Auf den Spuren der “Ostfrauen”

Selbstbewusst. Unabhängig. Erfolgreich. Was ist dran am Mythos Ostfrau? Die Dokumentationen der Reihe "Ostfrauen" gehen diesem Phänomen auf den Grund. Quelle: rbb

Potsdam, 6. März 2019 – Berlin hat als erstes Bundesland den 8. März zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Anlässlich des Internationalen Frauentages zeigen rbb Fernsehen und MDR-Fernsehen am 8. und 12. März den neuen Doku-Dreiteiler “Ostfrauen”. In den Dokumentationen berichten Frauen verschiedener Generationen von ihren Erfahrungen in Familie, Arbeitswelt und Politik. Mit einem gegenwärtigen Blick werden Prägungen aus DDR-Zeiten hinterfragt – eine Spurensuche zwischen Legende und Wirklichkeit.

Begleitend zu den TV-Dokumentationen  von Antje Schneider und Lutz Pehnert entstand eine wissenschaftliche Studie, die sich mit ostdeutschen Frauen in den Eliten beschäftigt und aktuelle sozialwissenschaftliche Daten auswertet. Untersucht wurden die Bereiche Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Justiz und Wissenschaft. Die Erhebungen zeigen unter anderem, dass 30 Jahre nach dem Mauerfall Ostdeutsche in den bundesdeutschen Führungspositionen weiterhin stark unterrepräsentiert sind. Dafür finden sich unter den Ostdeutschen, die es in Führungspositionen geschafft haben, überproportional viele Frauen. Die komplette Studie steht ab sofort unter rbb-online.de/ostfrauen und mdr.de zur Verfügung.

Drei Teile – drei Schwerpunkte

Im ersten Teil “Ostfrauen – Wege zum Glück” (8. März 2019, 20.15 Uhr, rbb Fernsehen und MDR-Fernsehen) geht es um ein erfülltes Leben mit Karriere und Kind. Für viele Ost-sozialisierten Frauen bis heute wichtig, berufstätig und finanziell unabhängig zu sein und dennoch eine Familie zu haben. Und die meisten Frauen im Osten sehen keinen Widerspruch darin, Kinder zu haben und arbeiten zu gehen, daher befürworten sie auch in höherem Maß eine Fremdbetreuung der Kinder bis hin zu Ganztagsbetreuung. Unter anderen kommen zu Wort: Simone Brackrog, vielfotografierte DDR-Schönheit und heute Eventmanagerin, Noreen Klose-Hänsch, Mutter einer Großfamilie in Wittenberg und stellvertretende Museumsleiterin, sowie die Journalistin und Autorin Regine Sylvester, die in ihren Texten immer wieder einen Blick wirft auf die Unterschiede, die 40 Jahre getrenntes Deutschland im Leben der Frauen hinterlassen haben.

Der zweite Teil “Ostfrauen – Wege zur Macht” (8. März 2019, 21.00 Uhr, rbb Fernsehen und MDR-Fernsehen) geht der Frage nach, wie sich unterschiedliche Sozialisation und Prägungen auf den Wegen zur Macht auswirkt. Und wo wäre Frauen- und Familienpolitik in Deutschland heute, hätte die alte Bundesrepublik mit der Wiedervereinigung nicht auch Millionen Ostfrauen mit ihrem ganz eigenen Selbstverständnis dazubekommen?

Der dritte Teil “Ostfrauen – weg vom Herd” (12. März 2019, 20.15 Uhr im rbb Fernsehen und 22.05 Uhr im MDR-Fernsehen) erzählt vom Arbeitsleben ostdeutscher Frauen. In Spitzenzeiten verdienten mehr als 90 Prozent von ihnen ihr eigenes Geld. Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall wollen viele ostdeutsche Frauen ganz selbstverständlich einen Fulltimejob, sie gehen acht Stunden zur Arbeit und halten sich trotzdem für gute Mütter – häufiger als in Westdeutschland, wie neueste Studien zeigen. Woher kommt dieser zwanglose Umgang mit Karriere und Kind? Autoren der Filme sind Antje Schneider und Lutz Pehnert. (rbb/wsw)


Eine Produktion der Hoferichter & Jacobs Filmproduktion im Auftrag von rbb und MDR. Sprecherin der Dokureihe ist Anna Thalbach.