Berufsorientierungstag an der Schule am Plessower See

Am 10. April fand der zweite Berufsorientierungstag an der Schule am Plessower See statt., Fotos: wsw

Werder (Havel), 11. April 2019 – Gestern fand in der Schule am Plessower See der Berufsorientierungstag statt. Bereits zum zweiten Mal stellten sich Firmen aus der Region an der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ vor. Unter ihnen waren das RKI Berufsförderwerk Kladow für die Bereiche Maler/Lackierer, Metall, Gärtner, das Oberstufenzentrum Werder für die Bereiche Tierpfleger/in und Landwirt/in, die regiobus Potsdam-Mittelmark, das Berufsbildungswerk Oberlinhaus, die STRABAG, das Berufsförderungswerk des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg e.V., Bäckerei Exner sowie die Handwerkskammer Potsdam – Zentrum für Gewerbeförderung Götz.

Zur Zeit besuchen rund 105 Schüler in den Klassenstufen 1-10 die Schule, die seit vier Jahren das Siegel “Schule mit hervorragender Berufsorientierung” trägt. Im Rahmen eines zweistufigen Bewertungsverfahrens wurde sie im Jahr 2015 für vier Jahre ausgezeichnet.

In der Schule am Plessower See gibt es ein ganz besonderes Berufsorientierungskonzept: In der siebten Klasse absolvieren die Schüler ihr erstes Schnupperpraktikum. In Klasse 8 gehen sie für zwei Wochen in die Werkstätten im ZfG Götz und absolvieren zudem ein zweiwöchiges Blockpraktikum in Firmen am Heimatort. Für die Klassenstufen 9 und 10 erfolgt jeden Dienstag ein Praxistag in einer selbst gewählten Einrichtung, z.B. in der Altenpflege, im Einzelhandel oder in der Gastronomie. Für die Klassenstufen 8-10 finden zudem jeden Montag die Workshops in den Schülerfirmen statt. Bei der Schülerfirma “Kochen mit Profis” kommt zum Beispiel jeden Montag ein Profikoch in die Schule, der vier Stunden gemeinsam mit den Kindern kocht.

Finanziert wird dies unter anderem durch die sogenannte INISEK I (Initiative Sekundarstufe I). Für die Durchführung der Schulprojekte stehen mehrzügigen Schulen und einzügigen Förderschulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ je Schule und Schuljahr in der Regel bis zu 20.000 Euro aus dem ESF zur Verfügung. Das Förderprogramm Initiative Sekundarstufe I (INISEK I) zielt darauf, die schulischen Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 sowie ihre Ausbildungsfähigkeit zu verbessern. Immer weniger Schülerinnen und Schüler sollen die Schule ohne Abschluss verlassen und immer mehr einen höherwertigen Schulabschluss erreichen. Die Berufs- und Studienorientierung an den Schulen soll weiter gestärkt und Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren und Einrichtungen verstetigt werden. Schülerinnen und Schüler sollen schon in der Schule erleben, wofür sie lernen. Schulen sollen sich zudem vermehrt zu Lernorten entwickeln, die in das Gemeinwesen und in bildungsfördernde regionale Netzwerke eingebunden sind.

An der Schule am Plessower See wird Berufsorientierung groß geschrieben und so stieß nun auch der zweite Berufsorientierungstag auf große Begeisterung. Die Schulleiterin Frau Becker betonte in ihrer Begrüßung, dass der direkte Kontakt zwischen den Schülerinnen und Schülern mit den Firmen aus der Region viel Erfolg zeigt. “In diesem Jahr sind sogar mehr Berufsgruppen hier, um sich zu präsentieren, als im vergangenen Jahr.” Viele Ausbildungsplätze warten darauf, besetzt zu werden.

“Unser Ansporn ist es, für jeden Schüler einen passenden Ausbildungsplatz zu finden”, erklärt Lehrerin Maritta Krütze. Gemeinsam mit Liane Engelhardt, Lehrerin und Koordinatorin Praxislernen an der Schule, organisierte sie nun schon zum zweiten Mal den Berufsorientierungstag.

Unter den Besuchern war auch Christopher Kiefer. Im Jahr 2005 verließ er als Schüler die Schule am Plessower See. Heute hat er eine eigene Firma, KieBe Transporte, mit der er nun schon in das dritte erfolgreiche Jahr geht. Seine Lese- und Rechtschreibschwäche erschwerte ihm dem Einstieg in die Selbstständigkeit. “Ich war leider damals nicht regelmäßig in der Schule, habe es nicht wirklich ernst genommen. Heute würde ich das anders machen. In der Schule werden die Grundlagen geschaffen, ohne die es nicht geht. Hätte ich damals besser aufgepasst, wäre mir alles, was nach der Schule kam, nicht so schwer gefallen”, erinnert sich Christopher Kiefer.

Vielleicht hat ja der eine oder andere Schüler gestern ein passendes Ausbildungsfeld gefunden und eine Firma freut sich schon bald über eine/n neue/n Mitarbeiter/in! (wsw)