60 Jahre Riegelspitze

Werders Natur- & Urlaubsparadies

Werder (Havel) OT Petzow, 21. Dezember 2021 – Schwere Maschinen rücken an – Abreißen und Neubauen – ein Spiel, das Familie Kinkel in den letzten Jahrzehnten schon öfter gespielt hat und auch dieses Mal routiniert und gelassen sieht. 

„Wir sind da ganz zuversichtlich, dass das neue Sanitärgebäude zum Saisonbeginn im April fertig ist“, freut sich Campingplatz-Chefin Fanny Kinkel. Vor gut 20 Jahren hat sie den nun bald 60 Jahre bestehenden Platz von ihrer Mama Heidrun übernommen, die vor widerum 30 Jahren den Pacht-Zuschlag für den ehemaligen Intercampingplatz erhielt. 

Schon vor Beginn der Selbstständigkeit war sie lange Zeit die gute Seele des Platzes, damals noch als Sachgebietsleiterin für Erholungswesen beim Rat der Stadt Werder (Havel) angestellt. „Das war eine aufregende Zeit“, erinnert sie sich. Zwar kannte Heidrun Kinkel den Platz aus dem Effeff, jedoch verursachten die rund 2 Millionen Mark, die sie damals investieren musste, für die eine oder andere schlaflose Nacht.

Die Wasser- und Abwasserleitungen wurden verlegt, neue Stellflächen wurden geschaffen, das Duschhaus und die Ferienwohnungen wurden modernisiert, eine Gaststätte wurde ihm einstigen Mehrzweckraum eröffnet, eine Behinderteneinrichtung gebaut und der Spielplatz erneuert. Damit zählte der D/139 nicht nur zu den größten und ältesten Campingplätzen im Land Brandenburg, sondern auch zu den modernsten. 

Pro Tag zahlte eine Familie mit einem Kind 20 Mark – im Vergleich zu anderen Einrichtungen lag der Campingplatz damit im guten Durchschnitt. Die Beliebtheit des Platzes war so groß, dass in der Hochsaison allabendlich Camper vor der Schranke abgewiesen werden mussten – der Platz war einfach restlos belegt. Man kannte natürlich damals die Anlegezeiten der Fähren aus Dänemark und Schweden und wusste, dass ein paar Stunden später die ersten Campinggäste vor der Schranke stehen würden. Die Zeiten des Anreisens ohne Reservierung waren vorbei. 

Und auch zum Ende der 1990er-Jahre verlor der Campingplatz Riegelspitze nichts von seiner Anziehungskraft. Bis zu 1300 Gäste tummelten sich zu Spitzenzeiten auf dem Platz – darunter 120 Dauercamper, die dem Platz zum Teil seit mehreren Jahrzehnten die Treue halten und bei den jährlichen Arbeitseinsätzen zu Saisonbeginn tatkräftig mit anpackten und natürlich im Anschluss auch gemeinsam feierten und eine unbeschwerte Zeit verbrachten. 

Zur Jahrtausendwende tritt Tochter Fanny Kinkel nach dem Abschluss ihres Betriebswirtschaftsstudiums in den Zeltplatzbetrieb mit ein und leitet seitdem gemeinsam mit ihrer Mutter die Geschicke des Platzes. 

Die größte Investition erfolgte im Jahr 2008, als ein 300 Quadratmeter großes Sanitärgebäude mit Kinderbad, Mietbädern, Wäschewaschraum, Fußbodenheizung und Solaranlage neu errichtet wurde. 

Und so ging es auch in den Folgejahren weiter … Der Platz ist heute bestens ausgestattet und erfüllt alle Vorzüge des modernen Campings. 

„Und die nächste Generation steht auch schon in den Startlöchern“, freut sich Heidrun Kinkel und schaut zu ihren beiden Enkelkindern Lilly und Felix. Auf dem Campingplatz Riegelspitze wird nämlich seit je her Familienzusammenhalt großgeschrieben. (wsw)