Das geht runter wie Öl!

Das wissen alle: ein schönes Kompliment, ein herzlicher Dank, gute Wünsche – all’ das ‚geht runter wie Öl‘.
Der Ursprung dieser bekannten Redewendung hat allerdings nichts mit Öl zu tun, obwohl durchaus auch ein gutes Öl beim Herunterschlucken dem Gaumen und der Speiseröhre schmeichelt und etwas Gutes für die Gesundheit ist. Das behaupten natürlich viele Genießer auch vom Bier – und tatsächlich bezeichnet die Redewendung,dass etwas runtergeht wie Öl den Abgang, also den Nachgeschmack von Bier.

Wir bleiben aber beim Öl. Wussten Sie beispielsweise, dass Arganöl als kostbarstes Öl der Welt gilt? Die Arganie (auch Arganbaum genannt) trägt die Früchte, aus denen dann das wertvolle Lebensmittel hergestellt wird. In seiner Seltenheit ist Arganöl nur vergleichbar mit Trüffel. Die Ernte der Arganfrüchte ist besonders schwierig, denn die Arganie kann nicht mit Maschinen geschüttelt werden. Wegen der spitzen Dornen kann aber auch keine Handlese stattfinden. Deshalb warten die Berber (die ursprüngliche Ethnie der nordafrikanischen Länder), bis die Arganfrüchte von selbst zu Boden fallen oder sie schicken ihre Ziegen in die Bäume, die dann tatsächlich auf die Bäume klettern und Früchte und Blätter fressen. Die Kerne sind mit ihrer extrem harten Schale 16 mal härter als Haselnüsse und so löst sich im Magen der Ziegen lediglich das Fruchtfleisch vom Kern und dieser wird unversehrt wieder ausgeschieden. Danach geht es dann auf ‚Ziegenkökeljagd‘, damit den Berbern auch ja kein Kern entgeht. Arganöl ist aber nicht nur in der Kulinarik beliebt, ebenso wird „Marokkos weißes Gold“ für verschiedenste Kosmetika eingesetzt.

Öl – ganze Supermarktregale sind voll davon, wir alle kochen, braten, baden, verwöhnen damit und darin. Die Auswahl ist riesengroß. Der Geschmack wird vor allem durch die Pflanzenart und die Herstellung bestimmt. Ob Aprikosenkernöl, Arganöl, Erdnussöl, Hanföl, Haselnussöl, Kürbiskernöl, Kokosnussöl, Leinöl, Nachtkerzenöl, Sonnenblumenöl, Schwarzkümmelöl, Sesamöl, Senföl, Traubenkernöl oder Walnussöl – wir könnten die Liste noch weiterführen, beschränken uns aber hier auf die Auswahl, die man in Werders Ölmühle bekommt.
Das kostbare Arganöl gibt es zwar in der Ölmühle in Werder zu kaufen, hergestellt wird es aber hier nicht. Denn 1998 erklärte die UNESCO das Gebiet, auf dem die letzten Bäume seiner Art wachsen, zum Biosphärenreservat. Herstellung des Öls ist dort weitestgehend Sache der marokkanischen Frauen.

