700 Patienten in Anlaufstelle für Atemwegserkrankte versorgt

Auch Karfreitag und Ostermontag geöffnet

Werder (Havel), 7. April 2020 – Nach dreiwöchigem Betrieb fällt die Zwischenbilanz für die Anlaufstelle für Atemwegserkrankte in Werder (Havel) weiter positiv aus. Bis einschließlich Montag, den 6. April, wurden 701 Patienten mit Atemwegsinfektionen in der Anlaufstelle versorgt. 200 dieser Patienten waren Corona-Verdachtsfälle.

Zur Abklärung einer Infektion wurde diesen Verdachtsfällen von den Ärtzinnen oder Ärzten eine Probe aus den oberen und/oder tiefen Atemwegen entnommen. Diese Abstriche werden anschließend an ein Diagnostiklabor geschickt, das prüft, ob das neuartige Coronavirus in der Probe enthalten ist.

„Einige dieser Patienten hätten in den Hausarztpraxen andere Patienten, die Schwestern und die Ärzte möglicherweise gefährden können”, sagt die Lehniner Allgemeinmedizinerin Katja Klemm im Namen der rund 15 an der Anlaufstelle beteiligten Ärzte. „Die kurzfristige Gründung der Anlaufstelle war deshalb auch aus heutiger Sicht eine richtige Entscheidung.”

Die Patienten könnten in der neuen Anlaufstelle vorab gesichtet, Corona-Verdachtsfälle in eigene Warte- und Behandlungsbereiche geleitet werden.  Sobald das Ergebnis der Abstriche vorliegt, informiert das Labor die Ärzte und diese das Gesundheitsamt, welches sich mit den positiv gestesten Patienten zur Abstimmung weiterer Maßnahmen in Verbindung setzt.

In Werder (Havel) gibt es laut Gesundheitsamt Potsdam-Mittelmark (Stand Montag, 6.4.) 36 Menschen, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden.

Die Werderaner Anlaufstelle für Atemwegserkrankte ist von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Sie wird nach einer gemeinsamen Entscheidung der Ärzteschaft mit der Stadtverwaltung auch am Karfreitag und am Ostermontag geöffnet sein. Der Betrieb der Anlaufstelle in der Turnhalle des Ernst-Haeckel-Gymnasiums wird durch die Stadtverwaltung materiell und personell unterstützt.

Das Ärzteteam der Anlaufstelle wurde vom Gesundheitsamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark auch gerufen, um nach dem Covid-19-bedingten Versterben eines Bewohners des Seniorenpflegeheims „Haus am Zernsee“ Abstriche sämtlicher Bewohner und Heimmitarbeiter zu nehmen. Insgesamt wurden 88 Proben genommen. Stand Montag, 6.4., wurden 16 Bewohner und 6 Mitarbeiter positiv getestet. Das „Haus am Zernsee“ wird seit Montag mit täglichen Visiten weiter durch die Ärzteschaft der Anlaufstelle unterstützt. (wh)