Bürgerbeteiligung beim Projekt Stadtwald erwünscht

Konzeptstudie zur Umwandlung des Stadtparkes in einen „Wald der Begegnung und Bewegung“ wird in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert

Der Eingang zum Stadtwald von der Margaretenstraße/Ecke Am Plessower See aus. Foto: wsw

Werder (Havel), 6. Dezember 2018 – Die Umgestaltung des Stadtparkes oder Stadtwaldes – wie auch immer man die Grünanlage, die einst aus einem Tonabbaugebiet entstand, nun nennt – ist seit vielen Jahrzehnten immer wieder Gesprächsthema in Werder (Havel). Immer wieder wurde Anlauf genommen – sei es der Bau der inzwischen verwahrlosten Skateranlage an der Goethe-Bühne oder ob ein Kletterpark errichtet werden sollte. Außer sehr seltenen Konzerten gibt es eigentlich nur eine Konstante, den Baumblütenlauf. Der lockt jährlich Hunderte in den verwilderten Mischwald. Vielleicht noch der 1923 eingeweihte Heldenhain zum Entspannen, der Goldfischteich oder die Möglichkeit, Buden zu bauen oder zum Stöckchenwerfen auf dem Hundeplatz, der früher eine Deponie war. Die Rodelbahn findet bei Schnee entsprechende Fans, ebenso wie die hügeligen Wege unabhängig von der Jahreszeit von Joggern und Spaziergängern erkundet werden.

Nun aber soll es wirklich etwas werden mit der Umgestaltung. Ein Jahr lang hat sich das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam mit den Möglichkeiten des Areals beschäftigt. Die Konzeptstudie liegt vor und plant wie berichtet einen „Wald der Begegnung und Bewegung“. Vielleicht nimmt dann der Vandalismus im Stadtpark, der im kommenden Jahr 110 Jahre alt wird, auch wieder ab.

Das Konzept soll aber nicht starr umgesetzt werden – die Einwohner der Blütenstadt sind aufgerufen, sich zu beteiligen. „Das große Ziel ist es, einen Stadtwald für Freizeit, Erholung und Sport für die Bevölkerung zu schaffen“, kündigte Werders CDU-Fraktionschef Hermann Bobka gestern an. „Wenn das Projekt in fünf Jahren fertig ist, haben wir viel erreicht“, blickt Hermann Bobka in die Zukunft. Diskutiert werden soll die Vorlage bei der kommenden Stadtverordnetenversammlung am 13. Dezember 2018.

Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Peter Kreilinger ist der Stadtpark eine „Herzensangelegenheit“, wie er sagte. Die vorhandene Topographie mit den Hügeln zu nutzen, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, bessere Wege anzulegen und Sportanlagen zu bauen, sei bereits in dem Konzept vorhanden. Die Planungen müssten noch „nachgeschärft“ werden. Er wünsche sich einen Spielplatz von übergeordneter Attraktivität, so Kreilinger. Fast 40 Spielplätze in Werder gibt es, aber keiner, an dem die Leute zusammenkämen, weil er so besonders attraktiv ist. Der müsse auch errichtet werden, um einen Ort zu schaffen, an dem sich beispielsweise „junge Familien außerhalb ihres Straßengevierts treffen“. Zudem sei der Stadtpark recht zentral gelegen und somit fußläufig erreichbar.

„Wir gehen da nicht mit Kettensägen rein“, nimmt er die Ängste mancher Werderaner ernst, die befürchten, dass aus der reizvollen Wildnis ein künstliches Parkgebilde geschaffen werden soll. „Eine bequeme und sichere Durchwegung muss es aber geben“, so Kreilinger. Zäune und Wachpersonal seien ebenso nicht vorgesehen.

„Wir laden alle ein, sich da aktiv einzubringen“, so Kreilinger, der sich eine konstruktive Mitarbeit der Werderaner wünscht, auch wenn vielleicht nicht alle Stadtpark-Träume wahr werden können. Er freue sich überhaupt auf ideenreiche Mitarbeit in der Stadtgestaltung, besonders, wenn sich die Protagonisten dabei nicht auf Themen beschränken, die bereits in Arbeit sind, sondern neue Projekte setzen würden. Ein kleiner Seitenhieb auf den Verein der Stadtmitgestalter, die wie berichtet vor Wochenfrist zu einem Spaziergang durch den Stadtpark luden, um Möglichkeiten der künftigen Gestaltung zu erkunden und zu sammeln. (wsw)