Aktuelles aus der Stadtverordnetenversammlung

Dr. Brigitte Wilhelm (3.v.r), Peter Heinrich (2.v.r.), Wolfgang Alfred Schön (3.v.l.) und Bernd Warsawa (2.v.l.) wurden während der SVV durch die Bürgermeisterin Manuela Saß und ihrem 1. Beigeordneten Christian Große mit der Ehrenurkunde der Stadt Werder (Havel) und der Ehrenmedaille in Bronze geehrt. Foto: wsw

Werder (Havel), 7. Oktober 2017 – Die erste Stadtverordnetenversammlung (SVV) der Stadt Werder (Havel) nach der Sommerpause wurde am Donnerstagabend im Schützenhaus von Gerhard Opitz als 1. stellvertretenden Vorsitzenden der SVV geleitet. Nachfolgend einige wichtige Punkte aus der Sitzung.


Verleihung der Ehrenurkunde der Stadt Werder (Havel)

Dr. Brigitte Wilhelm, Peter Heinrich, Wolfgang Alfred Schön und Bernd Warsawa wurden während der SVV mit der Ehrenurkunde der Stadt Werder (Havel) und der Ehrenmedaille in Bronze geehrt. In den abwechselnden Laudationes beschrieben die Bürgermeisterin Manuela Saß und der 1. Beigeordnete Christian Große die Geehrten unter dem Beifall der Anwesenden als Bürger der Stadt, die besondere ehrenamtliche Leistungen vollbracht haben.

Dr. Brigitte Wilhelm erhielt die Auszeichnung u.a. für ihre jahrelange, aufwändige und unermüdliche Arbeit als akribische Chronistin in den Ortsteilen Glindow und Elisabethhöhe, in deren Ergebnis schöne und informative Bücher herausgegeben wurden. Peter Heinrich wurde u.a. für seine jahrelange Arbeit als Stadtverordneter und als sachkundiger Einwohner im Bau-Ausschuss und seinen Anteil an stadtbildprägenden Baumaßnahmen wie dem Hartplatz, der Straße Am Plessower See, der Brandenburger und der Kemnitzer Straße geehrt. Wolfgang Alfred Schön war von Dezember 1998 bis Juli 2017 aktiv und engagiert im Seniorenbeirat tätig, besuchte alle Sitzungen des Sozial-Ausschusses und überbrachte im Namen der Stadt rund 1000 mal Glückwünsche an besondere Jubilare. Der Dank der Stadt für die in höchstem Maße engagierte ehrenamtliche Arbeit dieser Bürger galt jeweils auch den Familien, die die Geehrten oft „vermissten“, wenn sie für das Gemeinwohl unterwegs waren.

Nach der Ehrenbürgerwürde und der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt ist die Ehrenurkunde die dritthöchste Auszeichnung der Stadt Werder (Havel). Der Präsident des Glindower Sportvereins FSV Eintracht, Richard Bobka, war im vergangenen Jahr der erste Empfänger einer Ehrenurkunde. Die Auszeichnung geht auf die „Satzung zur Verleihung von Ehrungen durch die Stadt Werder (Havel)“ zurück, die die Stadtverordneten im 2015 beschlossen haben. Die Anzahl der zu Ehrenden ist pro Jahr auf maximal fünf begrenzt.

Besetzung der SVV und der Ausschüsse

Durch die Mandatsniederlegung von Ilona Klapper nahm Markus Altenberg für das Bündnis 90/Die Grünen das erste Mal seinen Platz in der Fraktion der SVV ein, er wird die Fraktion auch leiten. Dazu wird er nun auch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen mitarbeiten, in dem er zuvor seit 2013 als sachkundiger Einwohner mitwirkte. Der 37-jährige Bauingenieur aus Werder (Havel) sagte nach seiner Verpflichtung als ordentliches Mitglied der SVV, dass er sich für die Arbeit in der SVV wünsche, immer „im Konsens das Beste für Werder zu finden“.

