Alles neu macht der Mai

Dass der Werderaner Tannenhof eine der ersten Adressen ist, wenn es um Weihnachtsbäume geht, ist längst bekannt. Doch der Junior-Geschäftsführer Christian Mai möchte den Familienbetrieb ganzjährig für Besucher attraktiv machen. 

Christian und Gerald Mai, Foto: wsw

Werder (Havel) OT Plessow, 1. September – Der Werderaner Tannenhof in Plessow hat sich in den drei Jahrzehnten seines Bestehens zu einer fest etablierten Größe in der Unternehmerlandschaft unserer Region entwickelt. Pünktlich zur (Vor)-Weihnachtszeit strömen jedes Jahr Tausende Besucher von Nah und Fern in die Lehniner Chaussee 19, um nicht nur ihren Weihnachtsbaum selbst zu schlagen, sondern auch, um das bunt geschmückte, weihnachtliche Ambiente bei einem leckeren Becher Glühwein zu genießen. Auf mehr als 30 ha kann man seinen Wunschbaum finden und selbst sägen. Und nicht nur hier sind die Weihnachtsbäume aus Werder (Havel) beliebt: An 50 Verkaufsstellen in den Neuen Bundesländern werden die Tannen, Fichten, Kiefern und Douglasien an den Mann und an die Frau gebracht.


Kurz nach der Wende haben Gerald Mai und seine Frau Karin Lorenz das Familienunternehmen gegründet. Zwei Gene waren dem heutigen Geschäftsführer Gerald Mai in die Wiege gelegt: der Hang zur Selbstständigkeit und der grüne Daumen. “Die Produktion von Weihnachtsbäumen ist in unseren Breiten neu. Wir sind sozusagen der ‘Exot’ im Revier”, erklärt Gerald Mai. “Der Pflegeaufwand von der Jungpflanze bis zum Baum zieht sich über viele Jahre, ein Durchschnittsbaum von zwei Metern Höhe braucht in etwa zehn Jahre zum Wachsen.”

Was mit dem Anpflanzen von einigen wenigen Nordmanntannen begann, ist im Laufe der Jahre zu einer 70 Hektar großen Plantage gewachsen mit Gastronomie, Hofladen und Eventscheune. Letztere wird immer wieder gerne für Veranstaltungen aller Art, wie z.B. Hochzeiten, Familienfeiern oder Firmenevents, gebucht.

Den Unterhaltungszweig möchte Sohn Christian Mai nun weiter ausbauen. Der 33-Jährige ist als designierter Betriebsnachfolger aktiv in den Familienbetrieb involviert und hat viele tolle Ideen, die er mit Begeisterung umsetzen möchte. “Zusätzlich zu unserem Saisongeschäft im Winter möchten wir den Werderaner Tannenhof das ganze Jahr über zu einem beliebten Ausflugsziel entwickeln”, verrät uns Christian Mai im Gespräch. Bereits als kleiner Junge hat er in den Sommerferien und im Winter im Familienbetrieb mit angepackt. “Tief im Unterbewusstsein war es wohl immer fest verankert, dass ich eines Tages in die Fußstapfen meines Vaters treten werde”, erinnert er sich schmunzelnd.

Bis es soweit war, war der promovierte Betriebswirt u.a. an der Expansion des Discounters Lidl in den USA beteiligt und in der Automobilbranche tätig. Im September 2019 brach er seine Zelte in Washington ab und war im November 2019 bereits im laufenden Geschäft in Plessow tätig. “Ich war schon an vielen Orten und irgendwie bin ich nie so richtig angekommen. Mein Herz schlägt eben doch mehr für Tannenbäume”, verrät der junge Unternehmer. “Wie auf unserer Plantage auch, kann ein Baum nur wachsen, wenn er richtige Wurzeln hat. Und meine Wurzeln sind hier in Werder.”

