Braumanufaktur hat Standort Werder in Betrieb genommen

Werder(Havel), 24.Juni 2022- Auf dem letzten freien Gewerbegrundstück in den Havelauen wird nach einer corona-bedingt längeren Bauzeit seit Mai gearbeitet. Die Potsdamer Braumanufaktur hat ihre neue Außenstelle in Betrieb genommen, um den Hauptstandort am Forsthaus Templin in Potsdam zu entlasten und der Expansion des Unternehmens Rechnung zu tragen. In Werder (Havel) wird seit einigen Wochen naturbelassenes Biobier für alle Geschmäcker abgefüllt.

Ein 27.000 Liter fassender Tankwagen bringt einmal wöchentlich das handwerklich gebraute Bier vom Forsthaus Templin in die Havelauen. In der neuen Betriebsstätte kommt es in die bekannten Bügelflaschen des Unternehmens. Auch wenn dieser „Hopfensaft” ein handwerkliches Produkt ist: Abgefüllt wird er vollautomatisch. 8.000 Flaschen pro Stunde schafft die Abfüllanlage, es gibt Luft nach oben.

Bürgermeisterin Manuela Saß ließ sich die Technik am Dienstag vom Geschäftsführer der Braumanufaktur, Jörg Kirchhoff, bei einem Vor-Ort-Termin erklären. Die Abfüllanlage reinigt die Flaschen, macht das Bier durch Erhitzung und Abkühlung haltbar, füllt es in die gereinigten Flaschen, schließt die Deckel und etikettiert. Sie sortiert die Flaschen in Kästen und diese auf Europaletten. Von dort aus müssen sie dann nur noch vom Gabelstapler an ihren Lagerplatz und weiter in den Einzelhandel und die Bioläden der Region gebracht werden.

„Am Standort in Werder gibt es Platz genug, um auch Jungbier reifen zu lassen oder in ferner Zukunft sogar einmal Bier zu brauen“, sagte Diplom-Braumeister Kirchhoff. Dazu seien weitere Investitionen erforderlich, mit denen das Unternehmen aufgrund des Ukraine-Konfliktes und der unsicheren Lage am Gasmarkt aber vorerst noch warten möchte.

Die Stadt Werder (Havel) fühlt sich der Braumanufaktur seit Langem verbunden. Seit dem Jahr 2004 braut das Unternehmen unter seinen zahlreichen Manufakturbieren wie der bekannten „Potsdamer Stange”  auch das historische „Werdersche Bier”. Dessen „prickelndes Wesen“ hatte Theodor Fontane in seinen Wanderungen einst in einem „Intermezzo“ gewürdigt.

Bürgermeisterin Saß wünschte Jörg Kirchhoff für die Entwicklung der Braumanufaktur alles Gute. Um anderen regionalen Gewerbetreibenden wieder Spielräume bei der Standortwahl zu verschaffen, plant die Stadt die Ausweisung eines neuen, 80.000 Quadratmeter großen Gewerbegebietes in Glindow. „Für mich gehört das zu den wichtigsten Projekten der nächsten Jahre“, betont die Bürgermeisterin.(wh)