Altstadtgebäude wird Denkmal des Monats

Werder (Havel), 7. Juli 2020 – Im Februar des vergangenen Jahres wurde das Lindowsche Haus zum „Denkmal des Monats“ gekürt. Wir hatten hier darüber berichtet. Jeden Monat lädt eine Mitgliedsstadt der AG Städte mit historischem Stadtkern zur Auszeichnungsveranstaltung „Unser Denkmal des Monats“ ein. Es werden Denkmale ausgezeichnet, die beispielhaft saniert wurden oder für besondere Herausforderungen der Erneuerung der historischen Stadtkerne stehen.


Erneut wurde ein Gebäude in Werder (Havel) mit dieser tollen Auszeichnung geehrt. Ein Miethaus der kommunalen Haus- und Grundstücksgesellschaft in Werders Altstadt ist gestern zum „Denkmal des Monats“ gekürt worden. Der neoklassizistische Bau Unter den Linden 14 war vor fünf Jahren umfassend saniert worden. „Das ist heute das schönste Haus im Bestand der HGW“, sagte Geschäftsführer Thomas Lück bei der Auszeichnungsveranstaltung.

Das Gebäude mit Souterrain, Erd- und Dachgeschoss sei 1890 gebaut worden. Es wurde ursprünglich als Sparkasse genutzt, zeitweilig hatte die HGW dort ihren Firmensitz. Thomas Lück erinnerte sich an unangenehme Überraschungen während der Bauzeit wie die von Schädlingen befallene Dachkonstruktion, die zu zusätzlichen Kosten geführt hatte oder den Trägerbalken, der auf einen Schornstein aufgelegt war. „So was darf nicht sein, wir mussten eine komplette neue Stahlkonstruktion einziehen.“

Bei einer Baubegehung sei dann nach einem Riesenknall eine Staubwolke durch das Haus gezogen. „Durch die Bauarbeiten hatte sich der Deckenputz gelöst. Eine eingezogene Zwischendecke war in dem Moment von dem Gewicht eingestürzt.“ Gestern konnte er mit den Gästen über solche Zwischenfälle schmunzeln.

Bei der Sanierung wurde die gesamte bauliche Hülle rekonstruiert, Fenster und Türen erneuert oder nachgebaut. Das Dachgeschoss wurde neu gestaltet und erhielt zusätzliche Gauben. So gibt es drei Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten in dem Haus. An der Rückfront des Gebäudes wurden Balkone angebaut. Und vor dem von der Straßenfront zurückgesetzten Haus, wo einst die Autos wild parkten, genießen heute die Gäste eines Restaurants ihr Essen im Restaurantgarten.

Bürgermeisterin Manuela Saß hob die bisherigen Auszeichnungen der HGW hervor, die bereits für drei ihrer Gebäude das Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“ erhalten hat, außerdem eine Ehrenurkunde der IHK für 25 Jahre erfolgreiches unternehmerisches Handeln. „Dass die HGW auch Denkmal kann, sehen wir heute an der Auszeichnung ,Denkmal des Monats‘.“

Mit diesem und weiteren Objekten habe sich die HGW auch in die Altstadtsanierung von Werder eingebracht, die im kommenden Jahr förmlich abgeschlossen sein wird. Die Sanierungssatzung „Innenstadt Werder (Havel)“ wird zum 31.12.2021 aufgehoben. „Dann gilt es, zu hegen und zu pflegen.“

An der Auszeichnung gestern nahmen u.a. auch das Vorstandsmitglied der AG, Bernd Rubelt, und Werders Ehrenbürger und HGW-Aufsichtsratschef Werner Große teil. Mehr unter www.ag-historische-stadtkerne.de

(wh, wsw)