Alles ins Gold

Die Ostdeutsche Meisterschaft im Bogenschießen findet auf dem Bogensportplatz des Schützenvereins zu Glindow 1924 e.V. statt

Bogenschützin Franziska Frenzel vom Schützenverein zu Glindow 1924 e.V., Foto: wsw

Werder (Havel), 18. August 2018 – Wenn eine Meisterschaft in direkter Nachbarschaft stattfindet, ist Anwesenheit Pflicht. Am 1. September verwandelt sich der Bogensportplatz des Schützenvereins zu Glindow 1924 e.V. in eine Wettkampflocation der besonderen Art. Bereits zum 14. Mal findet auf Brandenburgs größter und schönster Bogensportanlage die Ostdeutsche Meisterschaft im Bogenschießen (ODM) statt.
135 Schützen u.a. aus Blankenfelde, Hennigsdorf, Gera, Berlin und Rostock kämpfen von 10 bis 16 Uhr um Medaillen, Urkunden und natürlich die Ehre. 14 Schützen aus Glindow gehen ebenfalls an den Start. „Wir schießen zwar nicht ganz vorne mit, schlagen uns im Großen und Ganzen aber ganz gut“, bringt Ulrich Wolff vom Glindower Schützenverein die Chancen für einen Heimsieg auf den Punkt.

Im Jahr 2005 fand die ODM zum ersten Mal in Glindow statt und seitdem konnten hier sogar schon Schützen aus Belgien und Holland begrüßt werden. Da es sich bei der Ostdeutschen Meisterschaft um eine verbandsoffene Veranstaltung handelt, kann jeder sein Können unter Beweis stellen. Und so treten am 1. September Schützen im Alter zwischen 8 und 84 Jahren in verschiedenen Klassen und Altersstufen gegeneinander an. Geschossen wird mit einem Recurve, blank oder Compoundbogen bis zu 70 Meter weit auf eine der 37 Scheiben. In diesem Jahr werden auch erstmals zwei Schützen mit kognitiver Behinderung an dem Wettkampf teilnehmen sowie der Goldmedaillengewinner der Paralympics Mario Oehme.

Bogenschießen ist ein äußerst feinmotorischer Sport. Bis man die Bewegungsabläufe bei einem Schuss perfektioniert und verinnerlicht hat, vergehen schon mal zwei bis drei Jahre. Ulrich Wolff beschreibt seine Faszination für den Sport wie folgt: „Bogenschießen ist fürchterlich schwierig. Man muss jahrelang intensiv an sich arbeiten und wenn man den Punkt endlich erreicht, an dem man sicher ins Gold trifft, verblasst die Glückssträhne plötzlich wieder und man verfehlt die Mitte. Man schießt im Wettkampf nicht gegen andere, sondern stets gegen sich selbst. Das ist immer wieder aufs Neue meine Motivation.“

Bei der Ostdeutschen Meisterschaft am 1. September sind die 60 Mitglieder des Schützenvereins zu Glindow 1924 e.V. alle gefragt. Vom Aufbau der Scheiben über die Positionen der Kampfrichter bis hin zum Verkauf am Kuchenbasar sind alle Vereinsmitglieder fest eingespannt. „Die Ostdeutsche Meisterschaft ist ein großes Familienfest. Wir geben uns jedes Jahr aufs neue die größte Mühe, um perfekte Gastgeber zu sein“, erklärt Ulrich Wolff. Zuschauer und Interessenten sind bei der ODM natürlich sehr willkommen. Besonders die Finals werden sicher wieder sehr spannend.

Ulrich Wolff vom Schützenverein zu Glindow 1924 e.V., Foto: wsw

Dass bogensportliche Turniere überhaupt auf der Bogensportfläche des Schützenvereins zu Glindow 1924 e.V. ausgetragen werden können, ist vor allem der Initiative des Vereinspräsidenten Wilfried Nebert zu verdanken. Am 9. Januar 1994 wurde der Schützenverein zu Glindow 1924 e.V. von acht interessierten Gründungsmitgliedern wiederbelebt und das Areal in Glindow erworben. Daraufhin sind die drei wichtigen Säulen des Schützenvereins zu Glindow 1924 e.V. entstanden, die jedes Mitglied in allen Rechten und Pflichten akzeptieren muss: Eigentum, Tradition und sportliches Schießen.

Was sich heute als wunderbar gepflegte Grünanlage präsentiert, war ursprünglich ein Ort, der als illegale Müll- und Schuttabladestelle gedient hat. Viele Stunden harter Arbeit und die Unterstützung der damaligen Fa. Tief- und Rohrleitungsbau Peter Rost und Firma Hertel waren nötig, um den Unrat vom Gelände überhaupt entfernen zu können. Während in der Zeit die anderen neu gegründeten Schützenvereine schon untereinander Wettkämpfe im Kugelschießen austrugen, haben die Mitglieder des Schützenvereines zu Glindow 1924 e.V. ihre Fläche im Zeitraum Januar bis Mai 1995 in Ordnung gebracht. Zu Beginn stand hier noch das Kugelschießen im Fokus. Doch nachdem in Werder eine neue Schießanlage entstand, sind dementsprechend die Kugelschützen nach Werder gewechselt.

Dank der finanziellen Unterstützung vom Landesssportbund, Kreissportbund und der Stadt Werder (Havel) entstand die heutige großzügige Bogensportanlage. Mit großem Erfolg! Mit Stolz können der Verein auf den Vizeweltmeister und mehrmaligen deutschen Meister Paul Titscher und auf die Europameisterin Jennifer Brandt zurückblicken, wie auch auf die deutschen Meister Jonas Wolff, Sven Dolling und Leon Raphael.

Der „Schützenpark Wilfried Nebert“, ist ein wahres Kleinod geworden mit ausreichend Parkplätzen, einem Schussfeld mit idealen Wettkampfbedingungen, einem großzügigen Teich und einer Schützen-Baude, die mittels Fördergeldern der Stadt Werder (Havel) fertiggestellt werden konnte. Für ihre Verdienste um den Schützenverein zu Glindow 1924 e.V. wurde das Ehepaar Wilfried und Edeltraud Nebert von der Stadt Werder (Havel) honoriert und durfte sich am 13. März 2018 in das Goldene Buch der Stadt eintragen. (wsw)

Ehepaar Nebert. Eintrag in das Goldene Buch Foto: Klix