieß. Im Töplitzer Bereich etwa zerstöre das Raubwild die artenreiche Fauna in Uferbereichen. Es  gebe spürbar weniger Gänse, Enten und Blesshühner. Der Eindruck der Jäger: Das Raubwild wird auch durch Katzenfütterungen von Bürgern und wilden Kompostanlagen angelockt. Sie müssten stärker sensibilisiert werden, dass die Fütterung den auf der Terrasse unerwünschte Nebeneffekte auf die Tierwelt hat. Auch vor der Gefahr der Krankheitsübertragung wurde gewarnt. (red)