Baumblütenfest: Reaktionen vom Wochenende

Werder (Havel), 16. September 2019 – Die Gemüter sind immer noch erhitzt. Nachdem die Stadtverwaltung am 10. September mitteilte, dass das Baumblütenfest in den kommenden Jahren nicht stattfinden soll, wir hatten u.a. hier darüber berichtet, melden sich nicht nur in dem sozialen Netzwerk Facebook zahlreiche Menschen zu Wort.

Am vergangenen Freitag fand auf Initiative von Michael Schultz vom gleichnamigen Siedlerhof eine Krisensitzung statt, bei der ein umfassender Punkte-Plan für den Erhalt des Baumblütenfestes vorbereitet wurde. Ziel sei es, die Baumblüte auch in den kommenden beiden Jahren durchzuführen und parallel an einer Neuausrichtung des beliebten Festes zu arbeiten. Hierfür hat die Stadtverwaltung eine Einwohnerbeteiligung geplant. Mit der Absage des Baumblütenfestes wollen sich die Teilnehmer der Krisensitzung auf Schultzens Siedlerhof nicht zufrieden geben. Angeblich sei bei diesem Termin auch der Rücktritt der Bürgermeisterin Manuela Saß von den Obstbauern gefordert worden. Hier widerspricht Bettina Lindicke jedoch via Facebook-Kommentar: “Das stimmt so nicht, keiner, der mit Obstbau seinen Lebensunterhalt verdient, forderte irgendjemandes Rücktritt. Bitte keine Gerüchte.”

Offiziell macht die Rücktrittsforderung die Werderaner SPD-Fraktion. In einer Pressemitteilung heißt es: Die Absage des Baumblütenfestes durch die Bürgermeisterin bedeutet für Werder (Havel) einen unvergleichbaren überregionalen Ansehens- und Imageverlust sowie erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Viele Einwohner, die sich zu einem Großteil auch über das Baumblütenfest mit Werder (Havel) identifizieren, sind betroffen. Neben den Obstbauern sichert die Baumblüte die Existenz für Hotels, Pensionen, Gaststätten und Schausteller in der Stadt und Region. Zur Blütenstadt Werder (Havel) gehört das Baumblütenfest seit 140 Jahren.

“Nach dem Desaster um die ‘Blütentherme’, Fehlplanungen im Kita- und Schulbereich der Stadt ist die Absage des Festes in der Baumblütenstadt Werder (Havel) der Höhepunkt des Missmanagements in der Stadtverwaltung. Der viel zu spät gestartete Vergabeprozess, die fehlende Auseinandersetzung mit einem verbesserten Veranstaltungskonzept und schließlich die kopflose Absage des Festes mit einem desaströsen Krisenmanagement sind Ausdruck des Versagens. Das Vertrauen der Bürger in die Stadtverwaltung ist nicht mehr gegeben”, so der Vorsitzende der Werderaner SPD Steven Bahl. 

Der Vorstand der SPD Werder (Havel) fordert Manuela Saß auf, für die Fehlentwicklungen in unserer Stadt, insbesondere die Absage des Baumblütenfestes, die Verantwortung zu übernehmen und zurückzutreten.

Ergänzend möchte die SPD einen Dringlichkeitsantrag in die kommende Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag einreichen, der die Durchführung der Baumblütenfeste 2020 und 2021 sicherstellen soll.

Bei der SVV am 19. September ist zudem eine Demo geplant. Um 16 Uhr möchte der Demonstrationszug Unter den Linden starten und dann geht es zum Schützenhaus auf die Insel, wo sich um 18.30 Uhr die Stadtverordneten zu ihrer regulären Versammlung einfinden. 140 Menschen haben bisher ihr Erscheinen bei der Demo angekündigt.

Derzeit ist die Stadtverwaltung in Kontakt mit den Obstbauern. Man habe sich darauf geeinigt, vorerst nicht über die Presse zu kommunizieren, sondern das direkte Gespräch zu suchen. Bereits am 23. August wurden mit einer Verschwiegenheitsverpflichtung die Fraktionsvorsitzenden und die Vorstandsmitglieder des Obst- und Gartenbauvereins darüber unterrichtet, dass das Baumblütenfest ausfallen wird. (wsw)