Das Brauchwasser bleibt wichtig

Das Brauchwasserwerk in Glindow, Foto: wsw

Werder (Havel), 19. Dezember 2018 – Bis zum 30. Juni 2019 soll die Bürgermeisterin ein Sanierungskonzept des Brauchwasserwerkes vorlegen. Diesen Beschluss fasste die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich in der vergangenen Woche.

Die Brauchwasserversorgung für den gewerblichen Teil, für die Wirtschaft zu sichern, sei die Aufgabenstellung, betonte der 1. Beigeordnete Christian Große. Eine Erweiterung des Brauchwassernetzes in Richtung Kernstadt sei nicht angedacht. Und da der mögliche Fördermittelgeber nach Gesprächen mit dem zuständigen Fachministerium klar kommuniziert hätte, dass eine Förderung bei einer Fortführung des Brauchwasserwerkes als eigenständige GmbH nicht möglich wäre, sollte mit diesem Beschluss der Weg für die Fortführung als Eigenbetrieb der Stadt frei gemacht werden. Anderslautende Beschlüsse der Stadtverordneten für die Fortführung als eigenständige GmbH müssten deshalb aufgehoben werden.

Historisch einmalig sei, dass sich ein Brauchwasserwerk in einer stark bebauten Ortslage – hier in Glindow – befände. Die Glindower Platte und der Kammeroder Obstplan befänden sich in einer Trinkwasserschutzzone. Brunnen zu bohren, sei hier nicht möglich, so Große. Die Anbauflächen dort hätten sich massiv erweitert. “Die Wasserversorgung ist nur durch Brauchwasser möglich.“ Die Entnahmemöglichkeiten aus dem Glindower See und der Havel seien aber endlich.

Um die Kulturlandschaft zu erhalten, seien Millionen an Subventionen in die Brauchwasserversorgung gepumpt worden, ergänzte Alt-Bürgermeister Werner Große. Schwer vermittelbar sei aber, dass man private Gärten mit Steuergeldern der Bürger der Stadt Werder fördere. Klaus Behrend verwies darauf, dass es in anderen Ortsteilen wie Phöben, Kemnitz oder Derwitz keine Brauchwasserversorgung gebe. Auch da gebe es Obstbauern, die müssten sehen, wie sie zurechtkommen. Er plädierte dafür, dass in den Gebieten der Glindower Platte und des Kammeroder Obstplanes zwei Pumpspeicher gebaut werden sollen, aus dem sich die gewerblichen Nutzer das Wasser selbst auf ihren Flächen verteilen könnten. Auch das Leitungsnetz würde damit entlastet.

Die Idee sei nicht neu, so Christian Große. Die Erstellung einer Konzeption sei um so wichtiger, weil sie Grundlage für die künftige Sicherstellung der Brauchwasserversorgung sei. Das unterstützte Glindows Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm, der seit Jahren um die Sanierung und die Funktionsfähigkeit des teilweise maroden Werkes ringt. (wsw)