Am Sonntag in den Garten von Familie Hauch

Renate Hauch in ihrem Element. Der Hausgarten vom Ehepaar Hauch öffnet am Sonntag wieder die Tore. Alle Fotos: wsw

Werder (Havel), 10. August 2018 – Eine alte Obstpresse als Dekoration, Kaffee und Kuchen – frisch und selbst gebacken und ein Vorzeigegarten im Sonnenschein. Bei den „Offenne Gärten in Berlin und Brandenburg“ schlendern viele Gäste durch den Hausgarten von Renate und Michael Hauch am Plessower See. Die nächste Möglichkeit, den Garten mit idealem südwestlichen Sonnenlauf zu besuchen gibt es am Sonntag, dem 12. August 2018, von 10 bis 18 Uhr. Inspiration, Erholung, Gedankenaustausch – alle Gäste sind herzlich willkommen.

Schon der Vorgarten mit vielen Obstbäumen zeugt von Hege und Pflege. Was sich aber hinter dem Haus verbirgt, ist eine Gartenvielfalt in leichter Hanglage Richtung Plessower See, die einfach nur staunen lässt.
Was machen sie gegen den Mehltau in den Azaleen? „Nichts, wir spritzen nicht“, sagt Renate Hauch. Anfang der 90er Jahre hat das Werderaner Ehepaar mit der Umgestaltung des Gartens begonnen. „Das war ein reiner Obst- und Nutzgarten mit Unterkulturen. Es wurde geschuffelt“.

„Von vorn bis hinten nur Sand“, erinnert sie sich. „3000 Quadratmeter – es gab keinen Rasen, keinen festen Weg, keine Terrassen. Dafür noch alte Stallungen und Folientreibhäuser“. Alte Bäume ersetzte das Ehepaar Stück für Stück – Klarapfel, Reneklode, Mirabelle. „Hier stehen sogar noch zwei alte Sandowsche Pflaumenbäume“. Später kauften Hauchs noch 1000 Quadratmeter eines Nachbargrundstückes seitlich dazu. Das Wohnhaus wurde 1912 gebaut – aber auch hier war irgendwann eine Vollsanierung fällig, die Anbauten kamen in den 80er und 90er Jahren dazu.

Eine bebilderte Dokumentation des Werden und Wachsens des Anwesens, die sich die Gäste anschauen können, lässt ahnen, wie viel Arbeit, Geduld und Mühe investiert wurden. Bei der Umgestaltung wurde damit begonnen, die Unterkulturen zu entfernen, Staudenbeete anzulegen – und das war nur der Anfang. Schritt für Schritt, Jahr für Jahr wurde gearbeitet, Ideen umgesetzt – Urlaub gibt es für das Ehepaar Hauch nur im Winter außerhalb der Vegetationsperiode. Ein großer und ein kleiner Teich – durch einen Bachlauf verbunden – hier wohnen Kois und Goldorfen, die können die Gäste beobachten, während sie Kaffee und Kuchen und den Blick in die grünende und blühende Pracht genießen.

Unter dem Motto „Irgendwas blüht immer“ gibt es jahreszeitliche Anordnungen, Raum- und Sichtachsen.  „Viele Gäste fragen, ob hier ein Gartengestalter am Werk war oder ob wir Gärtner sind“, lächelt Renate Hauch. „Auf dem Papier haben wir noch nie geplant. Wir sind beide Laien. Mein Mann ist Werkzeugmacher, ich bin Friseurin“. Aber sie haben sich in diesem Garten verwirklicht: „So, wie wir das schön finden“. Und die Gäste bei den „Offenen Gärten“ empfinden das auch so. Begeisterte Ausrufe, staunende Augen und immer wieder die Frage: „Sind Sie vom Fach?“

Schon zu DDR-Zeiten hatten Hauchs eine Bambus-Sorte – inzwischen gibt es einen Bambus-Garten mit 18 verschiedenen Bambus-Sorten im mit vielen Accessoires angereicherten asiatischen Bereich des Gartens. Renate Hauch und ihr Mann führen durch den Garten – der durch die Farbvielfalt lebt, erklären kenntnisreich Herkunft, Pflege und Standortbedingungen der einzelnen Bäume, Stauden oder Pflanzen und beantworten geduldig alle Fragen. (wsw)


Hausgarten von Renate und Micheal Hauch
14542 Werder, Am Plessower See 19
Offen auch nach tel. Anmeldung 03327/70128
Hier gibt es die weiteren Termine und die Teilnehmer der offenen Gärten Berlin-Brandenburg 2018.