Der Winterdienst ist unterwegs in Werder (Havel).

Werder (Havel), 5. Januar 2017 – Der erste Schnee ist gefallen, die Kinder freuen sich – Hausbesitzer greifen zu Schippe und Besen. Denn Hausbesitzer sind per Gesetz verpflichtet, vor ihren Grundstücken dafür zu sorgen, dass niemand zu Schaden kommt.

Auch die Kommune hat Verpflichtungen – wir sprachen mit Christian Große, dem 1. Beigeordneten der Stadt Werder (Havel), über den Winterdienst.

Herr Große, über den Winterdienst werden ja gern deutschlandweit Witze gerissen. Dann heißt es, dass die Behörden offenbar nicht wussten, dass bei dieser Jahreszeit auch mal Schnee fallen kann. Was meinen Sie dazu?

Christian Große: Sich ändernde Wetterlagen und insbesondere starke Schneefälle oder Blitzeis stellen uns alle vor große Herausforderungen: die Bürger, die Kommunen und auch die Räumdienste. Jeder Mensch hat ja die Erwartung, dass vor seiner Haustür oder auf der Straße, auf der er zur Arbeit fährt, bestenfalls binnen einer Viertelstunde nach dem großen Schneefall alles blitzsauber beräumt und abgestumpft ist. Das funktioniert beim besten Willen nicht. Wenn man das umsetzen wollte, würde man einen riesigen Technikpark und Unmengen an Personal benötigen. Und weil das nicht geht, sind wir in solchen Situationen auf gegenseitiges Verständnis, auf Rücksichtnahme und ein vorsichtiges Verhalten aller Verkehrsteilnehmer angewiesen. Da zeigt uns die Natur bisweilen unsere Grenzen auf. Das gilt ja auch für die Anlieger.

Was muss ich als Einwohner in einer solchen Situation beachten?

Christian Große: Die städtische Straßenreinigungssatzung sagt nicht nur aus, dass die Gehwege und Anliegerstraßen durch die Anlieger sauber zu halten sind.
Sie beschreibt auch die Pflicht der Schneeberäumung und des Abstumpfens der Gehwege. Das muss in der Zeit von 7 bis 20 Uhr, wenn erforderlich mehrmals, erfolgen.
Je nach Wetterlage sollte dafür jeder etwas Zeit einplanen.

Der Schnee muss beseitigt und glatte Wege abgestumpft werden, wobei Salz dafür bis auf wenige Ausnahmen verboten ist. Salz stellt nicht nur eine Gefährdung für Grünflächen dar, sondern schädigt auch den Betonstein der Gehwege, der kann dadurch porös werden und nach dem Winter platzen.
Wer sich nicht an die Satzung hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Im vergangenen Jahr sind zu diesem Thema 41 Verfahren geführt worden.

Und wo räumt die Stadt?

Christian Große: Wie die Bürger muss sich natürlich auch die Stadt an ihre eigene Straßenreinigungssatzung halten. Unser Bauhof bemüht sich bei Schneefall oder Eis, zunächst die wichtigsten Bereiche vor städtischen Grundstücken wie zum Beispiel Schulen freizubekommen. Außerdem ist die Stadt verpflichtet, Hauptverkehrsstraßen und Straßen zu beräumen, die zu Hauptverkehrsstraßen führen. Damit haben wir Dienstleister beauftragt. In der Satzung sind das die Straßenkategorien A und B, während die Kategorie C, die Anliegerstraßen, von den Anliegern selbst zu beräumen sind.
Wenn es ganz schlimm kommt, versuchen wir, soweit es geht auch dort behilflich zu sein. Jeder kann seine Straßenkategorie herausbekommen, indem er einfach in die Straßenreinigungssatzung schaut, zu finden unter www.werder-havel.de, Stichwort Straßenreinigungssatzung. Alles in allem möchte ich aber sagen, dass unser Winterdienst in den vergangenen Jahren gut funktioniert hat, wobei es hier und da leider immer noch säumige Bürger gibt. (red)