Eine weitere Personalie: Nach dem Wegzug von Yvonne Blech benannte die Fraktion der CDU Dr. André Deinhardt als neuen sachkundigen Einwohner für den Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen.

Verkaufsoffene Sonntage 2017

Am 3. und 17. Dezember 2017 wird es in Werder (Havel) verkaufsoffene Sonntag geben. Zuvor war der 10. Dezember 2017 als verkaufsoffener Sonntag beschlossen worden – dieser Termin wird nun auf den 17. Dezember 2017 verschoben, da der Termin des Weihnachtsmarktes am EKZ Werderpark.

Am ersten Adventswochenende findet auf dem Marktplatz der Insel der Weihnachtsmarkt statt, am zweiten Advent das Weihnachtskonzert, am dritten Advent findet am Einkaufszentrum Werderpark ein Weihnachtsmarkt statt.
Der Weihnachtsmarkt am Werderpark findet seit nunmehr drei Jahren statt und erfreut sich wachsender Beliebtheit, heißt es in der Begründung. In diesem Jahr soll sich die Händlerzahl um vier Stände erweitern, die hauptsächlich einen traditionellen, regionalen Charakter tragen und lokale Basteleien, Spezialitäten und Köstlichkeiten anbieten. Weiterhin ist ein Kinderprogramm fester und wesentlicher Bestandteil des Weihnachtsmarktes. Darüber hinaus soll ab diesem Jahr der Werdersche Obst- und Gartenbauverein mit seinem Frischemarkt als direkter Nachbar in das Konzept integriert und somit auch die Zahl der Stände dort auf ca. 35 erhöht werden.

Informationen und Anfragen

Elektrotankstellen in Werder: Peter Hinze von der Fraktion Die Linke fragte, wo es in Werder Elektrotankstellen gebe.
Der 1. Beigeordnete Christian Große betonte in seiner Antwort, dass Elektrotankstellen eines seiner „Lieblingsprojekte“ seien. Er hatte eigentlich die Hoffnung, Elektrofahrzeuge als Dienstfahrzeuge einsetzen zu können –  “aber leider sind die deutschen Hersteller noch nicht so weit. Das ist ärgerlich“.
Das Problem mit den Elektroladestationen sei, dass es derzeit noch drei verschiedene Stecker der Hersteller gibt. Bei den Schnellladestationen handele es sich um 22kw-Anlagen. Zudem seien bislang weder die Möglichkeiten des Bezahlens noch der Vandalismussicherheit endgültig geklärt. „Es gibt momentan keinen Hersteller, der alle Wünsche, die wir haben, erfüllen kann“, so Christian Große. Daher sollen am neuen Besucherzentrum die nötigen Vorrichtungen eingeplant, aber erst realisiert werden, wenn es einheitliche Stecker, Vandalismussicherheit und ein einheitliches Bezahlsystem gibt. „Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte es doch dann auch so sein, dass mit dem Ende der Förderperiode die etwaigen Unterhaltskosten auch durch die Nutzung wieder in die Stadtkasse kommen”.

Mietfahrräder in Werder:  Die zweite Anfrage von Peter Hinze bezog sich auf die Möglichkeit, auch in der Blütenstadt Mietfahrräder bereit zu stellen.
Am Lindowschen Haus, also dem zukünftigen Besucherzentrum der Stadt, soll eine Station, eine weitere am Bahnhof installiert werden, informierte Christian Große. Er kündigte an, dass Nextbike im kommenden Jahr die erste Station eröffnen soll.

Brücke zwischen Wildpark-West und Werder: Der CDU-Vize-Fraktionschef Peter Kreilinger wollte wissen, wie dazu der Sachstand ist.
Der barrierefreie Überweg wird seit Jahren von den Bürgern und der Politik gefordert. Potsdam und Werder wollen sich dem Vernehmen nach die Kosten von rund 3 Millionen Euro teilen. Beide Partner hoffen auf hohe Förderung des künftig dann endlich stufenlosen Brückenschlages durch das Land Brandenburg.
Christian Große informierte, dass die Landeshauptstadt Potsdam und Werder in einer gemeinsamen Projektsteuerungsgruppe arbeiten. „Das Projekt muss in den nächsten drei Jahren auf den Weg gebracht werden, denn bis Ende 2021 müssen die Fördermittel abgerechnet werden“, verwies er auf einen gewissen Zeitdruck, die Fördermittel aufzubrauchen.

