126 Kikerikis führten zum Sieg

Der temperamentvolle Zwerg-Wyandotte von Daniel Drews krähte in einer Stunde 126 Mal und holte sich damit den ersten Platz bei den Zwerghähnen., Foto: Klix

Werder (Havel), 2. Mai 2019 – Der Maifeiertag wurde mit dem traditionellen Wettbewerb des Werderaner Rassegeflügelvereins Hoffnung eingeläutet. Hähne von Züchtern des Vereins und befreundeter Vereine aus der Umgebung treten dabei gegeneinander an. Im wunderschönen Garten im Hohen Weg 56 standen 27 Käfige mit prachtvollen Hähnen. Einzelne Käfige blieben leider leer, einen Marans aus Phöben soll sich vor dem Wettbewerb der Marder geholt haben.

Christian Kärger, Madeleine Reichelt und Christian Große, Foto: wsw

Als Baumblütenkönigin Madeleine Reichelt die Glocke läutete, schien vielen der gefiederten Wettbewerbsteilnehmer bewusst zu werden, dass es jetzt ernst wird. Aber längst nicht allen. Der schwarze Zwerg-Orpington von Organisator und dem Vorsitzenden des Rassegeflügelzüchtervereins Christian Kärger gab im Konzert seiner Konkurrenten keinen Laut von sich. In der Zeit von 10-11 Uhr wurde gemessen, wie oft ein Hahn kräht. Ein Juror beobachtete jeweils vier Hähne und notierte sich die Anzahl der Kikerikis.

Wir wollten von einem Vereinsmitglied wissen, ob man die Hähne auf den Wettkampf besonders vorbereiten kann. Dies sei nicht der Fall. Jeder, der Hähne zu Hause hält, wisse um dessen Kräh-Qualitäten. Danach würden die Wettbewerbsteilnehmer ausgewählt. “Wobei Hähne, die auf dem heimischen Hof gerne den Schnabel aufreißen, beim Wettkampf auch schnell ganz kleinlaut werden”, so das RGZV-Vereinsmitglied.

So haben einige Hähne in den ersten 15 Minuten noch nicht ein Mal gekräht, während ein anderer Hahn bereits 27 Mal gekräht hat. Für einige Tiere sei die fremde Umgebung, die vielen Menschen und die krähenden Artgenossen ein Ansporn, andere schüchtere das eher ein. Das sei auch von der Tagesform abhängig. Ein älterer Züchter erzählte dass ja auch der Charakter der Tiere völlig unterschiedlich sei. Während er beim vertrauten Welsumer zum Beispiel aufpassen muss, dass er beim Füttern nicht drauf tritt, gehöre der Vorwerk zum menschenscheueren Geflügel.

Ein temperamentvoller Zwerg-Wyandotte schien schon nach einer halben Stunde in seinem Frühlingsrausch nicht mehr einzuholen sein. Er gehörte Daniel Drews aus Derwitz. Sein Hahn krähe auch zu Hause oft und laut. “Zum Glück habe ich keine Nachbarn in der Nähe.” Andere Züchter erzählten, dass sie die Nachbarschaft gelegentlich mit einer Packung Eier befrieden. Meistens aber gebe es Verständnis.

Das Krähkonzert war imposant und besonders die jungen Zuhörer zeigten sich begeistert und standen mit offenen Mündern vor den Hähnen, die sich vor jedem Krähen ordentlich aufplusterten und streckten. Der Wettbewerb ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, der Garten füllte sich schnell mit vielen Kindern.

Der Hahn von Daniel Drews hat den Wettbewerb schließlich gewonnen: 126 Mal krähte der Zwerg-Wyandotte in einer Stunde. Bei den großen Hähnen brachte es der beste auf 87 Kräher. Kein ungewöhnlicher Abstand, kommentierte Organisator Christian Kärger. “Es ist wie bei den Menschen”, erzählte er. “Die Kleinen krähen öfter als die Großen.” Nur sein Zwerg-Orpington hatte an dem Tag leider nicht mitgespielt. (wsw, wh)

Die Gewinner:

Jugend 1. Tjark Lindicke 2. Claudia Kühröber 3. Bjarne Lindicke
Große Hähne 1. Hartmut Polz 2. Jürgen Matznick 3. Jürgen Matznick
Zwerghähne 1. Daniel Drews 2. Georg Völker 3. Wilhelm Petschig