Auf der Zielgeraden

Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, war zu Besuch auf der Kitabaustelle in der Poststraße in Glindow

v.l.: Thomas Lück, Manuela Saß, Ralph Brinkhaus, Saskia Ludwig, Christian Große, Annette Gottschalk, Werner Große, Fotos: wsw

Werder (Havel) OT Glindow, 28. August 2019 – In Glindow entsteht zur Zeit eine Kita für 100 Kinder. Die Stadt Werder (Havel) wird der Träger der neuen Kindertagesstätte sein und hat die HGW beauftragt, die Kita in Modulbauweise zu errichten. Am 21. August hatten wir die Möglichkeit, uns auf der Baustelle einmal umzusehen. Und wir waren dabei nicht alleine: Der Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, wollte sich auch ein Bild von den neuen Räumlichkeiten machen. Ebenfalls mit dabei waren Dr. Saskia Ludwig, Bürgermeisterin Manuela Saß, der 1. Beigeordnete Christian Große, der Geschäftsführer der HGW Thomas Lück und der Vorsitzende des Aufsichtsrates Werner Große.

“Wir bauen die Kita hier zum zweiten Mal”, erklärt Thomas Lück. “In der Adolf-Damaschke-Straße haben wir die Kita Havelzwerge in der gleichen Bauweise erreichtet. Die Modulbauweise geht schneller, ist aber nicht günstiger. Seit dem letzten Bau vor drei Jahren sind die Baukosten um 30 Prozent gestiegen.” Ein Jahr haben die Verantwortlichen auf die Baugenehmigung warten müssen. Laut Bürgermeisterin Saß ist das eine “Katastrophe”. Wie berichtet mussten vor dem Baustart Akazien, die auf dem Grundstück standen, für 25.000 Euro ausgelöst und Waldameisen mussten umgesiedelt werden. Thomas Lück rechnet mit einer Eröffnung der Kita Ende 2019/ Anfang 2020.

“Wir müssen 20.000 Vorschriften einhalten, das macht den Bau nicht unbedingt einfacher”, so Thomas Lück. Und Saskia Ludwig ergänzt: “Die Endbürokratisierung muss endlich voranschreiten.” Der Druck auf die Kommune wächst mit jedem weiteren, fehlenden Platz. Bis zum 30. Juni 2019 fehlten 300 Kitaplätze. “Doch mit jedem Kind, das nach diesem Tag geboren wird oder nach Werder zieht, steigert sich natürlich der Bedarf”, so Christian Große. “Wir müssen schnell reagieren.” Doch bis der erste Stein für eine neue Kita bewegt wird, muss im Vorfeld einiges passieren. So müssen Aufträge ab einem gewissen Volumen europaweit ausgeschrieben werden. Das europaweite Vergabeverfahren für Planungsleistungen sieht vor, dass allen Unternehmen aus dem europäischen In- und Ausland der gleiche Zugang zu Aufträgen der öffentlichen Hand geboten wird. Dies soll unter anderem die Chance steigern, wirtschaftlichere Angebote zu erhalten. Was in der Theorie gut klingt, birgt in der Praxis einen erheblichen Mehraufwand. Bis zu sechs Monate Planungsaufwand sind keine Seltenheit. Doch für Eltern, die sehnsüchtig auf einen Platz warten, ist jeder weitere Tag, der unverrichtet verstreicht, untragbar. An Ralph Brinkhaus gerichtet, appelliert Saskia Ludwig: “Die Menschen sind mehr als unzufrieden. Ein Stück weit ist auch der Bund verantwortlich, der an der Gesetzgebung etwas ändern muss.”

Noch kann man sich nur schwer vorstellen, dass durch die Räume, die zur Zeit noch eine Baustelle sind, schon bald viele kleine Kinder toben. Doch die Bauarbeiten sind im Zeitplan, wir hatten hier darüber berichtet, und so wird es nicht mehr lange dauern, bis die Kabeltrommeln verschwunden, die Gerüste abgebaut und die Wände verputzt sind. Der Grundriss der neuen Kita ist großzügig gestaltet. Das offene Konzept besticht durch große Spielflure, die von den Kindern ohne störende Türen erobert werden können. Insgesamt steht den kleinen Eroberern ein 6.000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung.

Doch was nützt einem die schönste Kita, wenn das Personal fehlt? “Das Problem des Personalmangels besteht überall. Wir als Kommune haben uns deshalb dazu entschlossen, Quereinsteiger einzustellen”, erklärt Cristian Große. Fünf Stellen werden pro Jahr besetzt, die Stadt Werder (Havel) bildet selbst aus. 20 Stunden werden die Quereinsteiger in den Institutionen eingesetzt und von der Stadt bezahlt. Das macht eine Gesamtsumme von 650.000 Euro, die aus kommunalen Mitteln finanziert wird.

“Man kann sich nicht vorstellen, aus wie vielen Töpfen eine Kindertagesstätte finanziert wird. Die Eltern sind unzufrieden. Doch wen wählen sie ab? Wer ist der richtige Adressat? Der beste Fall ist, wenn eine Kommune genug Geld hat und alles selbst übernimmt. Doch so ist die Verantwortung geteilt und das wird dann Murks”, schließt Ralph Brinkhaus ab und lobt zum Abschied die Initiative und das Engagement der Stadt Werder (Havel). Der Bauantrag für die neue Kita in der Adolf-Damaschke-Straße für 200 Kinder ist Anfang August gestellt worden. Bleibt zu hoffen, dass die Baugenehmigung nicht wieder ein Jahr dauert. (wsw)