Kindertagesstätten in Werder: Peter Kreilinger wollte wissen, ob und wie die Stadt ihre Planungen zum Bau weiterer Kitas in Werder abseits der Planungen des Kreises vorantreibe.
Bürgermeisterin Saß erklärte: „Optimistisch gehe ich davon aus, dass wir im nächsten Jahr wieder eine neue Kita eröffnen“. Allerdings hoffe sie dabei darauf, dass der Landkreis die Baugenehmigungen zügiger erteilt. “Die letzte dauerte zwölf Monate – wir bauen inzwischen in sechs Monaten neue Kitas. Die Beantragungszeit beschränkt uns erheblich”.

Werner Große informierte, dass der Aufsichtsrat der kommunalen Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder mbH (HGW) in der vergangenen Woche einen Beschluss zum Neubau einer Kita gefasst habe. “Wir haben vorgeschlagen, von der Stadt ein Grundstück in der Poststraße bei der Kita Spatzennest zu kaufen, weil wir bei dem Standort Finkenberg nicht so schnell zum Zuge kommen“. Dort gebe es Probleme mit Garagen, die sich teilweise in Privatbesitz befinden, so der Altbürgermeister. Geplant sei, in der Poststraße das selbe Modul bauen wie in der Damaschke-Straße. „Die Planungsvorbereitungen laufen. Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass der Kreis in diesem Fall nicht so lange mit der Genehmigung braucht“, so die Hoffnung Großes. Die Kita Finkenberg sei damit nicht vom Tisch sondern nur verschoben, bis die offenen Fragen geklärt seien. Beide Kitas sollen von der HGW gebaut und anschließend von der Stadt betrieben werden.

Zweites Parkhaus in Werder: Peter Kreilinger fragte nach den Planungen zu einem weiteren Parkhaus am Bahnhof.
Christian Große informierte, dass nach den letzten Gesprächen mit dem Landesbetrieb Straßenwesen zur Verkehrsführung des neuen Tunnels für Fußgänger und Radfahrer der Sachstand der wäre, dass sich jetzt abzeichnet, welche Grundstücke für das neue Parkhaus infrage kämen. Der Fördermittelgeber hätte bereits die Förderfähigkeit bestätigt. „In den nächsten Wochen können wir also die Grundstücksfrage klären“, so Große.

In der Einwohnerfragestunde meldete sich Volker Höppner meldete und erbat, dass die SVV ins Protokoll aufnehmen möge, dass die Stadt einen klaren Unterschied „zwischen der Nazizeit und der DDR“ mache. Der ehemalige Chef des Jugendobjektes „Havelobst“ in Werder hatte mit seinen Mitstreitern einen Wagen für den großen historischen Umzug anlässlich der 700. Ersterwähnung Werders vorbereitet. Wie berichtet, entfielen sowohl das Bilder aus der Nazizeit als auch das Bild aus der DDR-Zeit. Ausgelöst durch eine Pressemitteilung des Werderaner Stadtverbandes der Linken hatte es in der Presse als auch in Teilen der Öffentlichkeit eine völlig unsachliche Diskussion gegeben.

Bürgermeisterin Manuela Saß bezog sich darauf in ihrer ohnehin geplanten Rede im Tagesordnungspunkt 12.

