Ratgeber (1): Unsere Tiere im Winter

Der Winter ist doch noch zu uns gekommen – wir Menschen ziehen die dicke Jacke an, stülpen uns eine Mütze auf den Kopf und gehen mit dicken Stiefeln raus. Doch was müssen wir bei unseren Haustieren beachten? Euer Stadtportal wirsindwerder.de hat sich bei Dr. Inga Vetrella-Paare, Fachtierärztin für Klein- und Heimtiere mit Praxissitz in der Mielestraße 2 in den Havelauen, schlau gemacht.

Androzh, Lotte und Iza genießen es sichtlich im Schnee zu toben
Androzh, Lotte und Iza genießen es sichtlich im Schnee zu toben

Während wir Zweibeiner in dieser Jahreszeit statt zum Apfel gern mal zur Vitamintablette greifen, ist das bei gesunden Haustieren nicht nötig. Ebenso wie eigentlich gesunde Menschen, die sich vielseitig ernähren, brauchen auch Tiere keine zusätzlichen Gaben von Vitaminen oder Mineralstoffen – „eine gute Futterqualität vorausgesetzt“, wie Dr. Vetrella-Paare bestätigt.
Zu jeder Jahreszeit brauchen Hunde natürlich Bewegung an der frischen Luft. Bei älteren oder kränklichen Tieren darf die Gassi-Runde bei Minusgraden durchaus mal kürzer ausfallen. Alle anderen Hunde toben auch gern, wenn es kalt ist. Empfindliche Pfoten können mit entsprechenden Salben eingecremt werden. Dr. Vetrella-Paare: „Melkfett oder Olivenöl sind auch geeignet, um die Pfoten vor Streusalz oder Splitt zu schützen.“ Dass man sich die Pfoten nach dem Aufenthalt im Freien ansieht und notfalls reinigt, versteht sich ja von selbst.
Die so modernen Mäntelchen oder andere Winterkleidung sind nur nötig, wenn die Hunde sehr zierlich, kurzhaarig oder kränklich sind. „Ein gutes Winterfell schützt einen gesunden Hund eigentlich ausreichend. Aber die Entscheidung muss man von Rasse zu Rasse treffen“, meint Dr. Vetrella-Paare.
Sie warnt davor, Hunde zu viel Schnee fressen zu lassen – auch wenn die das mögen: „Der kalte Schnee kann zu Durchfall oder Erbrechen führen“. Zudem ist der Schnee vielerorts verunreinigt. Auch das kann dem Magen schaden.
Dass sich der Hund schüttelt, um nach dem Spaziergang den Schnee aus dem Fell zu bekommen, reicht meist aus. Im Notfall kann man den Schnee auch noch aus dem Fell bürsten. Sollte das Tier jedoch klatschnass sein, sollte man es durchaus mit einem Tuch trocken rubbeln.
Katzen sind charakterstark – wenn es ihnen zu kalt ist, suchen sie sich ohnehin ein warmes Plätzchen und regeln ihren Ausgang allein. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass eine vorhandene Katzenklappe auch immer zugänglich ist.
Wer einen Fischteich sein Eigen nennt, kann jetzt beobachten, dass auch der zufriert. „Vorsicht“, mahnt Dr. Vetrella-Paare, die Oberfläche darf auf keinen Fall vollständig zufrieren. „Die Sauerstoffzufuhr muss gewährleistet sein. Da gibt es entsprechende Eisfreihalter, beispielsweise aus Styropor“.
Pferde bleiben erfahrungsgemäß im Winter ohnehin nicht acht oder mehr Stunden draußen, es mangelt ja auch an Gras. „Mit ihrem Winterfell sind sie aber für kürzere Zeiten draußen sehr gut geschützt“. Pferde, die aus verschiedenen Gründen kein Winterfell haben, sollten bei ihrem Aufenthalt im Freien mit Decken geschützt werden, empfiehlt die Fachtierärztin.
Bei Meerschweinchen, die im Haus gehalten werden, gibt es ihrer Erfahrung nach nicht viel zu beachten. „Eine gesunde Ernährung ist natürlich auch hier wichtig“. Sollte es sich um Meerschweinchen handeln, die draußen gehalten werden, „sollte der Unterschlupf mindestens 4 bis 5 Grad warm sein“. Unempfindlicher sind da schon Kaninchen. Die haben ein dickes Fell. Die Ställe der Kaninchen sollten jedoch dick mit Stroh ausgepolstert sein, so dass sich die Langohren schön einmummeln können und auch vor Wind oder Schneefall geschützt sind.
Wie den meisten Haustieren und übrigens auch den Menschen – schadet auch den Wellensittichen zu warme und trockene Zimmerluft. „Man muss für Feuchtigkeit im Raum sorgen, zum Beispiel mit Zimmerpflanzen“, rät Dr. Vetrella-Paare. „Das Wasserangebot für die Tiere sollte erhöht werden, außerdem können Luftbefeuchter an die Heizung gehängt werden“. Durch regelmäßiges Lüften bleibt die Luft sauerstoffreich. Hier ist aber zu beachten, dass die Wellensittiche keiner Zugluft ausgesetzt sind.
Kommen Sie gut durch den Winter – mit gesunden Haustieren! Und wenn Sie noch Fragen haben, können Sie sich bei Dr. Vetrella-Paare die Antworten holen. (www.tierarzt-havelauen.de, Tel. 03327 7274702, E-Mail: info@tierarzt-havelauen.de)

"Häh! sieht alles anders aus hier" Lotte und Vanity auf Erkundungstour!
“Häh! sieht alles anders aus hier” Lotte und Vanity auf Erkundungstour!
Und nach der Sause im Schnee, kuscheln !
Und nach der Sause im Schnee, KUSCHELN !