Als erste Neuerung entsteht auf dem Gelände des Werderaner Tannenhofs ein großes Gastro- und Eventzelt. An allen Oktoberwochenenden von Freitag bis Sonntag soll hier ein zünftiger Wiesn-Markt für beste Schunkelstimmung sorgen. “150 Gäste finden unter den geltenden Corona-Bestimmungen in dem neuen Eventzelt Platz. Die Karten für den Wiesn-Markt sind also stark limitiert. Schnell sein, lohnt sich! Schließlich feiern wir das erste Oktoberfest in diesem Ausmaß in Werder”, gibt Christian Mai einen Ausblick auf das geplante Vorhaben. Er selbst hat viele Jahre in München gelebt und war begeisterter Oktoberfest-Gänger. Die Erfahrungen aus der bayerischen Hauptstadt holt er nun auf den Tannenhof. “Im Kartenpreis von 34,90 Euro sind zwei Mass und ein leckeres Essen enthalten. Für bayerische Musik ist natürlich auch gesorgt. Tracht ist keine Pflicht, wird natürlich gerne gesehen.”

Der große Wiesn-Markt startet am 2. Oktober. Immer freitags von 18 bis 22 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr und 17 bis 22 Uhr sowie sonntags von 11 bis 16 Uhr lädt die Wiesn-Gaudi an den Oktoberwochenenden zum Schunkeln, Genießen und Feiern ein. “Der Kartenverkauf beginnt am 1. September. An der Abendkasse wird es vereinzelt auch Karten geben”, erklärt Christian Mai. “Der Wiesn-Markt wird die Feuertaufe für unser neues Gastro- und Eventzelt werden und wir hoffen natürlich, dass es bei den Besuchern auf genauso viel Begeisterung stößt wie bei uns.” Sechs festangestellte Mitarbeiter*innen kümmern sich um das Tagesgeschäft, in den Hochphasen ergänzen 150 Saisonkräfte das engagierte Team.

Nach dem hoffentlich erfolgreichen Wiesn-Markt steht dann auch schon das nächste große Highlight auf dem Werderaner Tannenhof an. “Am Wochenende nach dem Totensonntag, an dem wir übrigens auch wieder schönen Grabschmuck verkaufen, findet die Eröffnung des Werderaner Wintermarktes statt. Die Wintersaison wird am 1. Novemberwochenende eröffnet, an dem auch die große Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen steigt. Mit diesem Programm wird erstmals in diesem Jahr der Pilot zu unserem  Winter-Wunderland für besinnliche (Vor)-Weihnachtsstimmung starten”, verrät uns der designierte Geschäftsführer. Auf einer Fläche von einem Hektar wird man zahlreiche Stände lokaler Anbieter finden. Ab 2022 wird es neben dem Büro des Weihnachtsmanns, das dann das ganze Jahr über geöffnet sein wird, eine Weihnachtsbäckerei, Rentiere und Huskies, Alpaka-Wanderungen und Ponyreiten geben. In diesem Jahr kann man davon schon eine Kostprobe bekommen: Weihnachtskerzen und Adventskalender selbst basteln kann man schon ab dieser Saison, und natürlich sorgen viele Leckereien für den passenden Gaumenschmaus.

“Für unseren Wiesn-Markt und das Winter-Wunderland würden wir gerne auch noch die örtlichen Künstler, Vereine und Schulen animieren, etwas für das Rahmenprogramm beizusteuern – selbstverständlich für einen Unkostenobulus. Vielleicht möchte ja der ein oder andere Chor Weihnachtslieder singen oder es gibt eine Band aus dem Ort, die im November und Dezember spielen kann oder ein Karnevalsclub, der eine schöne Aufführung macht”, bittet Christian Mai um Unterstützung aus der Region. “Und wir suchen natürlich auch noch Interessierte, die mit einem eigenen Stand beim Winter-Wunderland vertreten sein möchten.” Auch hier sind die Stände kostenlos verfügbar. Der Wintermarkt soll ab dem 1. Advent mittwochs bis sonntags geöffnet sein.

“Viele, die in den vergangenen Jahren über die Weihnachtsfeiertage Urlaubsreisen gemacht haben, werden es sich in diesem Jahr zu Hause mit Freunden und der Familie gemütlich machen. Und da dürfen der passende Weihnachtsbaum sowie weihnachtliche Deko natürlich nicht fehlen”, rechnet Gerald Mai mit einem Anstieg der Verkaufszahlen.

Langfristig möchte Christian Mai den Werderaner Tannenhof zu einem ganzjährigen Ausflugsziel etablieren: “Von der Baumblüte bis zum Weihnachtsfest wird es bei uns immer wieder tolle Events geben. Der Werderaner Tannenhof hat noch so viel mehr zu bieten als Weihnachtsbäume. Erlebt es selbst!”, so der 33-Jährige abschließend. (wsw)