Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen wenig bekannt

2017: Aus Pflegestufen werden Pflegegrade

Gemeinsam etwas erleben im Alter. Möglichkeiten gibt es viele - und Unterstützung von den Pflegekassen.

Werder (Havel), 26. September 2016 – Pflegebedürftige Menschen können über die erforderliche Hilfe bei den täglich wiederkehrenden Verrichtungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und der hauswirtschaftlichen Versorgung hinaus auf Dauer einen erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung haben. Darauf weist Karina Eggert, Inhaberin der Karina Hauskrankenpflege GmbH hin.  „Es ist wirklich bedauerlich, dass das viele Menschen gar nicht wissen“, sagt sie.

Bei den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen handelt es sich um einen Zuschuss, der zweckgebunden nur für die gesetzlich normierten Sachleistungsangebote in Betracht kommt. 104 Euro im Monat können Pflegebedürftige erhalten. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Die Feststellung des Bedarfs wird vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung MDK vorgenommen. Die Pflegekasse lässt also den Leistungsantrag des Versicherten in einem Feststellungsverfahren prüfen. Handelt es sich um Versicherte mit in erhöhtem Maße eingeschränkter Alltagskompetenz, können  sogar Leistungen bis in Höhe von 204 Euro monatlich in Anspruch genommen werden. Das bedeutet also, dass jährlich bis zu 1 248 Euro bzw. 2 496 Euro zusätzlicher Leistungen durch die Pflegekasse bezahlt werden.

Auf den Besuch des MDK sollte man sich vorbereiten – nötige Informationen rund um die Begutachtung gibt es bei einem Pflegedienst, bei der Krankenkasse oder bei unabhängigen Pflegeberatungen.

Karina Eggert, Geschäftsführerin der Karina Hauskrankenpflege GmbH, berät mit ihrem Team in allen Fragen zur Pflege.
Karina Eggert, Geschäftsführerin der Karina Hauskrankenpflege GmbH, berät mit ihrem Team in allen Fragen zur Pflege.

„Es geht bei diesen Leistungen unter anderem auch darum, die pflegenden Angehörigen zu entlasten“, erklärt Karina Eggert. Diese zusätzlichen Betreuungsleistungen müssen aber beantragt werden. Das kann der Versicherte selbst tun, in den meisten Fällen wird das aber der Betreuer, der Bevollmächtigte oder der gesetzliche Vertreter sein.

Pflegebedürftige und pflegende Angehörige können sich kostenfrei bei der Pflegeberatung ihrer Pflegekasse bzw. Pflegeversicherung oder eines Pflegestützpunkts informieren, wie die Verbesserungen entsprechend der individuellen Situation optimal genutzt werden können. „Wir von der Karina Hauskrankenpflege sind gern bereit, Interessierte jeweils persönlich und ganz individuell auf ihren Fall zugeschnitten zu beraten und natürlich bei den weiteren Schritten zu begleiten“, informiert die Fachfrau.

Karina Eggert: „War für die Gewährung von zusätzlichen Betreuungsleistungen durch die Pflegekasse bis Ende 2014 Voraussetzung, dass ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung vorlag, so wurde 2015 der Anspruch auf alle Pflegebedürftigen ausgeweitet“.

„Diese Ansprüche“, so Karina Eggert, „können sogar angespart werden“. Das heißt, nach entsprechender Antragstellung bei der Pflegekasse können die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen auch erst bei späterem Bedarf genutzt werden. Allerdings verfallen nicht verbrauchte Ansprüche am 30. Juni des Folgejahres.

„Der Leistungsinhalt ist schon beachtlich“, verweist Karina Eggert auf vielfältige Möglichkeiten der Inanspruchnahme. So gibt es u.a. den Zuschuss für zusätzliche Betreuungsleistungen als Ergänzung bei der Regelleistung der Tages- und Nachtpflege sowie der Kurzzeitpflege.

Interessant sind auch die Möglichkeiten bei der Inanspruchnahme von besonderen Angeboten der Betreuung von zugelassenen Pflegediensten und bei niedrigschwelligen Betreuungsangeboten. „ Wir haben bei der Karina Hauskrankenpflege verschiedene solcher Angebote für Betreuung, Beaufsichtigung und Anleitung der pflegebedürftigen Person, auch für tagesstrukturierende Maßnahmen“, informiert sie.

Ab 2017 heißen die „Pflegestufen“ übrigens „Pflegegrade“. Denn ab Januar 2017 tritt die Reform der Pflegestufen in Kraft. Nachdem jahrelang kritisiert wurde, dass die Pflegeleistungen nicht gerecht an die Bedürfnisse Pflegebedürftiger mit eingeschränkter Alltagskompetenz – also überwiegend Menschen mit Demenz – angepasst sind, soll sich das nun grundlegend ändern. Wurde bislang hauptsächlich in die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit aufgenommen, wie körperlich eingeschränkt jemand ist, wird dem jetzt die psychische Erkrankung gleich gesetzt. So soll die Einteilung der Pflegestufen – dann Pflegegrad – gerechter werden.

Die Umstellung der Pflegestufen erfolgt formal:

Pflegestufe 0 wird Pflegegrad 1

Pflegestufe 1 wird Pflegegrad 2

Pflegestufe 1 plus eingeschränkte Alltagskompetenz wird Pflegegrad 3

Pflegestufe 2 wird Pflegegrad 3

Pflegestufe 2 plus eingeschränkte Alltagskompetenz wird Pflegegrad 4

Pflegestufe 3 wird Pflegegrad 4

Pflegestufe 3 plus eingeschränkte Alltagskompetenz wird Pflegegrad 5

Härtefall wird Pflegegrad 5.

Zur Begutachtung wird bei neuen Fällen von Pflegebedürftigkeit dann das neue „Begutachtungsassessment (NBA)“ zur Anwendung kommen. Das ist ein System, bei dem durch den MDK zwar weiterhin bewertet wird, inwieweit der Pflegebedürftige in der Lage ist, seinen Alltag selbst zu gestalten, jedoch wird die Zeitmessung verändert und spielt keine so große Rolle mehr in der Bewertung. Zudem sollen neue Messmethoden bessere Ergebnisse bringen. Mit der neuen Punktvergabe auf einer Skala von 0 bis 100 soll eine ganzheitliche Bewertung erfolgen. Auch zu den neuen Regelungen ab 2017 kann man sich in der Karina Hauskrankenpflege natürlich beraten lassen.

Kontakt:
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14542 Werder (Havel)
Telefon: 0 3327 56 70 41
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