Bereits 200 Waldbrände im Jahr 2018

Feuerwehrkameraden löschen einen Waldbrand - Bilder, die wir nicht sehen möchten - aber die Waldbrandgefahr steigt in diesen Tagen.

Potsdam, 30. Juni 2018 – Die Sonne der vergangenen Wochen hat die Waldböden inzwischen tief austrocknen lassen. Auch die Niederschläge am vergangenen Wochenende waren für den märkischen Wald nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“. Besonders in der Mitte und im Süden von Brandenburg erwarten die Förster, dass mit einer hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr zu rechnen ist. In den meisten Landkreisen wird bereits am Freitag die Waldbrandgefahrenstufe 4 – hohe Gefahr – ausgelöst.

Das Sommerwetter der vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass die Feuerwehren im Land schon zu 200 Waldbränden ausrücken mussten. Dank der landesweit eingesetzten Waldbrandfrüherkennung und dem schnellen Handeln der Einsatzkräfte ist die Brandfläche relativ gering. Bislang sind rund 60 Hektar Wald – das entspricht etwa der Fläche von 80 Fußballfeldern – von den Flammen geschädigt worden.

Im Jahr 2017 waren es insgesamt nur 138 Waldbrände. Die Fachleute rechnen damit, dass es bei anhaltender Trockenheit und sommerlichen Temperaturen in den nächsten Tagen zu weiteren Bränden kommen wird. Die Forstleute hoffen, dass 2018 nicht wieder ein so extremes Waldbrandjahr wird wie im Jahrhundertsommer 2003 mit 697 oder im Jahr der Fußballweltmeisterschaft 2006 mit 368 Waldbränden in Brandenburg.

Kirschbäume brannten in Derwitz

Auf einer Kirschplantage in Derwitz kam es am Donnerstag, dem 28. Juni, gegen 13.30 Uhr zu einem Brand. Aus bislang unbekannter Ursache entzündete sich ein bereits abgeerntetes Feld. Das Feuer griff von dem Feld auf die Obstplantage über und zerstörte dabei etwa 30 bis 40 Kirschbäume. Auch ein Jagdhochsitz wurde durch das Feuer zerstört. Der Feuerwehr gelang es, den Brand unter Kontrolle zu bringen und abzulöschen. Die Freiwillige Feuerwehr Werder – Havel Stadt wurde von zahlreichen Kräften der Feuerwehren aus Groß Kreutz sowie von der Feuerwehr Lehnin unterstützt.Die Kriminalpolizei hat Brandursachenermittelung übernommen. Zur genauen Schadenshöhe kann noch keine Auskunft gegeben werden, wie die Polizei mitteilte.

Brandursachen sind vielfältig

Dabei ist es nicht nur die Unachtsamkeit der Menschen, die zu Zündungen führt. Leider verzeichnet der Landesbetrieb Forst Brandenburg eine steigende Anzahl an vorsätzlichen Brandstiftungen. Aber auch die Entzündung von alter Munition wird immer wieder als Brandursache registriert. Einige Waldbrände sind auch auf Blitzschlag zurückzuführen. Neben den Waldbränden kommt es immer wieder auf landwirtschaftlichen Flächen zu Flächenbränden. Besonders bei Erntearbeiten kann es vorkommen, dass durch Funkenflug Brände ausbrechen, die sich sehr schnell auch in den Wald ausbreiten.

Waldbrandüberwachung wieder eingeschaltet

 Der Landesbetrieb Forst Brandenburg überwacht bereits ab den Vormittagsstunden alle Waldflächen mit dem modernsten Kameraüberwachungssystem (Fire Watch). 107 Sensoren sind landesweit verteilt und scannen die Waldgebiete über den Baumkronen und registrieren dabei jede Rauchentwicklung. Die Alarmmeldungen der Kameras laufen in den sechs Waldbrandzentralen des Landesbetriebes Forst zusammen. Hier werden die Daten ausgewertet und im Brandfall sofort die regionalen Leitstellen der Feuerwehren alarmiert. Schon nach wenigen Minuten können so die ersten Kräfte ausrücken.

Waldbesucher müssen Regeln zum Brandschutz beachten

Wer sich in diesen Tagen im Wald zur Erholung aufhält hat sich besonders an die Bestimmungen des Waldgesetzes des Landes Brandenburg zu halten. Danach ist Rauchen ebenso verboten, wie das Anzünden oder Unterhalten eines Feuers. Als Feuerstelle gilt auch der glimmende Kohlegrill als auch der Gaskocher mit einer offenen Flamme. Die Einschränkungen gelten dabei nicht nur im Wald sondern auch am Waldrand. Die Verbote gelten auch in einem Abstand von weniger als 50 Meter vom Waldrand.

Wer den Badesee aufsucht sollte sein Fahrzeug nicht im Wald oder auch in Waldwegen parken. Hier droht dem Halter bei Waldbrandgefahrenstufe sogar ein Bußgeld. Förster werden auch am Wochenende hier und da kontrollieren, ob die Bestimmungen des Waldgesetzes eingehalten werden.

Waldbrandgefahrenstufen im Internet

Für jeden Landkreis werden Wetterdaten regional erfasst und ausgewertet. Die Werte aller Stationen in einem Landkreis gehen abschließend in eine Gefahrenstufe je Landkreis ein. Aus den Tageswerten und der Prognose für den Folgetag wird die tägliche Gefahrenstufe festgelegt, die ab Mitternacht für jeweils 24 Stunden gilt. Die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe wird durch das Brandenburger Forstministerium sowie den Landesbetrieb Forst Brandenburg täglich auf den Internetseiten bekannt gegeben.

Das Brandenburger Forstministerium sowie der Landesbetrieb Forst Brandenburg informieren auf ihren Internetseiten während der gesamten Waldbrandsaison über die aktuellen Waldbrandgefahrenstufen. (MLUL/wsw)


Weitere Informationen unter: www.forst.brandenburg.de.