Äpfel für Allergiker

Lecker und gesund! Der Apfel zählt zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen, doch nicht jeder verträgt das knackige Steinobst.

Werder (Havel) OT Plessow, 3. November 2018 – Das beliebteste Obst der Deutschen ist mit einem pro Kopf Verbrauch von fast 20 Kilogramm im Jahr zweifellos der Apfel. Die Verarbeitungsmöglichkeiten sind schier grenzenlos: Ob Apfelkuchen, Bratapfel, Apfelmus, Apfelchips oder Apfelsaft, das leckere Kernobst ist unglaublich wandelbar. 

Doch was ist, wenn bei dem Verzehr eines prallen, köstlichen Apfels frisch vom Baum der Mund zu jucken beginnt, die Lippen anschwellen und es auf der Zunge kratzt? Knapp vier Millionen Menschen in Deutschland reagieren auf Äpfel allergisch, Grund hierfür ist eine Kreuzallergie meist mit Birkenpollen. Für die Betroffenen wird der Genuss des schnellen, gesunden Snacks oftmals zur reinen Tortur. 

Doch Apfel ist hier nicht gleich Apfel. In Äpfeln sind sogenannte Polyphenole enthalten. Polyphenole gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind aromatische Verbindungen. Äpfel mit einem hohen Gehalt des Stoffes haben meistens keine perfekte Form und das Fruchtfleisch verfärbt sich nach dem Anschneiden ziemlich schnell braun. Das sind Eigenschaften, die heutzutage vom Verbaucher jedoch nicht erwünscht sind und so werden neue Apfelsorten gezüchtet, die wenig Polyphenole besitzen. Doch eben diesen Pflanzenstoffen wird nachgesagt, dass sie das Apfelallergen ausschalten. Allergiker berichten häufig, dass sie alte Apfelsorten, wie z.B. Boskoop, mit einem hohen Polyphenolgehalt besser vertragen als neue Sorten wie den Braeburn.

Auch die Lagerungszeit ist für die Verträglichkeit von Bedeutung. Zu den Hauptallergenen, die die Beschwerden nach dem Apfelverzehr auslösen, gehört das Eiweiß „Mal d1“. Je länger ein Apfel lagert, desto höher ist dieser Allergengehalt. Daher sollten Betroffene frische Äpfel für Allergiker essen und sie nicht allzu lange zu Hause lagern. 

Welche Äpfel von Allergikern beschwerdefrei vertragen werden, lässt sich natürlich nicht pauschal sagen. Jeder Mensch reagiert ganz individuell. Doch ehe man den Apfel komplett vom Speiseplan streicht, sollte man sich Rat beim Experten holen. Heute und morgen beim Hoffest auf dem Obsthof Lindicke kann man sich umfassend über die verschiedenen Apfelsorten informieren, auch spezielle Äpfel für Allergiker gibt es hier im Angebot. (wsw)