In unserer Werderaner Ölmühle in der Berliner Straße 109 (ehemaliges „Haus Frühling“) ist die Herstellung der Öle keine reine Frauensache. Hier arbeitet Sebastian Wedow, das Herz der Ölmühle, gemeinsam mit seiner Partnerin Sofija Radojkovic und dem Mitarbeiter Dariusz Erfurt daran, den Kunden mit hervorragenden Ölen ein Stückchen mehr Lebensqualität zu geben. Ausgesuchte Saaten von bestmöglicher Qualität, vorwiegend aus biologischem Anbau und die Herstellung machen das Öl aus Werder so besonders. In einem schonenden Verfahren werden die Öle mit Wasserkühlung kalt gepresst und bleiben naturbelassen. Das heißt, sie sind ungefiltert, frei von jeglichen chemischen oder anderen Zusätzen und haben damit Rohkostqualität.
Schon seit 2005 gibt es die Ölmühle in Werder. Und Sie erfahren erst heute davon? Da sind Ihnen auf jeden Fall einige Jahre und viele Fläschchen Öl durch die Lappen gegangen. Zeit, das nachzuholen. Sebastian Wedow und sein Team sind auch auf Märkten in Potsdam und Berlin anzutreffen. Dort, im direkten Kontakt – und das ist Wedow besonders wichtig – können sie den Käufern aber immer auch noch einige individuelle Worte mit auf den Weg geben. „Es gibt so viel zu den Ölen zu erzählen, wir können sie, selbst wenn wir wollten, gar nicht in ein Supermarktregal stellen“, bestätigt Sofija Radojkovic. Gepresst wird in Werder übrigens nur auf Bestellung. Und das ist schon ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Es gibt nicht DAS eine Öl. Es kommt immer darauf an, wofür es verwendet und was im Körper damit erreicht werden soll. Dabei sind auch Vergleiche der verschiedenen Öle zwecklos: „Vergleichen kann man nur innerhalb des gleichen Öls. Denn da gibt es Qualitätsunterschiede“, so Radojkovic weiter. Ein Ölivenöl kann man mit keinem Kürbiskernöl vergleichen. Zwei Leinöle untereinander können aber schon Unterschiede aufweisen.
Das Gespräch mit den Kunden ist wie auf den Märkten auch direkt in der Ölmühle wichtig. Reaktionen wie: „Schön, dass es Sie gibt“ sind nicht selten. Ein offenes Ohr und Tipps und Tricks für die Verwendung der Öle gehören zur Geschäftsphilosophie. Sowohl Sebastian Wedow als auch Sofija Radojkovic haben so viele Erfahrungen, so viel Wissen, so gute Tipps parat – es lohnt sich, zuzuhören.

Zwar ist die Herstellung der Öle und das ganze Drumherum natürlich viel Arbeit. Aber „die Arbeit ist ein guter Bestandteil unseres Lebens“, sagt Sebastian Wedow. Der ausgebildete Atempädagoge schätzte schon sehr früh den gesundheitlichen Wert naturbelassener, frischer Öle. Am Anfang war da nur diese Vision, seine Erfahrung als Ölmüller an andere weiter zu geben. Doch die Freude am Tun bewog ihn, die Ölmühle zu gründen. Jetzt sind 10 Jahre vergangen, die Freude am Ölmüller-Dasein ist geblieben. Auch sein tiefgehendes Wissen zu verschiedenen Themen der alternativen Gesundheit ist er immer bereit zu teilen. Das macht einen Besuch in der Ölmühle, der „alternativen Gesundheitsbude“, wie er selbst sagt, so besonders.
Mit seiner Erfahrung und dem stetigen Wachstum seines Wissens wächst auch das Sortiment weiter. Davon kann man sich auch im Internet überzeugen. Das Werderaner Öl und verschiedene andere Produkte können im Onlineshop der Ölmühle bestellt werden, ansehen kann man sich dort auch ein kleines informatives Video. Geöffnet hat die Ölmühle freitags von 10 bis 18 Uhr.

Für einen kleinen Energie-Kick hier einige Öltipps:
Kokosnussöl
Das Multitalent, reich an Vitaminen, Mineralien und Vitalstoffen – ideal zum Braten, Backen und Frittieren. Man genießt ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis, indem man Kokosöl mit Honig, Marmelade oder Nuss-Nougat-Creme als Brotaufstrich kombiniert.
Schwarzkümmelöl
Hat einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, schmeckt würzig-aromatisch. Nur 1-2 Teelöffel pur am Tag können förderlich für das Immunsystem sein und sollen einen königlichen Teint geben.
Leinöl
Als eines der ernährungsphysiologisch wertvollsten Speiseöle mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren ist es besonders beliebt zu Quark und Kartoffeln – aber Achtung, Leinöl ist nicht ewig haltbar, aber frisch gepresst immer ein Genuss.
Kürbiskernöl
Enthält alle wichtigen und gesunden Spurenelemente, Vitamine und Mineralien und sollte in keinem modernen und gesundheitsbewussten Speiseplan – zum Beispiel zu einem leckeren Salat oder in der Suppe – fehlen.

Die Ölmühle Werder (Havel)
Berliner Straße 109
14542 Werder (Havel)
www.oelmuehle-werder.de
Tel.: 03327 66 8 22 7
E-Mail: info@oelmuehle-werder.de