Das Bild ist fragmentiert – lang lebe das Bild!

Werder (Havel), 1. Juli 2018 – Heute endet die Ausstellung „Fragmente“ von Jürgen Tenz in der Stadtgalerie „Kunstgeschoss“ in Werder (Havel).

Zwischen 13 und 18 Uhr gibt es aber noch die Möglichkeit, die Ausstellung zu besichtigen, über die wir hier berichtet haben. Sowohl der Kurator der Ausstellung, Frank W. Weber, als auch der Berliner Künstler sind heute in der Galerie im Schützenhaus in der Uferstraße anwesend. Interessante Gespräche sind vorprogrammiert.
Jürgen Tenz nutzt seinen eigenen Werksfundus und übermalt seine Bilder mit deckenden Farben. So entstehen bruchstückhafte Gemälde, deren wahrer Bildgehalt zerstört ist. Inhaltlich voll begreifbar nur für diejenigen, die das Bild vorher gekannt haben. Jetzt stellt sich die Frage, was folgt bei völliger Fragmentierung aller Arbeiten des Künstlers? Zerschneiden in kleinere Werke, was eine Vervielfachung des Bestandes zur Folge hätte?  Die Aktion des Künstlers bewegt zum mannigfachen Nachdenken. Was passiert mit dem Nachlass eines Künstlers? Wie geht der Künstler zu Lebzeiten mit seinem Werk für die Nachwelt um? Ist die Kunstproduktion überhaupt noch sinnvoll, wo wir augenblicklich völlig reizüberflutet sind? Lässt sich die Kunst von Jürgen Tenz vor der eigenen „Vernichtung“ retten und wie? Eines steht fest, der Künstler hat einen völlig unbefangenen und emotionslosen Weg gefunden, sein eigenes Werk selbstreflektierend neu zu erleben und zu erschaffen.
Jürgen Tenz ist außerdem für seine Druckgrafiken bekannt und ein exzellenter Zeichner. Fragmente seiner Arbeit gibt es im doppeldeutigen Sinn in der Ausstellung. (wsw)


Der Eintritt ist frei. Informationen – auch zu kommenden Ausstellungen gibt es hier.