„Es ist uns mit dem Festkomitee nicht leicht gefallen, zwei Zeitabschnitte aus dem Festumzug zu streichen. Wir standen nach einzelnen reißerischen Presseberichten vor der Entscheidung, den auf den Plan gerufenen Spinnern und Randalierern ein Podium zu bieten oder den Tag als Höhepunkt des Festjahres zu retten. Wir haben uns für letzteres entschieden und mit dieser Entscheidung keinesfalls das eine Bild mit dem anderen Bild gleichgestellt oder verglichen oder gar die Nazizeit mit der DDR-Zeit auf eine Stufe gestellt.

Sie resümierte in ihrer Ansprache die Veranstaltungen des Jubiläumsjahres, die bereits erfolgreich durchgeführt wurden. Neben der Eröffnung der Feierlichkeiten mit dem Konzert des Babelsberger Filmorchesters, dem Konzert des Polizeiorchesters, der ausgebuchten Seminarreihe der Kreisvolkshochschule sowie der Tagung der Historiker und Archäologen, bei der das Original der Urkunde zur Ersterwähnung zu sehen war, erwähnte sie neben weiteren Konzerten, Ausstellungen und das internationale Pleinair auch die Tagung der Lenné-Akademie, bei der Werder mit der Lenné-Medaille ausgezeichnet wurde. „Damit würdigte die Lenné-Akademie, die gerade ihr 20-jähriges Jubiläum feierte, Werder als Obst- und Gartenbaustadt für vorbildliche Stadtentwicklung mit grüner Infrastruktur, die ihre Gartenbaubetriebe unterstützt“, so die Bürgermeisterin.

“Alles aufzuzählen, ist fast unmöglich“, so die Bürgemeisterin, die es bei dieser exemplarischen Aufzählung beließ und an den Höhepunkt, die Festwoche im Juli, erinnerte. Die Festwoche begann mit einer Festsitzung der Stadtverordneten und der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den Altbürgermeister Werner Große begann, es gab einen Empfang von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und den Partnerstädten und “ein tolles Wochenende“, so die Bürgermeisterin. “Die Polizei verzeichnete an diesem Wochenende mehr als 12.000 Besucher in der Blütenstadt, wir haben friedlich gefeiert, die Stadt hat sich von ihrer schönsten Seite präsentiert”.

Beim Ehrenamtstag bekam die Feuerwehr hat zwei moderne Fahrzeuge, „die, was den Rüstwagen anbelangt, bundesweit für Aufsehen sorgen, da kommen Kameraden und sehen sich den Wagen an”. Weiter erwähnte sie den DAK-Dance-Contest, die Livekonzerte an der Regattastrecke und am Tag danach den ökumenischen Festgottesdienst. Manuela Saß: „Das Konzept der Festwoche ist aufgegangen – unser Dank gilt dem Festkomitee unter Leitung von Dr. Baldur Martin, dem ersten Beigeordneten und seinem Team. Besonderer Dank gilt den rund 600 Mitwirkenden des Festumzuges und denen, die im Hintergrund bei der Gestaltung der Bilder und Kostüme mitgemacht haben und für einen unvergesslichen Tag sorgten. Natürlich muss auch an dieser Stelle der Name Dr. Baldur Martin genannt werden, der mit seiner Arbeitsgruppe die Bilddarstellung beraten und begleitet hat”.

Abschließend betonte die Bürgermeisterin: “Wir haben zahlreiche Möglichkeiten im Festjahr genutzt, um uns mit allen Abschnitten unserer Stadtgeschichte zu beschäftigen, und werden dies auch weiterhin tun“. Sie verwies darauf, dass bis zum Jahresende noch zahlreiche Veranstaltungen bevorstehen, so die 10. Werderaner Wirtschaftstage am 20. und 21. Oktober auf der Bismarckhöhe, am 3. und 4. November steht Werder ganz im Zeichen des Obstbaus, im Kunstgeschoss wird in einer Ausstellung das vielfältige Werderaner Vereinsleben präsentiert, die Comedie Soleil führt die “Freuden und Leiden des jungen Werder“ auf. Zum Ausklang gibt es am 10. Dezember das traditionelle Weihnachtskonzert in der Heilig Geist Kirche.  (low)